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Netflix will ihre Stimmen für KI – Deutsch-Synchronsprecher streiken

Netflix will ihre Stimmen für KI ohne Vergütung – Deutsch-Synchronsprecher streiken

Deutsche Synchronsprecher verweigern seit Januar 2026 die Zusammenarbeit mit Netflix. Der Grund: eine Vertragsklausel in Sachen künstlicher Intelligenz.
28.01.2026, 07:2028.01.2026, 11:31
Ein Artikel von
t-online

Aufgrund einer umstrittenen Vertragsklausel boykottieren deutsche Synchronsprecher derzeit die Zusammenarbeit mit Netflix. Diese Klausel würde dem Streaming-Dienst die Nutzung der Stimmaufnahmen für KI-Training ohne zusätzliche Vergütung erlauben.

A Netflix sign is displayed atop a building in Los Angeles, Wednesday, Dec. 17, 2025. (AP Photo/Jae C. Hong)
Warner Bros
Netflix will die Stimmen deutscher Synchronsprecher zum KI-Training benutzen.Bild: keystone

Die Synchronsprecherin Vivien Faber, bekannt aus dem Videospiel «Horizon Forbidden West: Burning Shores», machte den Konflikt öffentlich. Auf ihrem BlueSky-Profil schrieb Faber: «Das hat nun zur Folge, dass demnächst Serien und Filme auf Netflix ohne deutsche Synchro erscheinen.» Dies betrifft voraussichtlich nur Inhalte, die Netflix selbst produziert. Zugekaufte Filme und Serien werden in der Regel bereits vor dem Erwerb synchronisiert.

Netflix verlangt Zustimmung von Synchronsprechern

Nach Angaben des «Verbands Deutscher Sprecher:innen» (VDS) verlangt Netflix von seinen Sprechern die Zustimmung zur Verwendung ihrer Stimmen als Trainingsmaterial für Künstliche Intelligenz.

Mit dieser Technologie wäre es möglich, die Stimmen der Sprecher künstlich nachzubilden und sogenannte Deepfakes zu erstellen. Die Entwicklung ist mittlerweile so weit fortgeschritten, dass authentisch klingende Sprachaufnahmen ohne den ursprünglichen Sprecher generiert werden können.

Neue Verhandlungen noch in dieser Woche

Der VDS lehnt die Klausel entschieden ab. Der Verband fordert, dass Synchronsprecher diese ohne negative Konsequenzen für ihre Anstellung zurückweisen können. «Die Abgabe persönlicher Daten als Trainingsmaterial für KI-Systeme darf kein Branchenstandard werden», erklärte der VDS. «Es gibt viele Versionen der Zukunft und wir haben das Recht, sie mitzugestalten.»

Die Verhandlungen zwischen den Synchronsprechern und Netflix sollen noch in dieser Woche fortgesetzt werden.

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