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Gesellschaft & Politik

FDP und SVP sehen öffentlichen Verkehr bei Tempo 30 in Gefahr

FDP und SVP sehen öffentlichen Verkehr bei Tempo 30 in Gefahr

20.05.2022, 11:2420.05.2022, 11:24

Tempo 30 soll Bus und Tram nicht ausbremsen, fordern FDP und SVP in einer kantonalen Initiative. Zürcher Gemeinden, die ein tieferes Temporegime anordnen, sollen deshalb mehr Fahrzeuge einsetzen und die entstehenden Mehrkosten selber zahlen.

ARCHIV -- ZUM GESCHAEFTSJAHR 2017 DER ZVV STELLEN WIR IHNEN AM DIENSTAG, 26. JUNI 2018, FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG -- Traffic at Escher-Wyss-Platz in Zuerich, Switzerland, on July 3, 2017.  ...
Wenn der Verkehr aufgrund von Tempo 30 verlangsamt wird, sollten mehr Trams und Busse eingesetzt werden.Bild: KEYSTONE

Die am Freitag erfolgte Lancierung der Gesetzesinitiative ist insbesondere auf Bestrebungen der Städte Zürich und Winterthur zurückzuführen, die grossflächig Tempo 30 einführen wollen.

Durch Temporeduktionen auf Hauptverkehrsachsen verlangsame sich der öffentliche Verkehr (öV), die Angebotsqualität sinke und Anschlüsse könnten nicht mehr gewährleistet werden, halten FDP und SVP in einer Mitteilung fest. «Um die Fahrpläne einzuhalten, müssen auf denselben Kursen mehrere Fahrzeuge eingesetzt werden, das verteuert den öffentlichen Verkehr massiv.»

Gemäss der öV-Initiative «Damit in Zürich niemand stehen bleibt» sollen die Zürcher Gemeinden dafür besorgt sein, dass der öV weder durch bauliche Massnahmen noch durch Verkehrsanordnungen behindert oder verlangsamt wird. Falls sie dies dennoch tun, hätten sie «die sich daraus ergebenden Mehrkosten zur Aufrechterhaltung der Attraktivität des öffentlichen Verkehrs» selber zu tragen.

Der Transport des Bio-Rüeblis

Die Mobilität müsse im ganzen Kanton Zürich attraktiv gehalten werden, schreiben die Initianten. Mobilität sei zentral für «unsere hohe Lebensqualität und unseren Wohlstand».

Unter anderem der Gang ins Büro, der Kauf eines Handys und die Lieferung einer Waschmaschine seien ohne eine effiziente Verkehrsinfrastruktur nicht möglich. «Auch die Bio-Rüebli werden nicht mit dem Cargo-Velo in die Stadt geliefert», wird SVP-Kantonsrat Christian Lucek in der Mitteilung zitiert.

Mobilität wird gemäss Hans-Jakob Boesch, Präsident der FDP Kanton Zürich, oft nur mit Kosten und Schäden in Verbindung gebracht. Dass Mobilität aber einen riesigen Mehrwert schaffe, werde oft ausgeblendet. Ziel der öV-Initiative sei eine «zukunftsgerichtete Mobilität, mit einem zuverlässigen und finanzierbaren öV als einem zentralen Träger».

Hans-Jakob Boesch bei seiner Vorstellung als Kandidaten fuers Praesidium an der Delegiertenversammlung der FDP des Kanton Zuerich in Zuerich am Dienstag, 5. April 2016. (KEYSTONE/Walter Bieri)
Hans-Jakob Boesch.Bild: KEYSTONE

Damit die Initiative eingereicht werden kann, müssen die Initianten innert sechs Monaten 6000 Unterschriften sammeln. (saw/sda)

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