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Corona-Impfung: Sind nach Risikogruppen bald die Spitzensportler dran?

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) führt gemeinsam mit Partnern am 8. November einen nationalen Impftag gegen Grippe durch. (Symbolbild)
Bild: KEYSTONE

Nach Risikogruppen und Gesundheitspersonal könnten auch Sportler bald geimpft werden

19.12.2020, 16:2720.12.2020, 15:30

Die Schweiz ist das erste Land weltweit, das einen Corona-Impfstoff im ordentlichen Verfahren zulässt. Heute wurde bekannt, dass das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic den Impfstoff von Pfizer/BioNTech in der Schweiz zugelassen hat. Noch in diesem Monat soll bei Personen aus der Risikogruppe schrittweise mit Impfungen begonnen werden, ab dem 4. Januar soll der Impfstoff dann schweizweit für die besonders gefährdeten Personen zur Verfügung stehen.

Nach der Risikogruppe wären dann das Gesundheitspersonal mit Patientenkontakt sowie Betreuungspersonal und die engsten Kontakte der besonders gefährdeten Personen dran. Aber auch gewisse Spitzensportler könnten schon bald an der Reihe sein.

Patrick Noack, Chief Medical Executive Officer von Swiss Olympic, sagt gegenüber SRF: «Ich könnte mir vorstellen, dass gewisse Fluggesellschaften – also gewisse Länder, wenn wir in Richtung Olympische Spiele in Tokio 2021 schauen – eine Impfpflicht einführen.» Die Sportler – insbesondere jene, die viel reisen – würden so in den nächsten Monaten praktisch zu einer Impfung genötigt.

Walter Kistler, Teamarzt beim HC Davos, geht sogar so weit zu sagen, dass Spitzensportler eine Art Risikogruppe sind: «Wenn man immer an der Grenze der Leistungsfähigkeit ist, leidet auch das Immunsystem ein wenig. Insofern kann man das gut rechtfertigen.»

Zurückhaltung in Deutschland

Die Mehrheit der Schweizer Sportlerinnen und Sportler stehe einer Impfung positiv gegenüber. Noack verstehe die Skepsis sowieso nicht: «Wenn jemand in Kenia Safari machen will und eine Gelbfieber-Impfung braucht, kräht kein Hahn danach. Dann ist es einfach so. Hat man die Impfung nicht im Büchlein, kann man wieder umkehren.» Mit Covid-19 werde das am Ende genau gleich sein.

In Deutschland wird das Thema ebenfalls diskutiert. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts «YouGov», sprachen sich 66 Prozent der Befragten gegen eine bevorzugte Impfung von Spitzensportlern aus. «Ich finde es nicht unproblematisch, dass Sportler zuerst geimpft werden, damit sie dem Profisport nachgehen können», sagte der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach gegenüber der «Zeit». Dem stimmte auch Turnierin Elisabeth Seitz zu: «Wir haben den Traum, zu Olympia zu gehen. Trotzdem sollte das, was für die Gesellschaft das Wichtigste ist, im Vordergrund bleiben.»

In Nordamerika gab es zuletzt Aufregung, als bekannt wurde, dass die NHL plane, selbst Impfdosen zu kaufen, um Spieler und Trainer zu impfen. Erst später wurde klargestellt, dass diese Pläne zwar vorhanden sind, aber erst, sobald der Impfstoff auch für Privatkunden erhältlich ist. (abu)

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