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Das Messi-Drama: Ablösefrei oder nicht, das ist hier die Frage

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Lionel Messi will Barcelona verlassen, doch noch gibt es ein paar Fragen zu klären.Bild: www.imago-images.de

Messi-Drama spitzt sich zu – ablösefrei oder 700 Millionen, das ist hier die Frage

Die Transfersaga um Lionel Messi geht weiter. Nachdem die spanische Liga gestern auf eine Ablösesumme von 700 Millionen Euro hinwies, berichten Medien heute, er könne ablösefrei gehen. Kommt es am Ende gar zu einem Rechtsstreit?
31.08.2020, 14:4731.08.2020, 18:11

Kann Lionel Messi den FC Barcelona am Ende doch ablösefrei verlassen? Das jedenfalls berichten heute mehrere Medien wie der argentinische Fernsehsender TyC Sports, die französische Sportzeitung «L'Equipe» und das spanische Blatt «Onda Cero» übereinstimmend. Sie widersprechen damit der spanischen LaLiga, die gestern auf eine Ausstiegsklausel im Arbeitspapier des 33-jährigen Argentiniers hinwies, nach der auch bei Messis einseitiger Kündigung eine Zahlung von 700 Millionen Euro an den FC Barcelona zu leisten sei.

In den Berichten wird die Vertragsklausel jedoch folgendermassen zitiert: «Diese Entschädigung gilt nicht, wenn die Kündigung des Vertrags durch einseitige Entscheidung des Spielers zum Ende der Saison 2019/20 wirksam wird.» Das würde bedeuten, dass Messi den Verein nach seiner Kündigung ohne Kompensation verlassen darf.

Wie die Fussball-Zeitschrift «Sport» aus Barcelona wissen will, steht sein weiterer Karriereweg bereits fest. Messi soll sich für ein Angebot der City Football Group entschieden haben, das beinhaltet, dass er erst drei Jahre für Manchester City und seinen Ex-Trainer Pep Guardiola aufläuft und danach zum Schwesterverein New York City FC in die amerikanische MLS wechselt. Sein Bruttogehalt soll jährlich rund 100 Millionen Euro betragen. Ausserdem soll City bereit sein, Messi für die Unterschrift ein Handgeld von 250 Millionen Euro zu bezahlen. Doch dafür müsste Messi eben ablösefrei gehen können.

Mit City-Trainer Pep Guardiola soll «La Pulga» gemäss der «Times» bereits telefoniert haben. Das bestätigte nun auch Cristobal Soria, ein Ex-Delegierter des FC Sevilla, in der Talk-Sendung «El Chiringuito»: «Der Anruf fand statt und Messi sagte zu Pep: ‹Ich will die nächsten beiden Ballon d'Or gewinnen und das kann ich nur mit dir.›» Unter Guardiola spielte Messi schon von 2008 bis 2012 in Barcelona. Neben zahlreichen nationalen Erfolgen gewann das Duo auch gemeinsam zweimal die Champions League.

Cristobal Soria glaubt zu wissen, was zwischen Messi und Guardiola gesagt worden ist.
Cristobal Soria glaubt zu wissen, was zwischen Messi und Guardiola gesagt worden ist.bild: screenshot youtube

Messi tritt in Trainingsstreik

Dass der sechsfache Weltfussballer den FC Barcelona, für den er seit 20 Jahren tätig ist, wirklich verlassen will, bekräftige Messi gestern noch einmal mit dem Fernbleiben vom obligatorischen Coronatest vor dem Trainingsstart seines Noch-Arbeitgebers. Damit stand auch fest, dass Messi heute um 17.30 Uhr auch nicht an der ersten Trainingseinheit der neuen Saison im Trainingszentrum Ciutat Esportiva Joan Gamper teilnehmen wird. Nach dem verpassten Test ist das laut den Sicherheitsregeln der Primera Division nämlich verboten.

Der Test- und Trainingsboykott hat den Streit zwischen Messi und Barcelona auf eine neue Stufe gebracht. Die Chefetage des Klubs um Präsident Josep Bartomeu werde bald zusammenkommen, um über mögliche Konsequenzen zu beraten, so spanische Medien. Auch Sanktionen seien möglich, zudem könnte bald ein langer Rechtsstreit folgen.

Gemäss einer Analyse der Fachzeitung AS spielt Messi derzeit ein gefährliches Spiel. Er riskiere nicht nur Sanktionen verschiedener Art, sondern setze auch sein Barça-Vermächtnis und die Liebe der Fans aufs Spiel. Obwohl Bartomeu bei den Anhängern alles andere als beliebt sei, seien inzwischen immer mehr Fans nicht mehr allzu gut auf Messi zu sprechen.

View of the statue of Ladislao Kubala before an advertising poster depicting Barcelona s FC Argentine forward Lionel Messi C in Barcelona, Spain, 28 August 2020, days after he requested the club for t ...
Müssen sie Messi in Barcelona bald von den Plakatwänden holen?Bild: www.imago-images.de

Das scheint zu stimmen: Zu einem Protest gegen Klub-Boss Bartomeu und für den Verbleib von Messi erschienen am Sonntag vor dem Camp Nou nur noch gut ein Dutzend Fans. Nach Bekanntwerden von Messis Wechselwunsch waren es noch deutlich mehr.

In Barcelona werden derweil Erinnerungen an einen Fall aus den 1980er-Jahren wach. Damals probte der deutsche Superstar Bernd Schuster wegen eines Streits mit dem damaligen Klub-Boss José Luis Nunez den Aufstand – und durfte eine ganze Saison nicht mehr spielen: Der «Blonde Engel» wechselte schliesslich im Sommer 1988 nach acht Jahren bei Barça im Streit zum Erzrivalen Real Madrid. Wird nun auch Messi auf Eis gelegt? Unvorstellbar ist im Drama um den einstigen Klubliebling momentan nichts mehr. (pre/t-online)

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