International
EU

EU droht Beitrittskandidatenland Georgien mit Sanktionen

EU droht Beitrittskandidatenland Georgien mit Sanktionen

15.07.2025, 19:4315.07.2025, 19:43

Die EU droht dem Beitrittskandidatenland Georgien wegen Verstössen gegen europäische Grundwerte mit Sanktionen. «Der demokratische Rückschritt Georgiens wird nicht ohne Konsequenzen bleiben», sagte die EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas nach einem Aussenministertreffen in Brüssel. Eine mögliche Option sei es, den visafreien Reiseverkehr oder das Partnerschaftsabkommen auszusetzen.

European Union foreign policy chief Kaja Kallas talks with journalists as she arrives for an EU foreign ministers meeting at the EU Council building in Brussels, Tuesday, July 15, 2025. (AP Photo/Geer ...
Kaja Kallas.Bild: keystone

Kallas forderte die georgische Regierung dazu auf, bis Ende August Bedingungen für die Aufrechterhaltung des visafreien Reiseverkehrs umzusetzen. Dazu gehöre beispielsweise, die Versammlungs- und Meinungsfreiheit zu wahren und das Recht auf Privatsphäre und das Diskriminierungsverbot zu achten.

Kallas: Es geht auch um Glaubwürdigkeit

Kallas erklärte, dass man der georgischen Bevölkerung keinen Schaden zufügen wolle. Es gehe aber auch um die Glaubwürdigkeit der Europäischen Union. Wenn Länder Bedingungen für Vergünstigungen nicht erfüllten, müsse es Konsequenzen geben – auch damit die Öffentlichkeit erkenne, dass die Regierung nicht auf EU-Kurs sei.

Die Kritik richtet sich insbesondere gegen die derzeitige Regierungspartei Georgischer Traum. Ihr werden unter anderem ein inakzeptables Vorgehen gegen Kritiker und zunehmende Restriktionen gegen unabhängige Medien und Nichtregierungsorganisationen vorgeworfen. In Brüssel wird befürchtet, dass dies auch mit einem Einfluss Russlands zu tun haben könnte.

Als Reaktion auf die Entwicklungen hatte die Europäische Union bereits im vergangenen Jahr den Beitrittsprozess von Georgien vorerst auf Eis gelegt. Der Kandidatenstatus war dem 3,7-Millionen-Einwohner-Land erst Ende 2023 zuerkannt worden, nachdem es kurz nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 die Aufnahme in die EU beantragt hatte. (hkl/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Russische Drohnen schlagen in Schule und an Brücke in Kiew ein
Bei einem russischen Luftangriff ist in der ukrainischen Hauptstadt Kiew eine Drohne in einem Schulgebäude eingeschlagen.
Zur Story