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Russland

Prigoschin deutet Auflösung seiner Wagner-Söldnertruppen an

FILE - In this handout photo taken from video released by Prigozhin Press Service on Friday, March 3, 2023, Yevgeny Prigozhin, the owner of the Wagner Group military company, addresses Ukrainian Presi ...
Jewgeni Prigoschin meldet sich in vergangener Zeit beinahe täglich zu Wort.Bild: keystone

«Letzter Schritt»: Prigoschin deutet Auflösung seiner Wagner-Söldnertruppen an

Söldnerchef Jewgeni Prigoschin verkündete am Mittwoch, dass seine Wagner-Einheiten den Ostteil Bachmuts eingenommen haben. Nun kursiert ein Video, in dem Prigoschin andeutet, dass Wagner bald aufgelöst werden könnte.
09.03.2023, 07:3009.03.2023, 13:40

Prigoschins Truppen haben am Mittwoch laut eigenen Angaben die Eroberung des Ostteils der höchst umkämpften Ortschaft im Donbass zustande gebracht. Eine Bestätigung von ukrainischer Seite gibt es jedoch noch nicht und unabhängig verifiziert sind die Aussagen des Söldnerchefs ebenfalls nicht. In den vergangenen Tagen häuften sich aber die Anzeichen, dass der Ostteil der Stadt tatsächlich demnächst in russische Hände fallen könnte.

Auch lokale Nichtregierungsorganisationen, die eng in Verbindung mit den militärischen Einheiten vor Ort stehen, berichten gegenüber watson, dass der östliche Teil Bachmuts, der hinter dem Fluss Bachmutka liegt, vollends unter russischer Kontrolle liegt. In der Vergangenheit waren russische Truppen immer wieder vorgedrungen und zurückgedrängt worden.

Der Teil Bachmuts galt seit Monaten bereits als schweren Kampfgebiet und wurde als "graue Zone" bezeichnet. Die Gruppe Wagner war und ist vor allem hier und an der südlichen Front vor Bachmut aktiv.

«Der letzte Schritt der Wagnergruppe. Viele Dinge sind nicht für immer.»
Jewgeni Prigoschin

Die Teileroberung in der seit Wochen umkämpften Kleinstadt würde für die Wagnergruppe eine Erfolgsmeldung darstellen. Doch unmittelbar nach der Verkündung kursieren nun Gerüchte über eine mögliche Auflösung des Söldnerbataillons. Der Grund? Jewgeni Prigoschin selbst.

In einem Video, das unter anderem Anton Geraschenko, Berater des ukrainischen Innenministeriums, auf Twitter geteilt hat, spricht (wahrscheinlich) Prigoschin – so kann es zumindest ausgelegt werden – über die Zukunft seiner Truppe: «Der letzte Schritt der Wagnergruppe. Viele Dinge sind nicht für immer.» Laut dem deutschen Nachrichtenmagazin «Focus», das als Erstes über den Audiomitschnitt berichtete, konnten die Aufnahmen bisher nicht unabhängig verifiziert werden.

Prigoschin vergleicht den Kampf seiner Söldner mit jenem heroischen der 300 Spartaner oder jenem der Bogatyre, grossen Kriegern aus ostslawischen Legendenerzählungen. «Sie bleiben im Gedächtnis der Menschen. Und so wird es auch mit Wagner sein», schwadroniert der 61-Jährige in der Aufnahme, die mit Bildern von Soldaten und einem Panzer versehen und mit Explosionsgeräuschen im Hintergrund unterlegt ist.

Was die mutmasslichen Aussagen des Söldnerschefs tatsächlich über die Zukunft seiner Einheit aussagen, ist schwer einzuschätzen. Prigoschin schickt im Video erneut einen Seitenhieb in Richtung der staatlichen russischen Armee : «Im Moment hat die Welt noch keine gut ausgebildete russische Armee gesehen. Was wird passieren, wenn wir Bachmut eingenommen haben? Der Verteidigungsminister hat uns gesagt, dass wir danach mehr Handlungsspielraum haben werden.»

Ob dieser Handlungsspielraum einen Abzug der Wagnertruppen von der Front, eine Umstrukturierung oder Versetzung der Einheit oder eben die komplette Auflösung bedeutet, ist unklar. (con)

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