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Imane Khelif: Olympiasiegerin im Boxen will Gentests stoppen

Umstrittene Box-Olympiasiegerin Imane Khelif will Gentests stoppen

Schon bei den Olympischen Spielen löste die Teilnahme von Imane Khelif Aufregung aus. Diese geht nun vor Gericht weiter.
02.09.2025, 04:0402.09.2025, 08:02
Ein Artikel von
t-online

Imane Khelif hat beim Internationalen Sportgerichtshof (Cas) Berufung gegen eine Entscheidung des Weltboxverbandes World Boxing eingelegt, die ihr die Teilnahme an bevorstehenden Veranstaltungen ohne vorherigen Gentest untersagt. Das teilte der Cas mit. World Boxing hatte erst kürzlich entschieden, dass alle Boxerinnen, die in der Frauen-Kategorie bei den Weltmeisterschaften vom 4. bis 14. September in Liverpool starten wollen, einen Geschlechtertest absolvieren müssen.

Algeria's Imane Khelif poses after defeating China's Yang Liu to win gold in their women's 66 kg final boxing match at the 2024 Summer Olympics, Friday, Aug. 9, 2024, in Paris, France.  ...
Imane Khelif wurde an 2023 an der Weltmeisterschaft wegen erhöhter Testosteronwerte disqualifiziert.Bild: keystone

Khelif habe bereits am 5. August Berufung eingereicht, in der der Cas unter anderem aufgefordert wird, die 26-Jährige bei den Weltmeisterschaften auch ohne Test zuzulassen. Die Forderung, die Tests auszusetzen, bis eine Entscheidung gefallen ist, lehnte der Cas an diesem Montag ab. Wann mit einem Urteil zu rechnen ist, wurde nicht mitgeteilt. Eine Anhörung werde anberaumt, hiess es.

Athletinnen über 18 müssen Test vorlegen

«Die Richtlinie soll die Sicherheit aller Teilnehmer gewährleisten und gleiche Wettbewerbsbedingungen für Männer und Frauen schaffen», hatte World Boxing die Einführung von Geschlechtertests begründet. Alle Athletinnen über 18 Jahre müssten sich zur Bestimmung ihres Geburtsgeschlechts einmalig einem PCR-Test oder einem funktionellen, medizinisch gleichwertigen genetischen Screening-Test unterziehen, hiess es in einem Schreiben.

Bei den Sommerspielen in Paris hatte die Debatte um Khelif und Lin Yu-ting aus Taiwan massiven Wirbel ausgelöst und eine gesellschaftspolitische Dimension angenommen. Beide Boxerinnen waren nach nicht näher erklärten Geschlechtertests vom Verband IBA, der vom Internationalen Olympischen Komitee nicht mehr anerkannt wird, von der WM 2023 ausgeschlossen worden. Beide hätten laut IBA die erforderlichen Teilnahme-Kriterien nicht erfüllt und «im Vergleich zu anderen weiblichen Teilnehmern Wettbewerbsvorteile» gehabt.

IOC widersprach der IBA

Das IOC nannte es eine «willkürliche Entscheidung ohne ordnungsgemässes Verfahren» und liess Khelif und Lin in Paris teilnehmen. Das im Pass angegebene Geschlecht sei massgeblich für die Zulassung zu den Wettbewerben, lautete eine Begründung. Beide holten Gold.

World Boxing wurde im Februar vom IOC-Exekutivrat als Partner anerkannt. Für die Organisation der Box-Turniere 2024 in Paris und drei Jahre zuvor in Tokio hatte das IOC nach der IBA-Suspendierung die Verantwortung getragen. 2028 in Los Angeles soll World Boxing die Organisation übernehmen.

Verwendete Quellen:

  • Nachrichtenagentur dpa
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