International
Rassismus

US-Präsident Joe Biden wirbt für Ausweitung des Wahlrechts in den USA

US-Präsident Joe Biden wirbt für Ausweitung des Wahlrechts in den USA

07.03.2021, 17:3207.03.2021, 17:50

Am Jahrestag eines wichtigen Protestes für das Wahlrecht der Schwarzen in den USA hat Präsident Joe Biden für eine weitere Ausweitung des Rechts zur Stimmabgabe geworben. «Jeder Wahlberechtigte sollte in der Lage sein zu wählen», forderte Biden. Der Präsident unterzeichnete am Sonntag zudem eine Anordnung, die verschiedene Behörden des Bundes anweist, sich für eine Ausweitung und Erleichterung der Stimmabgabe einzusetzen. Das Wahlrecht ist in den USA jedoch zumeist Sache der Bundesstaaten.

Biden sprach zum 56. Jahrestag eines Protestes, der als «Blutiger Sonntag» in die US-Geschichte einging. Dabei wurden 1965 im südlichen Bundesstaat Alabama schwarze Aktivisten bei einem Marsch zum Ort Selma auf einer Brücke brutal niedergeschlagen. Unter ihnen war auch der Bürgerrechtler und spätere demokratische Kongressabgeordnete John Lewis, der im vergangenen Jahr infolge einer Krebserkrankung starb. «Lasst uns all jener als Brücke zu unserer Geschichte gedenken, die vor uns kamen, damit wir ihren Schmerz nicht vergessen», sagte Biden in einer vorab aufgenommen Videobotschaft. Sie seien auch «eine Brücke in unsere Zukunft, damit wir nie die Hoffnung verlieren».

President Joe Biden speaks in the State Dining Room of the White House, Saturday, March 6, 2021, in Washington. (AP Photo/Alex Brandon)
Joe Biden
Joe Biden macht sich für eine Ausweitung des Wahlrechts stark, dieses ist in den USA jedoch zumeist Sache der Bundesstaaten.Bild: keystone

Die Bilder der Niederschlagung des Protestes in Selma markierten in den USA einen Wendepunkt. Wenige Monate später verabschiedete der Kongress ein Gesetz, das allen Afroamerikanern und Schwarzen das Wahlrecht garantierte und Hürden zur Stimmabgabe abbaute.

Biden warb auch für ein jüngst vom Repräsentantenhaus beschlossenes neues Wahlrechtsgesetz. Das «dringend benötigte» Gesetz werde die «Demokratie reparieren und stärken». Bislang ist ungewiss, ob der Senat dem Gesetz zustimmen wird. Biden warnte zudem vor laufenden Bemühungen der Parlamente in vielen US-Staaten, das Wahlrecht zu untergraben. «Wir dürfen sie nicht Erfolg haben lassen», mahnte er.

Nach der Präsidentenwahl im November, bei der es eine Rekordbeteiligung gegeben hatte, gibt es mancherorts Bestrebungen, das Wählen wieder zu erschweren. In Georgia etwa wird den Republikanern vorgeworfen, nach ihren jüngsten knappen Niederlagen auf diesem Weg zu versuchen, die Stimmen der Schwarzen und anderer Minderheiten zu unterdrücken. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Joe Bidens Regierung
1 / 20
Joe Bidens Regierung
Vizepräsidentin: Als Tochter einer Inderin und eines Jamaikaners ist Kamala Harris gleichzeitig die erste Frau in einem der beiden mächtigsten Regierungsämter.
quelle: keystone / andrew harnik
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Highlights von Bidens Antrittsrede
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Nach Trump-Abfuhr: Der Machtkampf in Teheran droht zu eskalieren
Noch vor wenigen Tagen sprach der US-Präsident von «sehr produktiven» Gesprächen. Nun weist er das Angebot des Mullah-Regimes zurück. Bei diesem werden die Risse über den weiteren Kriegskurs immer tiefer.
«Ich lehne ihr Angebot ab.» Mit diesen Worten wies Donald Trump am Samstag am Fusse der Air Force One ein iranisches Verhandlungsangebot zurück, das die Strasse von Hormus binnen einer Woche wieder hätte öffnen sollen.
Zur Story