Remo Freuler wie Daniel Düsentrieb: Die Noten der Nati-Spieler beim 2:1 gegen Slowenien
Gregor Kobel, Note 4,5
Im Unterschied zu den beiden 3:0-Siegen in Nordmazedonien und Schottland ist er nicht komplett beschäftigungslos. Wahnsinnig viel zu tun bekommt er gegen die Slowenen aber nicht. Beim Gegentor hat er kaum eine Abwehrchance. Glück hat er unmittelbar nach der Pause bei einem abgelenkten Schuss von Danijel Sturm, der ihn auf dem falschen Fuss erwischt hätte, aber knapp am Pfosten vorbeirauscht. Entscheidend ist indes seine Parade in der 90. Minute gegen FCB-Stürmer Can Celar.
Zachary Athekame, Note 4
Welch ein Zauberpass mit der ersten Ballberührung. Doch kurz darauf hebt er vor dem 0:1 das Offside auf. Wenig später rehabilitiert er sich für seinen Stellungsfehler, als er überragend gegen Sloweniens besten Spieler, Danijel Sturm, rettet. Insgesamt ist Athekames Auftritt nicht so auffällig wie bei den letzten beiden Auswärtssiegen.
Nico Elvedi, Note 4,5
Als die Slowenen in der 2. Minute in Führung gehen, lässt er Torschütze Vipotnik viel zu viel Raum. Immerhin: Es bleibt sein einziger Fehler. Eine Viertelstunde vor Schluss reklamiert er nicht ganz zu Urecht einen Penalty, weil er bei einem Corner zu Boden gerissen wird.
Manuel Akanji, Note 5
Vor dem Gegentreffer spekulliert er auf Offside, sucht eher den Kontakt zum Schiedsrichterassistenten als zu Gegenspieler Matko. Dieser nutzt den Raum für den Assist zum Tor. Abgesehen von dieser Episode liefert Akanji eine starke Partie ab.
Ricardo Rodriguez, Note 4,5
Diesmal hat er den Zaubefuss nicht ausgepackt. Zu Beginn der Partie hat er etwas Mühe mit dem schnörkellosen Angriffsspiel der Slowenen. Doch das legt sich schnell. Ein verunsicherter Rodriguez existiert nur in der Märchenwelt.
Ardon Jashari, Note 4
Er steht beim Gegentor etwas unmotiviert um Torschütze Vipotnik herum. Und in der zweiten Halbzeit leistet er sich zwei Patzer, als er jeweils den Ball verliert, während seine Kollegen bereits den Vorwärtsgang eingeschaltet haben. Die Fehler bleiben glücklicherweise folgenlos. Ansonsten einige sehenswerte Spielverlagerungen.
Remo Freuler, Note 5,5
34 ist er, aber nicht zu alt, um sich neu zu erfinden. Eigentlich als Antreiber, Abfangjäger, Relaisstation und Balleroberer im Mittelfeld angedacht, entwickelt er sich nun zum Strafraumungeheuer. Beim 3:0 in Nordmazedonien erzielte er in Gerd-Müller-Manier das 1:0. Gegen Slowenien beweist er erneut seine Stürmerqualitäten. Der Stadionspeaker ist über Freulers Aktion derart entzückt, dass er ihm das 1:1 zuspricht. Das ist falsch. Zwar ist Freuler als letzter Schweizer am Ball. Den entscheidenden Ablenker verursachte aber der Slowene Janza. Egal. Freuler ist unser neues Strafraumungeheuer. Aber damit nicht genug. In der 38. Minute leitet er auch den 2:1-Siegtreffer ein.
Michel Aebischer, Note 4
Seine auffälligsten Aktionen: Ein Kopfball in der Startphase, der von einem slowenischen Verteidiger entschäft wird und wie er sich in der 27. Minute nach einem üblen Foul von Zec am Boden windet.
Johan Manzambi, Note 4,5
Das Wichtigste: Manzambi hat das Spiel gesund beendet. Das ist nicht selbstverständlich. Schliesslich wird er von den Slowenen ein paar Mal übel gefoult. Die ganz grossen Szenen, die uns in Erinnerung bleiben, hat der Magier dieses Mal nicht. Der Kopfball in der 2. Minute bereitet Sloweniens Torhüter Oblak keine Probleme. Atemberaubender ist wenig später sein Solo über fast den halben Platz – leider kommt er nicht zum Abschluss. In der zweiten Halbzeit versucht er es zweimal aus der Distanz. Doch es fehlt die Präzision.
Dan Ndoye, Note 5
Alarm in der 19. Minute. Der Schiedsrichter fuchtelt nervös mit den Händen, signalisiert den Pflegefachkräften beider Teams, sich möglichst schnell an den Tatort zu begeben. Was ist passiert? Ndoye und Drkusic prallen bei einem Kopfballduell heftig zusammen. Trotzdem gehts für beide weiter. Aber Ndoyes Arbeitstag bleibt aufregend. In der 33. Minute verschwindet er hinter der Werbebande, weil er nicht rechtzeitig abbremsen kann. Auch diese Aktion übersteht er verletzungsfrei. Zum Glück. Denn Ndoye ist in beneidenswerter Form. In Schottland bereitete er zwei Tore vor. Und gegen Slowenien erzielt er in der 38. Minute den 2:1-Siegtreffer. Nach einer Stunde könnte er auf 3:1 erhöhen, doch er ist zu überrascht vom Oblak-Abpraller nach Manzambis Knaller.
Zeki Amdouni, Note 4
In den letzten zwei Partien erzielte er drei Tore. Dieses Mal hat er seine auffälligsten Aktionen im Gegenpressing und bei Balleroberungen tief in der gegnerischen Hälfte. Wobei, einmal kommt er doch zu einem gefährlichen Abschluss (68.), als er sich geschmeidig um seinen Gegnspieler dreht aber zu zentral abschliesst.
Zu kurz im Spiel für eine Bewertung
67. Britschgi für Rodriguez. 67. Sow für Aebischer. 77. Boteli für Amdouni. 87. Bajrami für Athekame. 87. Rieder für Ndoye. (schweizheute.ch)
