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Tichanowskaja fordert mehr Einsatz für politische Gefangene in Belarus

Belarusian opposition leader Sviatlana Tsikhanouskaya, second from right, holds a portrait of her jailed husband Syarhey Tsikhanousky attending a protest demanding freedom for political prisoners in B ...
Die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja (zweite von rechts) an einer Protestkundgebung für die Freilassung politischer Gefangener in Belarus, in den Händen hält sie das Bild ihres Ehemannes, der sich in Gefangenschaft befindet, aufgenommen am 8. März 2024 in Vilnius, Litauen.Bild: keystone

Tichanowskaja fordert mehr Einsatz für politische Gefangene in Belarus

08.03.2024, 17:1808.03.2024, 17:18

Die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja hat die internationale Gemeinschaft dazu aufgerufen, sich stärker für die politischen Gefangenen in ihrem Heimatland einzusetzen. «Wir müssen Massnahmen ergreifen, um weitere Tragödien zu verhindern. Die Folter von Menschen in Gefängnissen muss aufhören», sagte sie der Agentur BNS zufolge am Freitag in Vilnius.

Nach Angaben der vom belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko ins Exil getriebenen Tichanowskaja sind in den vergangenen Jahren bereits fünf politische Gefangenen in Gefängnissen umgekommen. Die Zahl der Opfer werde in Zukunft noch zunehmen. «Menschen werden in Gefängnissen langsam getötet», sagte sie.

Tichanowskaja und ihre Mitstreiter hatten zuvor eine Protestaktion vor der belarussischen Botschaft in Vilnius organisiert, um auf ihre inhaftierten Kollegen aufmerksam zu machen. Nach Schätzungen der belarussischen Opposition gibt es etwa 1500 politische Gefangene in dem autoritär regierten Nachbarland Litauens.

Darunter ist auch Tichanowskajas Mann Sergej Tichanowski. «Es ist ein Jahr her, seit ich das letzte Mal etwas von meinen Mann gehört habe. Seitdem herrscht Stille.» Auch zu anderen bekannten inhaftierten Oppositionellen wie Viktor Babariko oder Maria Kolesnikowa habe es seit einem Jahr keinen Kontakt mehr gegeben.

Tichanowski wollte ursprünglich bei der Präsidentenwahl am 9. August 2020 gegen Machthaber Alexander Lukaschenko kandidieren, wurde aber Monate vor der Abstimmung festgenommen. An seiner Stelle trat seine Frau Swetlana an, die viele als wahre Siegerin der weithin als gefälscht geltenden Wahl betrachten.

Menschenrechtler werfen Lukaschenkos Machtapparat Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor. Es wird immer wieder über Misshandlungen von Gefangenen und deren Verschwinden berichtet.

(sda/dpa)

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