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Der Bundesrat liebäugelt mit Corona-Spürhunden

Tierische Unterstützung gegen das Virus – der Bundesrat liebäugelt mit Corona-Spürhunden

In diversen Ländern erschnüffeln Hunde das Coronavirus. Bald könnten sie auch in der Schweiz zum Einsatz kommen. Am Universitätsspital Genf starten demnächst drei Tiere im Rahmen einer Studie ihr Training.
16.03.2021, 21:4016.03.2021, 21:40
Kari Kälin / ch media

Sie suchen Vermisste, schnuppern nach versteckten Drogen, finden Sprengstoff oder entdecken Spuren von Brandbeschleuniger: Hunde haben Supernasen, die Leben retten und Verbrechern das Handwerk legen. Und sie können vieles mehr – zum Beispiel Krebserkrankungen, Malaria oder Parkinson erschnüffeln. Kein Wunder, setzen diverse Länder auch im Kampf gegen das Coronavirus auf die geruchssensiblen Vierbeiner.

In der finnischen Hauptstadt Helsinki riechen ausgebildete Coronaspürhunde seit vergangenem September Proben, die Passagiere abgeben, indem sie ein feuchtes Tuch über ihren Arm streichen, wie die NZZ berichtete. Auch an Flughäfen in Dubai und Frankreich wirken Hunde als Coronadetektive.

The beagle bitch Djaka finds corona-positive samples with her sense of smell during a news conference at the University of Veterinary Medicine in Hannover, Germany, Thursday, Sept. 24, 2020. The Unive ...
Ein Hund schnüffelt an positiven Corona-Proben.Bild: keystone

In Südtirol fahnden sie in Altersheimen und Schulen nach Personen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben. Die Ergebnisse der Hundenasen werden durch einen gängigen Test bestätigt.

Erfahrungen aus Frankreich, Deutschland und anderen Ländern zeigen, dass ausgebildete Spürhunde fast 90 Prozent der Coronainfektionen entdecken.

Braucht es eine Gesetzesänderung?

Vielleicht setzt demnächst auch der Bundesrat auf Pandemiespürhunde. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) werde aufmerksam eine Studie verfolgen, die das Universitätsspital Genf aufgegleist hat, schreibt der Bundesrat in der Antwort auf eine Frage der freisinnigen Nationalrätin Isabelle Moret aus dem Kanton Waadt. Je nach Ergebnis wird das BAG prüfen, ob Spürhunde als zusätzliches Werkzeug zum Entdecken des Coronavirus eingesetzt werden. Das BAG würde abklären, ob dies eine Gesetzesänderung erforderte.

Die Vorteile der Schnelltests mit Hunden liegen auf der Hand: Sie sind billig, der unangenehme Nasen-Rachen-Abstrich oder das Spucken entfallen, und die Labore werden entlastet.

Vierbeiner der Armee und der UNO werden ausgebildet

Das Universitätsspital Genf wartet derzeit auf das grüne Licht der kantonalen Ethikkommission. Voraussichtlich ab Ende März wird es die Studie starten. Ausgebildet werden drei Hunde – einer stammt aus der Schweizer Armee, die beiden anderen aus dem Sicherheitsdienst der UNO. Während vier Wochen trainiert werden die Hunde in Genf und in Bern beim Kompetenzzentrum Veterinärdienst und Armeetiere. Sie erhalten Schweissproben vorgesetzt, die je zur Hälfte von gesunden und mit dem Coronavirus infizierten Personen stammen. Die Befunde der Hunde werden mit einem PCR-Test abgeglichen.

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In Helsinki sind am Flughafen bereits Corona-Hunde im Einsatz.Bild: keystone

Wo würden die Hunde idealerweise nach Viren schnüffeln? Nationalrätin Isabelle Moret sieht Einsatzmöglichkeiten insbesondere an Flughäfen oder bei Veranstaltungen. Das Universitätsspital Genf schreibt in einer Medienmitteilung, Spürhunde könnten losgeschickt werden, um mögliche Infektionsherde einzudämmen – etwa in Schulen, Alters- und Pflegeheimen oder Firmen. Auch in Rekrutenschulen oder bei Sportanlässen sieht das Universitätsspital Potenzial.

«Der Einsatz von Spürhunden ist eine günstige, einfache und sympathische Methode für den Nachweis einer Coronainfektion», sagt Manuel Schibler. Er ist leitender Arzt bei der Abteilung Infektionskrankheiten am Universitätsspital Genf und wirkt an der Studie mit. Das Erkennen des Virus bleibe neben der Impfung und den Verhaltensregeln ein wichtiges Instrument, um die Ausbreitung von Covid-19 einzudämmen. (aargauerzeitung.ch)

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