Schweiz
Gesellschaft & Politik

Sondersession im Nationalrat: Oligarchen-Taskforce und Nazi-Symbol-Verbot

Bundespraesidentin Viola Amherd spricht bei der Ueberbringung der Neujahrsgruesse durch das Diplomatische Corps waehrend des traditionellen Neujahrsempfangs am Mittwoch, 10. Januar 2024, in Nationalra ...
Der Nationalrat startet heute in die Sondersession.Bild: keystone

Jagd auf Oligarchengelder und Nazi-Symbol-Verbot – darum geht es in der Sondersession

Die Teilnahme der Schweiz an der Repo-Taskforce im Zusammenhang mit Sanktionen gegen Russland, ein Verbot von extremistischen Symbolen und Dutzende Vorstösse: Das sind Themen der dreitägigen Sondersession des Nationalrates.
15.04.2024, 09:4615.04.2024, 09:46

Diese beginnt heute Montag und dauert bis und mit Mittwoch. Sondersessionen führen die eidgenössischen Räte durch, wenn ihnen die Zeit in den ordentlichen Sessionen nicht reicht, um ihre Geschäftslast zu bewältigen. Sondersessionen können auch nur von einer Kammer durchgeführt werden. Anders als der Nationalrat muss der Ständerat nicht «nachsitzen».

Knappes Mehr für Teilnahme an Taskforce

Die wichtigsten Geschäfte sind erst am Mittwoch traktandiert. Darunter ist die Motion von Franziska Ryser (Grüne/SG), die eine Teilnahme an der internationalen Taskforce zum Aufspüren russischer Oligarchengelder (Repo) fordert (Geschäftsnummer 22.3451). Die zuständige Kommission beantragt mit knappem Mehr ein Ja.

Die Mehrheit ist der Meinung, dass die Schweiz mehr tun muss, um sicherzustellen, dass die Sanktionen gegen Russland lückenlos umgesetzt werden. Die Minderheit findet, dass die aktuelle Zusammenarbeit mit der Taskforce ausreichend gut funktioniere. Sie hat zudem Bedenken in Sachen Unabhängigkeit der Schweiz.

Auch der Bundesrat lehnt die Motion ab und verweist auf die Schweizer Kontakte zu international besetzten Gremien, die sich mit der Durchsetzung der Sanktionen gegen Russland nach dem Angriff auf die Ukraine befassen. Die Sanktionen wurden nach dem Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 beschlossen.

Verbot von Gewalt-Symbolen

Ebenfalls am dritten Sessionstag debattiert der Nationalrat über ein Verbot von öffentlich verwendeten extremistischen, rassistischen und gewaltverherrlichenden Symbolen, anhand von drei Vorstössen. Die Rechtskommission will nationalsozialistische Symbole rasch verbieten und in einem zweiten Schritt weitere Gewalt-Symbole.

Symbole mit Bezug zum Nationalsozialismus und zum Dritten Reich seien einfacher identifizierbar als andere extremistische Symbole, schreibt die Kommission dazu. Dieses stufenweise Vorgehen versteht sie als Kompromissangebot an den Ständerat, der sich für eine umfassendere Regelung ausgesprochen hat.

Heute sind Symbole strafbar, wenn damit für eine rassistische Ideologie geworben wird. Das Parlament wollte bisher kein totales Verbot, insbesondere wegen der Schwierigkeit einer Definition der zu verbietenden Symbole (Geschäftsnummern 23.4318, 21'524 und 23'400).

Ebenfalls am dritten Tag ist eine Beschränkung des Verbandsbeschwerderechts traktandiert. Umweltorganisationen sollen gegen kleinere Wohnbauprojekte in Bauzonen nicht mehr Beschwerde führen dürfen. Heimat- und Landschaftsschützer wollen sich wehren gegen die Vorlage der Umweltkommission (Geschäftsnummer 19'409).

Die Mehrheit der Umweltkommission will mit Änderungen im Natur- und Heimatschutzgesetz verhindern, dass sich in Beschwerdeverfahren Parteien gegenüberstehen, die über sehr unterschiedliche Ressourcen verfügen. Der Bundesrat unterstützt die Vorschläge, einschliesslich der Ausnahmen, etwa für bedeutende Ortsbilder oder Biotope.

Diskussion über Legislaturplanung

Morgen Dienstag schliesslich befasst sich der Nationalrat mit der politischen Agenda bis Ende 2027 (Geschäftsnummer 23'082). Neben den Beziehungen zur EU, Finanzen und Klimaschutz will der Bundesrat in der Legislaturplanung Schwerpunkte setzen bei KI, Krisenmanagement, Energieversorgung und Wiederaufbau der Ukraine.

Für die übrige Zeit in der Sondersession will die grosse Kammer parlamentarische Vorstösse abtragen. Ihr liegen Listen mit Motionen und Postulaten aus mehreren Departementen vor. (sda)

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