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Österreichs Aussenminister Sebastian Kurz übt scharfe Kritik an Erdogan.

Sebastian Kurz, anl. seiner Wahl von Kurz zum Bundesparteiobmann der OEVP im Rahmen eines Bundesparteitages der OEVP, am Samstag, 01. Juli 2017, in Linz. (KEYSTONE/APA/Hans Punz)
Lehnt eine Vertiefung der Zollunion zwischen der EU und der Türkei ab: Österreichs Aussenminister Sebastian Kurz.Bild: APA/APA

«Diktatorische Züge»: Österreichs Aussenminister Sebastian Kurz greift Erdogan frontal an

23.08.2017, 04:5223.08.2017, 07:15

Österreichs Aussenminister Sebastian Kurz hat dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan «diktatorische Züge» vorgeworfen. Zwei deutsche Ministerkollegen plädierten zudem für strengere Kontrollen von Erdogan-nahen Vereinen und Moscheen in Deutschland.

«Er entwickelt das Land in eine falsche und gefährliche Richtung», sagte Sebastian Kurz der deutschen Zeitung «Die Welt» vom Mittwoch. Erdogans Umgang mit Kritikern, Andersdenkenden und Minderheiten sei «absolut inakzeptabel». Er zeige «definitiv diktatorische Züge».

Kurz sprach sich in diesem Zusammenhang gegen eine Vertiefung der Zollunion mit der Türkei aus. «So wie derzeit in der Türkei die Menschenrechte und demokratischen Grundwerte systematisch verletzt» würden, sei dies «völlig unrealistisch», sagte der Minister.

Erdogans wahnsinniger Präsidentschaftspalast

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Erdogans wahnsinniger Präsidentschaftspalast
Das ist er – oder sagen wir einmal, ein Teil davon: Der Präsidentschaftspalast der Türkei in Ankara. Sein Preisschild: 500 Millionen Euro.
quelle: epa / ozge elif kizil / anadolu agency
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Der Österreicher schloss sich damit der Haltung der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel an. Diese hatte zuletzt gesagt, mit der Bundesregierung werde es keine Erweiterung der Zollunion mit der Türkei geben.

Warnung vor Parallelgesellschaft

In Deutschland fordern derweil Aussenminister Sigmar Gabriel und Justizminister Heiko Maas strengere Kontrollen für Vereine und Moscheen in Deutschland, die dem türkischen Präsidenten Erdogan und seiner Partei AKP nahestehen.

Es müsse genau geprüft werden, «wen wir hier in Deutschland mit Fördergeldern und gut gemeinter Unterstützung finanzieren», forderten die beiden Minister in einem Gastbeitrag für das Magazin «Spiegel». «Wir dürfen auf keinen Fall Parallel- oder gar Gegengesellschaften in unserem Land zulassen.»

Es müsse genauer hingesehen werden, welche politischen Einstellungen in den vom türkischen Staat in Deutschland unterhaltenen Moscheen und Gemeinden vermittelt würden, schrieben Gabriel und Maas. Erdogans «Rhetorik der Feindbilder» sei eine «Gefahr für die demokratische Kultur in Deutschland». Die muslimischen Gemeinden in Deutschland dürften nicht unter den Einfluss Erdogans geraten. (sda/afp)

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