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Vatikan stellt Leitfaden zum Umgang mit Gendertheorie vor

Vatikan stellt Leitfaden zum Umgang mit Gendertheorie vor

11.06.2019, 05:0011.06.2019, 05:27

Der Vatikan hat in einem offiziellen Dokument eine «Gender-Ideologie» kritisiert, wonach Menschen ihr Geschlecht wählen oder wechseln können. In Schulen mache sich zudem beim Thema Sexualität ein «Bildungsnotstand» breit.

So heisst es in einem am Montag vorgestellten Dokument der Bildungskongregation für die katholische Lehre. Die Gender-Theorie sei eine «Ideologie, die den Unterschied (...) in der Natur eines Mannes und einer Frau leugnet und eine Gesellschaft ohne geschlechtliche Unterschiede vorsieht und somit die anthropologische Grundlage der Familie eliminiert».

Das Dokument namens «Als Mann und Frau schuf er sie» wendet sich gegen eine Tendenz, «die Unterschiede zwischen Mann und Frau auszulöschen, indem man sie als blosse historisch-kulturelle Konditionierung versteht». Die katholische Kirche und auch Papst Franziskus sprechen sich immer wieder offen gegen die Gender-Theorie aus, weil dies der traditionellen Vorstellung von Mann und Frau als Eheleuten und Eltern widerspreche.

Der Verband New Ways Ministry, der für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender (LGBT) in der katholischen Kirche einsteht, kritisierte das Papier umgehend als «schädliches Werkzeug». Die «Fehlinformation in dem Dokument wird dazu führen, dass Familien ihre Kinder ablehnen» und Homosexuelle sowie Transgender weiter diskriminiert würden. Das Geschlecht werde «nicht nur durch sichtbare Genitalien bestimmt», heisst es in einer Mitteilung, «sondern auch durch Genetik, Hormone und Chemie – Dinge, die bei der Geburt nicht sichtbar sind». «Der Vatikan bleibt im Mittelalter, fördert die falsche Lehre und stützt sich auf Mythen, Gerüchte und Unwahrheiten.» (sda/dpa/afp)

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