Schweiz
Schule - Bildung

ETH Zürich droht weiterer Professorin mit der Kündigung

Nach Vorwürfen in Interview: ETH Zürich droht weiterer Professorin mit der Kündigung

An der ETH Zürich soll einer zweiten Professorin mit der Kündigung gedroht worden sein. Dass dies mit einem Interview im Zusammenhang stehen würde, bei dem sie happige Vorwürfe gegenüber der Hochschule machte, bestreitet die Schulleitung.
13.05.2019, 15:4513.05.2019, 15:45
Sven Hoti / ch media
Ursula Keller, Professorin am "Institute of Quantum Electronics", ETH Zuerich spricht waehrend eines Oeffentlichen Podiumsgespraechs betitelt als "berufe: frauen koennen alles", im ...
Ursula KellerBild: KEYSTONE

Schriftlich habe der ETH-Präsident der Physikerin Ursula Keller mitgeteilt, dass die Hochschule ihre Entlassung in Betracht zieht, sagt Keller zur «NZZ am Sonntag». Dies stehe im Zusammenhang mit einem Interview mit dem Online-Magazin «Republik», in welchem sie schwerwiegende Vorwürfe gegenüber der ETH erhob. Darin sprach sie über Sexismus und Korruption an der ETH. Zudem verteidigt sie ihre Kollegin, die Professorin für Astrophysik Marcella Carolla, der wegen Mobbing-Vorwürfen gegenüber Doktoranten und Post-Docs ebenfalls die Kündigung droht. «Mit einem männlichen Professor wäre man anders umgesprungen», sagte sie zur «total überzogenen Reaktion» der Hochschule in diesem Fall.

In einem internen E-Mail bezeichnet der ETH-Präsident Joël Mesot ihre Vorwürfe als «Schlag ins Gesicht all derjenigen, die täglich ihr Besten geben». Er beantragte beim ETH-Rat eine Untersuchung der Vorwürfe.

Nun hat Keller aber gemäss eigenen Angaben bereits vor Abschluss der Untersuchung die Kündigungsandrohung erhalten. Wieso könne die ETH «aus juristischen Gründen» nicht sagen, sagt Sprecherin Vanessa Bleich zur «NZZ am Sonntag». Gleichzeitig dementiert sie Kellers Aussage, man habe ihr wegen des Interviews die Kündigung angedroht. «Diese Aussage ist nicht korrekt.»

Weitere Untersuchungen im Gange

Auch an der ETH Lausanne habe man Untersuchungen eingeleitet, sagt eine Sprecherin zur «NZZ am Sonntag». Dabei würden alle 17 Administrativuntersuchungen der letzten zwölf Jahre auf ihre Richtigkeit hin überprüft.

Gemäss des Zeitungsberichts habe sich zudem die Eidgenössische Finanzkontrolle der Causa ETH angenommen. «Aufgrund diverser Hinweise und Meldungen» prüfe man die zielführende Mittelverteilung an die Professorinnen und Professoren an den beiden Hochschulen. Keller hatte im Interview mit der «Republik» bereits angetönt, dass Frauen an der ETH bei der Budgetverteilung benachteiligt würden. Frauen, die sich wehrten, würden als «schwierige Person» bezeichnet.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Der Zuse Z4 an der ETH Zürich
1 / 5
Der Zuse Z4 an der ETH Zürich
Der Zuse Z4 ist der erste Computer der ETH Zürich. Der Rechner wird 1950-1954 eingesetzt. (bild: eth-bibliothek zürich, bildarchiv / fotograf unbekannt / ans_00590-a / cc by-sa 4.0)
quelle: eth-bibliothek zürich, bildarchiv
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Das erste mit Robotern und 3D-Druck gebaute Haus
Video: srf
Atemwegsinfekte in der Schweiz: Die wichtigsten Zahlen im Überblick
Welche Viren sind in der Schweiz gerade unterwegs und wie stark? Die wichtigsten Zahlen des Bundesamts für Gesundheit auf einen Blick.
Wie viele Menschen in der Schweiz wegen eines akuten Atemwegsinfekts ärztlich behandelt werden, zeigt die Auswertung der Sentinella-Meldungen. Sie unterscheidet zwischen allen akuten Atemwegserkrankungen (ARI) und den grippeähnlichen Erkrankungen (ILI), die eine Teilmenge davon sind. Der Vergleich der beiden Kurven macht sichtbar, wie stark die Belastung durch Atemwegsinfekte insgesamt ist und welcher Anteil auf grippeähnliche Verläufe entfällt.
Zur Story