Schweiz
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Niesen-Bahn defekt: 140 Personen vom Niesen per Helikopter evakuiert

Längste Standseilbahn Europas defekt: 140 Personen vom Niesen per Helikopter evakuiert

Wegen eines technischen Defekts mussten am Samstagabend rund 140 Personen mit dem Helikopter vom Niesen ins Tal geflogen werden. Die Standseilbahn im Berner Oberland steht auch am Sonntag still.
20.08.2023, 07:4420.08.2023, 08:29

Der Niesen am Thunersee ist ein beliebtes Ausflugsziel. Seit über 110 Jahren fährt die Niesenbahn die Gäste auf den markanten Berg im Berner Oberland. Am Samstagabend ging jedoch plötzlich nichts mehr: Die Standseilbahn stand still.

Niesen-Bahn Bern
Die längste Standseilbahn Europas (3500 Meter) fährt seit 1910 auf den Niesen.Bild: keystone

Etwa um 19.30 Uhr trat der technische Defekt an der Bahn auf. Der Defekt im Elektroantrieb ereignete sich in der ersten Sektion der Standseilbahn. Die ganze Nacht und auch am Sonntagmorgen konnte das Problem nicht behoben werden. Zum Zeitpunkt des Ausfalls waren noch rund 150 Gäste im Berggasthaus Niesen-Kulm.

Weil das Gasthaus voll besetzt war, konnte das Berghaus die festsitzenden Gäste nicht aufnehmen, wie Geschäftsführer Urs Wohler gegenüber «20 Minuten» sagt. Er bot daraufhin die Rega auf, welche rund 140 Gäste an den Flugplatz Reichenbach ausflog. Er habe die Anweisung gegeben, dass zuerst Schwangere, Kinder, dann Ältere und Gäste mit ÖV-Anschlüssen transportiert werden.

Rund 150 Gäste waren auf dem Niesen, als die Bahn ausfiel.
Rund 150 Gäste waren auf dem Niesen, als die Bahn ausfiel.Bild: keystone

Mit zwei Helikopter habe man die Gäste ab 22.40 Uhr auf den Flugplatz Reichenbach ausgeflogen, wo sie per Bus und Autos an ihre Bestimmungsorte chauffiert worden seien. Um 01.30 Uhr war die Evakuation laut Angaben der Niesenbahn abgeschlossen. Die Sicherheit der Gäste und Mitarbeitenden sei jederzeit gewährleistet gewesen.

Die Arbeiten zur Fehlerbehebung wurden in der Nacht unterbrochen. Inzwischen sind laut dem Geschäftsführer der Niesenbahn, Urs Wohler, Spezialisten auf dem Berg, um den Fehler an der Anlage zu suchen und zu beheben. Wie lange der Betrieb unterbrochen sein wird, ist derzeit noch unklar.

Erste Priorität hätten in solch einer Situation die Gäste, so Wohler weiter. «Das ist natürlich extrem ärgerlich.» Bereits 2019 mussten Gäste vom Niesen evakuiert werden wegen eines Schadens an der Bahn, damals gegen 300 Personen. Gemäss Wohler machte damals jedoch die Kupplung Probleme, dieses Mal handle es sich um ein Problem mit der Elektronik.

Wann die Bahn den Betrieb wieder aufnehmen kann, ist derzeit unklar. (aargauerzeitung.ch/sda)

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