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Frankreich

#OnVeutLesNoms: Empörung über illegale Luxusdinner in Paris

#OnVeutLesNoms: Empörung über illegale Luxusdinner in Paris

Kaviar und Champagner hinter geschlossenen Türen: Ein Fernsehbericht über geheime Luxusdinner sorgt in Frankreich für Wirbel.
05.04.2021, 05:4205.04.2021, 12:41

Als gäbe es keine Corona-Pandemie: In Frankreich lässt ein Bericht des Fernsehsenders «M6» die Volksseele kochen. In dem Bericht sprechen Journalisten mit einem Mann, der geheime Partys organisiert. Im Beitrag sagt er:

«Ich habe diese Woche in zwei oder drei Restaurants gegessen, die sogenannte illegale Restaurants sind, mit einer Reihe von Ministern.»

Die Journalisten besuchten auch selbst ein solch geheimes Restaurant in einem Pariser Nobelviertel. Auf den Aufnahmen ist zu sehen, wie ein unkenntlich gemachter Mitarbeiter sagt: «Menschen, die hierherkommen, nehmen ihre Masken ab. Wenn Sie hier einmal durch die Tür sind, gibt es kein Covid mehr.»

Die Menüs des Abends kosten zwischen 160 und 490 Euro und werden angeblich von Spitzenköchen zubereitet. In Frankreich sind Restaurants eigentlich seit Ende Oktober geschlossen.

In weiteren Aufnahmen ist auch ein klandestines Fest in einem edlen Etablissement zu sehen, bei dem ebenfalls keine Masken getragen wurden und sich die Menschen mit Küsschen begrüssten.

#OnVeutLesNoms

Der Bericht schlug hohe Wellen in Frankreich. Die Pariser Staatsanwaltschaft leitete am Sonntag eine Untersuchung ein. «Ziel der Untersuchung ist es, zu überprüfen, ob Partys unter Missachtung der Gesundheitsvorschriften organisiert wurden und zu ermitteln, wer die Organisatoren und Teilnehmer gewesen sein könnten», hiess es.

Wer genau die Teilnehmer dieser Partys sind und ob sich tatsächlich auch Politiker darunter befinden, das würden auch gerne viele Franzosen wissen. Auf Twitter trendet der Hashtag #OnVeutLesNoms, zu Deutsch: «Wir wollen die Namen». Dabei fordern viele, dass falls ein Politiker sich tatsächlich so schamlos über die Corona-Regeln hinwegsetzt, das einen Rücktritt zur Folge haben müsste.

Auch erste Politiker und Politikerinnen haben sich zu Wort gemeldet. Die französische Ministerin Marlène Schiappa sagte im französischen Radio, dass für Politiker dieselben Regeln gelten, wie für normale Bürger auch. Falls sie Regeln gebrochen hätten, so müssten sie bestraft werden.

Regierungssprecher Gabriel Atta hingegen sagte, dass er «keine Sekunde» daran glaube. «Alle Minister, ohne Ausnahme, beachten die Regeln», versicherte auch Wirtschaftsminister Bruno Le Maire.

Wie viele andere europäische Länder auch, kämpft Frankreich derzeit mit einer dritten Corona-Welle. Erst am Samstag trat zum dritten Mal ein landesweiter Lockdown in Kraft.

(dfr)

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