Schweiz
ÖV

Fluss stellt Bau der neuen Lausanner Metro-Linie vor Probleme

Fluss stellt Bau der neuen Lausanner Metro-Linie vor Probleme

13.08.2021, 15:1913.08.2021, 17:09
epa08414947 Commuters wait for a metro at the metro m2 station and train CFF/SBB station during the spread of the pandemic Coronavirus (COVID-19) disease in Lausanne, Switzerland, Monday, May 11, 2020 ...
Bild: EPA

Lausanne will 2030 die neue Metrolinie m3 eröffnen. Das könnte schwieriger werden als gedacht, hat eine Umwelttechnikerin herausgefunden. Grund ist der unterirdische Fluss Flon, von dem viele Lausanner nichts wissen. Aber die EPFL-Diplomandin hat bereits eine Lösung.

Probleme beim Bau der m3 könnte insbesondere die Station Flon bereiten, bereits jetzt eine der am stärksten frequentierten Metrostationen der Westschweiz. Unter ihr liegt das Flusstal des Flon, das im 19. Jahrhundert zugeschüttet wurde - unter anderem, um Seuchen zu verhindern, die vom verschmutzten Wasser ausgehen könnten. Mit begraben wurde damals die untere Bogenreihe des Grand-Pont, dessen obere Reihe heute noch am Place de l'Europe zu sehen ist.

Der derzeitige Plan sieht vor, die m3-Linie knapp über dem bestehenden unterirdischen Gewölbe zu führen, in dem der Flon fliesst. Dazu müsste die Höhe des Gewölbes um etwa einen Meter abgesenkt werden. Das freilich würde die Raumkapazität in einem Mass verringern, dass die unterirdische Kloake einem Hochwasserereignis nicht mehr wie bisher standhalten könnte, wie Leona Repnik in ihrer akklamierten Masterarbeit nachgewiesen hat.

Physikalisches Modell als Realitätscheck

Mittels einem am Computer numerisch erstellten und danach physikalisch nachgebauten 3D-Modell konnte Repnik nachweisen, dass auch der Boden des Kloakengewölbes abgesenkt werden müsste. Repniks numerisches Modell ermöglichte es ihr, verschiedene Parameter wie Höhe und Breite des Gewölbes, Luft- und Wassereigenschaften, Oberflächenbeschaffenheit und Strömungsturbulenz zu definieren.

Anschliessend überprüfte sie die Ergebnisse des Computers anhand eines physischen Modells, das im Massstab 1:20 in der Halle der EPFL-Plattform für Wasserbau konstruiert wurde. «Es war sehr befriedigend zu sehen, wie sich die Ergebnisse meiner numerischen Simulation in der Realität auswirkten, als das Wasser durch das physikalische Modell floss», freute sich Repnik gemäss einer Mitteilung vom Freitag. (aeg/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Breiter Widerstand gegen Musks Starlink-Pläne im Wallis
Elon Musks Unternehmen SpaceX will im Wallis eine der grössten Starlink-Bodenstationen Europas errichten. Dagegen wächst der Widerstand: Politiker von SP bis SVP stellen das Projekt infrage. Auch aus der Region gibt es Gegenwehr.
40 Antennen will SpaceX im Walliser Leuk aufstellen. Sie sollen als Verbindung zwischen dem herkömmlichen Internet und dem Satellitennetzwerk Starlink dienen. Obwohl Starlink in der Schweiz auch ohne die neue Anlage funktioniert, soll Leuk damit zu einem wichtigen europäischen Knotenpunkt des Systems werden.
Zur Story