Wegen der Trockenheit: Badi in Uzwil SG beendet Saison vorzeitig
Die Trockenheit macht der Schweiz zu schaffen. In der St.Galler Gemeinde Uzwil sorgt dies nun für eine aussergewöhnliche Massnahme: Die Badi in Uzwil schliesst wegen des in der Region ausbleibenden Regens bereits am Sonntag – eigentlich wäre der Betrieb für zwei weitere Wochen geplant gewesen.
Die Gemeinde wolle dadurch ihre Verantwortung wahrnehmen, den Wasserverbrauch zu reduzieren, schreibt sie in einer Mitteilung auf ihrer Homepage. Das Problem: Der Betrieb der Badi braucht täglich zwischen 50'000 und 150'000 Liter Frischwasser. Dies entspreche etwa dem täglichen Bedarf von 1000 Menschen, rechnet die Gemeinde vor.
Die freiwillige Massnahme ist gemäss der Gemeinde nötig, um die Situation in der Gemeinde zu entschärfen. Die Trink- und Löschwasserversorgung in Uzwil und in der Region sei am Anschlag, heisst es in der Mitteilung. Nicht zuletzt, weil der Wasserverbrauch bei Hitze und Trockenheit deutlich höher ist als üblich. So habe sich der Wasserverbrauch in einzelnen Wohnquartieren in Uzwil während der Hitzewellen im Vergleich zum Normalverbrauch vervierfacht.
Da die eigene Versorgung den Bedarf teilweise nicht mehr habe decken können, habe man beispielsweise den regionalen Verbund «Gruppenwasserversorgung Vogelsberg» beanspruchen müssen. Auch die Nutzung von Grundwasser sei keine optimale Lösung, weil dessen Mengen nur geschätzt werden könnten.
Appell an die Bevölkerung
Die Schliessung der Badi sei nun der zweite Schritt in einem Kaskadenmodell, um die Lage unter Kontrolle zu haben, schreibt die Gemeinde. Zunächst habe man es mit Aufrufen zum Wassersparen versucht, was aber nicht den erwünschten Nutzen gebracht habe. Die Badi-Schliessung sei nun die zweite Phase. Damit wolle man einschneidende Verbote rund um den Wasserverbrauch, welche der letzte Schritt wären, verhindern.
Trotz der Schliessung der Badi richtet die Gemeinde zudem einen weiteren Appell an die Haushalte, auf nicht notwendigen Wasserverbrauch zu verzichten. «Wenn 14'000 Einwohnerinnen und Einwohner pro Tag auf ihren Verbrauch achten, beispielsweise für das kleine Geschäft konsequent die kleine Taste drücken, mit dem vollen Geschirrspüler statt von Hand abwaschen, hilft das viel», schreibt sie in der Mitteilung. Zudem appelliere man weiterhin, auf das Waschen des Autos, das Nachfüllen des Pools und das Bewässern des Hausrasens zu verzichten.
Andere Badis der Region bleiben offen
Mit ihrer Badi-Massnahme bleibt die Gemeinde Uzwil derweil vorerst ein Einzelfall. Das Freibad Oberuzwil bleibe offen, heisst es etwa in der Mitteilung. Wer ein Saisonabo in Uzwil hat, darf bis Saisonende dieses besuchen.
Zahlreiche weitere Freibäder in der Region erklärten zudem gegenüber dem «Tagblatt», man plane keine vorzeitige Schliessung. Geschlossen bleibt hingegen vorerst das Hallenbad in Oberuzwil, welches am Montag nach der Sommerpause hätte wiedereröffnet werden sollen. Dies wurde wegen des Wassermangels auf unbestimmte Zeit verschoben. (dab)
