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Russland

Russland trifft Munitionsdepot – verliert bei Bachmut aber Territorium

Enorme Explosion in der Ukraine – Russland verliert Territorium

15.05.2023, 16:0115.05.2023, 16:01

Nach mehreren Wochen Pattsituation scheint das Momentum bei der umkämpften Stadt Bachmut in der Oblast Donezk in Richtung Ukraine zu kippen. Sowohl im Nord–, wie auch im Südwesten der Stadt konnten innerhalb einer Woche mehrere Quadratkilometer zurückerobert werden: «Unsere Einheiten haben mehr als zehn feindliche Stellungen nördlich und südlich von Bachmut eingenommen und ein grosses Waldgebiet bei Iwaniwske vom Feind gesäubert», teilte Vize-Verteidigungsministerin Hanna Maljar am Sonntag auf Telegram mit.

Grün: Die innerhalb einer Woche zurückeroberten Gebiete nördlich und südlich von Bachmut. Rot: die neu von Russland besetzten Gebiete.
Grün: Die innerhalb einer Woche zurückeroberten Gebiete nördlich und südlich von Bachmut. Rot: die neu von Russland besetzten Gebiete.bild: deep state maps/watson.ch

Vor allem im Süden scheinen die russischen Abwehrreihen deutlich angeschlagen. Sollten der Ukraine weitere Gebietsrückgewinne gelingen, könnte es schon in einigen Tagen zu der von Wagner-Chef Prigoschin befürchteten Einkesselung von Bachmut kommen.

Russland versucht derweil die Stadtruine von Bachmut komplett einzunehmen. Wagner-Söldner stiessen entlang der Levaneskoho Strasse innerhalb der letzten Woche eine Häuserzeile weiter in Richtung Südwesten vor. Zuvor wurde das Gebiet grossflächig mit Phosphorbomben beschossen. Die Dämpfe des weissen Phosphors sind schon bei geringer Dosis tödlich.

Mit einer Serie von Drohnen- und Raketenangriffen attackierte Russland auch am Wochenende weitere zivile und militärische Ziele in der Ukraine. Während des Euro-Vision-Song-Contests schlugen Raketen in Ternopil ein, dem Heimatdorf des ukrainischen Teilnehmers Tvorchi. Dies berichtete die britische Botschafterin vor Ort. Ausserdem traf es auch die Städte Kiew und Petropawliwka.

Nach einem Drohnenangriff am 13. Mai in der Nähe der Stadt Chmelnyzkyj, 120 Kilometer nördlich der rumänischen Grenze, kursierten auf verschiedenen Social-Media-Kanälen Videos zweier gigantischer Explosionen. Russische Milblogger feierten einen Treffer auf ein Munitionslager. Die Ukraine nennt das zerstörte Ziel eine «kritische Infrastruktur».

Wie das Institut for the Study of War meldet, handelt es sich beim Angriff bei Chmelnyzkyj um einen erneuten Versuch, die Frühjahresoffensive der Verteidiger zu verlangsamen oder gar zu verhindern.

Nachdem Russland monatelang zivile Infrastruktur wie die Strom- und Wasserversorgung ins Visier genommen hat, konzentriert es sich nun vornehmlich auf militärische Ziele.

An der Heimatfront in Russland bringt sich neben Wagner-Chef Prigoschin nun auch der rechtsextreme Blogger Igor Girkin alias «Strelkow» immer deutlicher in Stellung. Im April verkündete er die Gründung des «Clubs der wütenden Patrioten». Jetzt will er damit expandieren und seinen Einflussbereich vergrössern. Der Club der wütenden Patrioten glaubt, Russland steuere mit der aktuellen Führung in eine Niederlage in der Ukraine. In der Folge könnte das zu einem prowestlichen Putsch in Russland führen – was mit allen Mitteln zu verhindern sei.

(tog)

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Video: watson/Lucas Zollinger
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