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Klimajugend fordert ehrgeizigeres Klimaziel – Polizei löst Streik auf

Klimajugend fordert in Bern ehrgeizigeres Klimaziel – Polizei löst Sitzstreik auf

19.03.2021, 12:2919.03.2021, 13:13

Klimademo in Bern – Polizei wendet sich an Demonstranten

Video: watson

In mehreren Schweizer Städten haben Klimaaktivistinnen und -aktivisten am Freitag mit Sitzstreiks für ehrgeizigere Ziele beim Klimaschutz demonstriert. In Bern musste die Polizei intervenieren, weil mehr als die bewilligten 15 Personen anwesend waren.

Die Aktion auf dem Waisenhausplatz in der Berner Altstadt war von den Behörden zugelassen worden - aber nur für maximal 15 Personen. So viele Menschen dürfen sich derzeit in der Schweiz im Freien treffen.

Demonstranten leisten der Polizei Folge

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Bild: watson/franzoni

Die Polizei forderte die ungefähr hundert anwesenden Aktivistinnen und Aktivisten deshalb bereits kurz nach Beginn der Veranstaltung auf, den Versammlungsort zu verlassen, wie Reporter von watson und der Nachrichtenagentur Keystone-SDA vor Ort berichteten. Viele der 200 bis 300 Demonstrierenden hätten sich dann in kleinere Gruppen auf dem Waisenhausplatz aufgeteilt.

Trotzdem führte die Polizei Personenkontrollen durch und nahm die Personalien der Demonstrierenden auf. Dies stiess nicht bei allen Anwesenden auf Verständnis: Sie hielten ja die Abstände ein und trügen Masken, kritisierte eine Aktivistin.

Aktionen in 20 Städten

Auch in St. Gallen versammelten sich weit mehr als die vom Bund erlaubten 15 Personen: Nach Angaben eines Keystone-SDA-Reporters vor Ort kamen in der Marktgasse in der Innenstadt rund 100 Aktivistinnen und Aktivisten zusammen.

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Bild: watson/franzoni

Aus Rücksicht auf die Corona-Vorschriften verzichteten die Organisatoren jedoch auf einen grossen Demonstrationszug, die Protestierenden bildeten stattdessen dezentrale Sitzstreiks. Ähnliche Aktionen waren in rund zwanzig Schweizer Städten geplant. Einige sollten bereits am Morgen beginnen, andere waren für den Nachmittag angesetzt.

Der internationale Streiktag steht weltweit unter dem Motto #NoMoreEmptyPromises, wie die Organisation Klimastreik Schweiz mitteilte. Denn trotz anhaltender Proteste falle die bisherige Bilanz «trübe» aus. Auch in der Schweizer Klimapolitik werde viel zu wenig gemacht. So sei das neue CO2-Gesetz «deutlich ungenügend».

Netto null bis 2030

Die Klimastreikbewegung strebt an, dass die Schweiz bis 2030 klimaneutral wird, also netto null CO2-Emissionen produziert. In der neuen Klimastrategie des Bundesrats hat sich die Landesregierung das Ziel gesetzt, die Schweiz bis 2050 in die Klimaneutralität zu führen. Das ist den Aktivisten zu wenig ambitiös.

Die Protestierenden fordern stattdessen einen «grundlegenden Wandel» hin zu einer «ökologischen und sozialen Gesellschaft». Anfang Jahr hatte die Klimastreikbewegung deshalb einen 377-seitigen Aktionsplan vorgestellt, der aufzeigen soll, wie das Ziel von null Treibhausgasemissionen bis 2030 zu erreichen ist. (nfr/aeg/sda)

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