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«Sektion EU»: Neue SP-Gruppe will sich für EU-Beitritt einsetzen

«Sektion EU»: Neue SP-Gruppe will sich für EU-Beitritt einsetzen

27.05.2019, 08:0527.05.2019, 12:53

Mitten in der Diskussion um das umstrittene Rahmenabkommen zwischen der Schweiz und der EU hat sich in der SP eine neue proeuropäische Gruppierung gebildet, die einen EU-Beitritt der Schweiz befürwortet. Mitgründerin ist die frühere Berner SP-Nationalratspräsidentin Gret Haller.

Former President of the Swiss National Council Gret Haller speaks during the opening of the "Public Eye Awards", a counterevent to the World Economic Forum WEF in Davos, Switzerland, Wednesd ...
Gret Haller 2006 in Davos.Bild: KEYSTONE

Die Gruppe will am Dienstag in Olten SO erstmals an die Öffentlichkeit treten, wie die 71-jährige Publizistin und Ex-SP-Nationalrätin (1987-1994) in einem Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung» vom Montag erklärte.

«Ich bin überzeugt, dass der Moment kommen wird, in dem die Schweiz beitreten wird.»
Gret Haller

Die Gruppe habe sich im Rahmen der Sozialdemokratischen Partei als «Sektion EU» konstituiert, sagte Haller. Die Aktivitäten richteten sich nicht als Kritik gegen die SP, sondern sie seien eine Ergänzung. Die Gruppe will Kontakt zu anderen proeuropäischen Kräften in der Schweiz und im Ausland knüpfen.

Korrektur
In einer früheren Version des Artikels hiess es, dass der Schriftsteller Lukas Bärfuss der Vereinigung angehöre. Das ist so nicht korrekt. Lukas Bärfuss werde am Dienstag bei der Veranstaltung in Olten lediglich ein Gespräch mit «Sektion EU»-Mitglied Jonas Lüscher führen.

«Irgendwann wird der Bilateralismus zu kompliziert. Oder die Stimmberechtigten wollen endlich Einfluss nehmen auf die Gestaltung des EU-Rechts», erklärte die Juristin Haller, die vor dem Millennium mehrere Jahre als Botschafterin beim Europarat und als Ombudsfrau für Menschenrechte in Bosnien und Herzegovina amtete. «Ich bin überzeugt, dass der Moment kommen wird, in dem die Schweiz beitreten wird.»

Den Grund sieht sie unter anderem in der Vernetzung der schweizerischen Wirtschaft. Auch Klimapolitik, Datenschutz, Migration oder Terrorbekämpfung könne die Schweiz nicht im Alleingang bewältigen.

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Haller vergleicht die heutige Situation der Schweiz mit jener vor der Gründung des modernen Bundesstaats. «Die Kantone waren nicht mehr in der Lage, innerhalb der Kantonsgrenzen zu wirtschaften, aber trotzdem gab es welche – insbesondere die Katholisch-Konservativen –, die einen Zusammenschluss nicht wollten. Die Auseinandersetzung dauerte 30 Jahre. Mit dem bekannten Ergebnis.» (sda)

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