International
USA

London will 1000 Soldaten zusätzlich nach Norwegen verlegen

London will 1000 Soldaten zusätzlich nach Norwegen verlegen

Zum besseren Schutz der Arktis und des hohen Nordens will Grossbritannien die Zahl seiner in Norwegen stationierten Soldaten innerhalb von drei Jahren von aktuell rund 1'000 auf 2'000 verdoppeln.
11.02.2026, 07:0711.02.2026, 07:07

Das werde Verteidigungsminister John Healey heute bei einem Besuch eines britischen Stützpunkts in Norwegen nördlich des Polarkreises ankündigen, wie die Regierung in London mitteilte. Grossbritannien werde sich auch an der geplanten Nato-Mission «Arctic Sentry» (deutsch etwa: Wächter der Arktis) beteiligen.

British soldiers from the 16 Air Assault Brigade take part in the Swift Response 22 military exercise at the Krivolak army training polygon in the central part of North Macedonia, on Thursday, May 12, ...
Britische Soldaten bei einer Übung. (Archivbild)Bild: keystone

«Die Anforderung an die Verteidigung steigen und Russland stellt die grösste Bedrohung der Arktis und des hohen Nordens dar, die wir seit dem Kalten Krieg gesehen haben», erklärte Healey. Der russische Präsident Wladimir Putin baue die militärische Präsenz in der Region schnell aus, «inklusive der Wiedereröffnung alter Stützpunkte aus dem Kalten Krieg».

US-Präsident Trump hat Konflikt um Grönland angezettelt

Healey werde die Pläne für die neue Nato-Mission morgen bei einem Treffen mit den Verteidigungsministern des Bündnisses in Brüssel erörtern. Mit dem Einsatz will die Nato zur weiteren Deeskalation des bündnisinternen Konflikts um Grönland beitragen. US-Präsident Donald Trump beansprucht die zum Königreich Dänemark gehörende autonome Arktisinsel für die Vereinigten Staaten. Um diesen Anspruch durchzusetzen, drohte er zwischenzeitlich auch europäischen Nato-Verbündeten. Trump hat das Ansinnen unter anderem damit begründet, dass ansonsten Russland oder China zugreifen könnten.

Nach Angaben aus Kreisen des westlichen Verteidigungsbündnisses sind im Rahmen von «Arctic Sentry» vor allem zusätzliche Patrouillen mit Schiffen und Flugzeugen sowie Übungen zur Steigerung der Präsenz vorgesehen.

Die britische Regierung erklärte, dass im Rahmen einer kommenden Nato-Übung im März rund 1'500 Soldaten zeitweise nach Norwegen verlegt werden. Die Manöver in Norwegen, Finnland und Schweden werden die Fähigkeiten des Bündnisses stärken, wichtige Orte inmitten von Fjorden und Bergen zu verteidigen, wie es weiter hiess.

Norwegen bereits britischer Partner gegen Bedrohung aus Moskau

London und Oslo hatten erst im Dezember angekündigt, mit einer gemeinsamen Flotte die U-Boot-Abwehr zu verstärken. Das sei die Konsequenz aus der deutlich erhöhten Bedrohung britischer Gewässer durch russische Schiffe, teilte das Verteidigungsministerium in London damals mit.

Zuletzt war es immer wieder zu Zwischenfällen mit russischen Schiffen und U-Booten gekommen.

Auch Deutschland hatte mit Grossbritannien Ende vergangenen Jahres eine stärkere Kooperation vereinbart. Deutsche Seefernaufklärer vom Typ P-8 Poseidon – militärische Spezialflugzeuge zum Einsatz gegen U-Boote – sollen künftig von der schottischen Militärbasis Lossiemouth aus starten. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Flydubai-Pilot: «Konnte nicht so viele sterben lassen»
Der bei der Gewalttat in einer Flydubai-Maschine verletzte Pilot hat sich mit einer bewegenden Schilderung zum Ablauf der Beinahe-Katastrophe geäussert.
Demnach gelang es ihm trotz seiner schweren Stichverletzungen durch den Copiloten, die Cockpit-Tür zu öffnen. «Ich kämpfte in dem Moment um mein eigenes Leben, aber mir war auch klar, dass ich nicht so viele andere Menschen sterben lassen konnte», sagte Smit Machchhar in einem Videotelefonat mit dem indischen Premierminister Narendra Modi, das dieser auf der Plattform X teilte.
Zur Story