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Klima-Aktivisten blockieren Verkehr in Bern – LKW fährt trotzdem weiter

Video: twitter/Renovate Switzerland

Sechs Klima-Aktivisten blockieren Verkehr in Bern – LKW fährt trotzdem weiter

11.10.2022, 10:5511.10.2022, 16:48

Sechs Klima-Aktivisten haben am Dienstagmorgen kurzzeitig den Verkehr in Bern-Wankdorf blockiert. Sie setzten sich auf eine Strasse und verursachten damit erhebliche Rückstaus auf der Autobahn.

Die Aktivisten blockierten ab 08.40 Uhr die Ausfahrt des unterirdischen Kreisverkehrs Richtung Ittigen, wie Magdalena Rast von der Kantonspolizei Bern auf Anfrage sagte. Drei Personen hätten sich an den Boden angeklebt. Die Polizei habe alle Aktivisten unverletzt von der Strasse lösen können.

Ein Demonstrant wird abgeführt:

Video: twitter/Renovate Switzerland

Ein Lastwagenchauffeur liess sich von den Demonstranten nicht gross beirren, wie Videoaufnahmen zeigen. Er fuhr einfach weiter, bis die Aktivisten aus dem Weg traten.

LKW fährt weiter trotz Demonstranten:

Video: twitter/Renovate Switzerland

Sie wurden für weitere Abklärungen auf die Wache gebracht. Die Polizei prüft nun, welche Straftatbestände im Raum stehen könnten. Laut Renovate Switzerland dauerte die Aktion eine halbe Stunde. Unter den Aktivistinnen war laut Rennovate Switzerland auch die Professorin Julia Steinberger. Sie doziert an der Uni Lausanne über ökologische Ökonomie.

Sie lässt sich laut Renovate Switzerland wie folgt zitieren: «Ich bin hier als Mutter, als Bürgerin, als Lehrerin und als Wissenschaftlerin. Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass die Bewohnbarkeit unseres Planeten vor unseren Augen zerstört wird.» Man müsse alles tun, um die Zukunft des Lebendigen zu retten. «Einschliesslich gewaltfreie Aktionen.»

Reaktionen gespalten

Die SVP findet die Aktion «billig und lächerlich». Sie habe ihren Reiz durch die dauernden Wiederholungen längstens verloren, wie Thomas Fuchs, Präsident der SVP Stadt Bern, auf Anfrage sagt. Man habe «keinerlei Verständnis für solche Aktionen von Leuten, die offenbar keiner Arbeitstätigkeit nachgehen und ihre Zeit dazu nutzen, andere Leute von ihrem pünktlichen Arbeitsbeginn abhält und Polizei und Sanität unnötig beschäftigt.»

Natalie Imboden, Praesidentin der Gruenen Kanton Bern, schreitet in Richtung Rathaus, an den Berner Regierungsrats- und Grossratswahlen, am Sonntag, 27. Maerz 2022 in Bern. Das Stimmvolk des Kantons B ...
Natalie ImbodenBild: keystone

Anders sehen das die Grünen. Für Nationalrätin Natalie Imboden müssten «friedliche Protestaktionen möglich sein». Imboden verstehe die Ungeduld, «denn die Klimapolitik in der Schweiz ist viel, viel zu zögerlich. Die Wissenschaft verlangt entschlosseneres Handeln.» Die Politik müsse endlich wirksame Massnahmen beschliessen.

Etwas neutraler tönt es bei der Universität Lausanne, der Arbeitgeberin der beteiligten Professorin Julia Steinberger. Man unterstütze das öffentliche Engagement der Uni-Mitarbeiter, heisst es da auf Anfrage. Die Uni Lausanne verweist in Sachen zivilen Ungehorsams auf das geltende Recht.

Bei der Blockade in Bern handelte es sich um die fünfte Aktion der Protestbewegung innerhalb einer Woche. Für besonderes Aufsehen sorgte am Samstag die Blockade der Zürcher Hardbrücke.

Rivella hat keine Freude am Logo-Klau
Die auffällige Ähnlichkeit des «Renovate Switzerland»-Logos mit dem Rivella-Brand, sorgt beim Erfrischungsgetränkehersteller für rote Köpfe. Rivella schreibt: «Uns ist es wichtig festzuhalten, dass Rivella in keinerlei Verbindung mit ‹Renovate Switzerland› steht. Der visuelle Auftritt der Aktivisten erinnert an das Markenlogo von Rivella Rot. Direkt nach der ersten Aktion haben wir uns bei ihnen gemeldet und unser Missfallen über die Wahl ihres Auftritts ausgedrückt. Auf rechtliche Schritte haben wir verzichtet, da wir den Aktivisten nicht noch mehr Publizität verschaffen wollen.»

(cma/sda)

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