Wirtschaft
Schweiz

SBB: Zugsausfälle wegen Lokführer-Mangel

People wearing protective mask get out a SBB CFF train during the coronavirus disease (COVID-19) outbreak, at the train station CFF in Lausanne, Switzerland, Monday, July 6, 2020. In Switzerland, from ...
Bei den SBB fehlen Lokführer – deshalb fallen täglich Züge aus.Bild: keystone

Pro Tag fallen 125 SBB-Züge aus, weil es keinen gibt, der sie fahren kann

Die SBB haben Personalmangel: Weil den Bundesbahnen Lokführerinnen und Lokführer fehlen, muss sie täglich Züge streichen. Schuld seien unter anderem Fehler in der Planung und die Coronakrise.
19.08.2020, 09:3519.08.2020, 12:58

Die Voraussagen haben sich bewahrheitet: Bereits Ende 2019 hat der Lokführer-Verband davor gewarnt, dass sich die Situation rund um die fehlenden Lokführer zuspitzen könnte. Und das hat sie getan. Recherchen des Magazins «K-Tipp» zeigen: Die SBB streichen pro Tag 125 Züge wegen Lokführermangel.

Vor allem morgens und abends haben die SBB Züge gestrichen oder sie nach dem Shutdown gar nicht wieder eingeführt. Dies seit August und gleich in mehreren Regionen der Schweiz.

Ein Beispiel: Auf der Strecke Zürich - Regensdorf-Watt fallen pro Tag 10 Züge aus, auf der Linie Zürich - Muri sind es 14. Zwischen Genf und Coppet VD fehlen gar 76 Verbindungen.

SBB-Mediensprecher Rafael Hirt bestätigt die Recherchen des «K-Tipps» gegenüber dem «SRF». «Der Grund sind Fehler in der Planung der Ausbildung von Lokführerinnen und Lokführern», erklärt er. «Wir brauchen pro Jahr 100 neue Lokführerinnen und Lokführer.»

Raffael Hirt, Mediensprecher der SBB, gibt teilweise auch dem Coronavirus für die Zugausfälle schuld. - Screenshot/SRF
Raffael Hirt, Mediensprecher der SBB, gibt Fehler in der Planung zu.Bild: screenshot srf

Die Ausfälle werden wohl noch eine Zeit andauern. «Die Ausfälle dauern teils bis Mitte September, teils auch bis zum Fahrplanwechsel im Dezember», sagt Hirt. Faktisch wird es aber bis Mitte 2021 dauern, bis wieder genügend Lokführerinnen und Lokführer vorhanden wären.

«Corona schränkt die Ausbildung immer noch ein»

Auch die Coronakrise sei schuld. «Corona schränkt die Ausbildung immer noch ein», sagt Hirt. Das Social Distancing verzögere die Ausbildung – man dürfe zurzeit nicht mit der normalen Anzahl Personen in den Führerstand.

Dies bestätigt auch der Präsident des Lokführer-Verbandes Hubert Giger: «Die Coronakrise verzögerte die Ausbildung ganz klar um einen bis zwei Monate», sagt der Lokführer gegenüber dem SRF. Das sehe man auch unter anderem daran, dass Züge gestrichen werden, obwohl es durch den Ausfall des Eventverkehres und der Nachtzüge eigentlich eher weniger Lokführerinnen und Lokführer bräuchte. «Das deutet schon darauf hin, dass viel zu wenige Lokführer vorhanden sind», unterstreicht Giger.

Die SBB empfehlen Pendlern, stets den Online-Fahrplan zu kontrollieren. (cki)

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