Sport
Eishockey

ZSC-Goalie Hrubec wird einigen Torhütern in der NL Betrug vor

Lions Goalie Simon Hrubec, beim Eishockey-Qualifikationsspiel der National League, zwischen den SCL Tigers und den ZSC Lions, am Freitag, 18. September 2026, in der Emmental Versicherung Arena in Lang ...
Simon Hrubec erhebt Betrugsvorwürfe gegen die National-League-Goalies.Bild: keystone

Bschiss-Vorwurf gegen Eishockey-Goalies: Hrubec und Hughes verlangen strengere Kontrollen

ZSC-Goalie Simon Hrubec wirft einigen Torhütern der National League vor, bei ihrem Schutz zu schummeln. SCB-Keeper Connor Hughes stützt ihn und fordert strengere Kontrollen. Die Liga verweist auf Plomben und Stichproben.
16.10.2026, 11:0216.10.2026, 11:02

Auslöser ist eine Kolumne, die Simon Hrubec (35) im Frühling in seiner Heimat Tschechien veröffentlichte. Darin kritisierte der zweifache Meisterkeeper der ZSC Lions die Ausrüstungsregeln der National League. Einige Torhüter sollen sich mit zusätzlicher Fläche an den Protektoren unerlaubte Vorteile verschaffen, die Kolumne sprach von «Goalie-Doping». Gegenüber Blick sagt Hrubec, vor der Saison gebe es den Stempel, dass alles regelkonform sei. Danach könne man mit der Ausrüstung machen, was man wolle. Wer die «Täter» seien, sei für Goalie-Kenner auf den ersten Blick offensichtlich. Namen wolle er nicht nennen.

Das Hauptproblem

Hrubec sieht das Hauptproblem im System. Zusätzliche Polster im Brustschutz seien für Schiedsrichter ohne tiefes Detailwissen kaum zu erkennen. Ein blaues Siegel bedeute nicht, dass nach der Lieferung durch den Ausrüster nichts verändert wurde. Er wäre damit einverstanden, dass seine eigene Ausrüstung vor jedem Spiel gemessen wird.

Nach der Kolumne meldeten sich laut Hrubec viele Goalies bei ihm. Einige Schweizer schrieben, es nerve sie schon lange, aber sie seien zu brav, um darüber zu sprechen.

Hughes: «Das System muss angepasst werden»

Rückendeckung bekommt Hrubec von SCB-Keeper Connor Hughes (30). Laut Blick pflichten auch Biels Harri Säteri und Fribourgs Ludovic Waeber bei. Hughes sagt, es sei teils fragwürdig, womit einige in der Schweiz durchkämen, und man erkenne auf dem Eis, wer grösser wirke. Namen nennt er ebenfalls keine, er habe keine Beweise.

Torhueter Connor Hughes (SCB) im Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem SC Bern und dem Geneve-Servette HC, am Freitag, 2. Oktober 2026 in der PostFinance Arena in Bern. (KEYST ...
Auch Connor Hughes ist mit den aktuellen Regeln nicht ganz zufrieden.Bild: keystone

Er glaube aber, dass einzelne Goalies bewusst zu weit gingen, etwa mit mehreren Schulterpolstern, damit der Oberkörper grösser aussieht. Er sei in seiner Schweizer Karriere nur ein- oder zweimal kontrolliert worden, dabei sei jeweils nur das blaue Siegel geprüft worden. Die geltenden Regeln hält er nicht mehr für zeitgemäss: «In der Schweiz kann grundsätzlich jede Grösse bestellt werden, solange sie den IIHF-Regeln entspricht.»

«Diese Regeln sind aus meiner Sicht jedoch nicht mehr zeitgemäss.»
Connor Hughes

Der Vergleich mit der NHL

In der NHL, so Hughes, wird die Goalie-Ausrüstung von der Liga nachgemessen und von Liga-Manager Kay Whitmore mit dessen Initialen signiert. Der frühere Goalie kenne die Körpermasse jedes Torhüters, nichts Grösseres sei erlaubt, Änderungen müssten genehmigt werden.

Die National League zeigt sich mit dem Status quo zufrieden. Die Ausrüstung wird gemäss Liga-Direktor Denis Vaucher von den Ausrüstern mit einer Plombe versehen und stichprobenartig kontrolliert. (car)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Der «MTV Photo Booth» anno dazumal
1 / 15
Der «MTV Photo Booth» anno dazumal

Los! Wen kennst du noch?

quelle: r/popculturechat
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Trumps Pressesprecherin über ihren holprigen Start
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Sierre verzichtet – eine gute Neuigkeit für Kloten und andere Sorgenkinder
Titelverteidiger und Tabellenführer Sierre stellt kein Aufstiegsgesuch. Das bestätigt Sierres Manager, Sportchef und Coach Chris McSorley. Eine wahrlich eine gute Nachricht für die National League. Es wird im nächsten Frühjahr keinen Absteiger geben.
Die Klubs der Swiss League können noch bis Ende Oktober ein Aufstiegsgesuch bei der Lizenzkommission der National League einreichen. Dieses Gremium entscheidet dann, ob der Gesuchsteller aufstiegsfähig ist. Geprüft werden Infrastruktur (eine Arena mit einem Fassungsvermögen von mindestens 5000 Plätzen) und die wirtschaftliche Stabilität (ein Budget von mindestens 10 Millionen ist erforderlich).
Zur Story