Sport
Russland

Wie Putin Olympia nach Sotschi brachte

Bei Verkündung auf Der HEimreise

Wie Putin Olympia nach Sotschi brachte

Bis kurz vor der Vergabe der Olympischen Winterspiele 2014 galt Pyeongchang bei den Buchmachern als Favorit - vor Salzburg. Am Ende triumphierte allerdings der russische Badeort Sotschi, dank Präsident Wladimir Putin. 
28.01.2014, 11:0528.01.2014, 11:05

Die russische Stadt am Schwarzen Meer, die sich bereits für die Austragung der Winterspiele 2002 beworben hatte, ging aus ursprünglich sieben offiziellen Kandidaten als Sieger hervor. Die Bewerbungen von Almaty (Kas), Bordschomi (Geor), Jaca (Sp) und Sofia waren schon ein Jahr vor der Vergabe der Winterspiele 2014 auf der Strecke geblieben; in die Endauswahl schafften es neben Sotschi Pyeongchang und Salzburg.

Es sind seine Spiele: Wladimir Putin hat höchstpersönlich dafür gesorgt, dass Olympia in Sotschi zu Gast ist.
Es sind seine Spiele: Wladimir Putin hat höchstpersönlich dafür gesorgt, dass Olympia in Sotschi zu Gast ist.Bild: AP/RIA Novosti Kremlin

Während die Bewerbungen aus Südkorea und Österreich von der 13-köpfigen IOC-Evaluierungskommission als «exzellent» beurteilt wurden, bekam Sotschi nur die Note «sehr gut». Am Tag vor der Vergabe - Russlands Staatspräsident Wladimir Putin war soeben in Guatemala eingetroffen - überflügelte Sotschi allerdings überraschend Pyeongchang als Wettfavorit, Salzburg galt plötzlich nur noch als Aussenseiter.

Putins emotionale Rede

Schliesslich scheiterten die Österreicher wie vier Jahre zuvor tatsächlich bereits im ersten Wahlgang, in dem Pyeongchang noch knapp vor Sotschi (36:34) die Oberhand behalten hatte. Im «Final» waren es jedoch die Russen, die dank 51 von 98 Stimmen triumphierten. Pyeongchang, das in vier Jahren die Winterspiele austragen wird, scheiterte zum zweiten Mal nacheinander knapp.

Zuvor hatte Wladimir Putin vor der IOC-Vollversammlung in einem leidenschaftlichen Plädoyer für den Schwarzmeer-Badeort geworben: «Sotschi ist die beste Bewerbung.» Sie biete «Frühling an der Küste und Winter in den Bergen. Schnee ist garantiert». Die emotionale Rede des Kremlchefs vor den IOC-Mitgliedern dürfte der russischen Kandidatur schliesslich die entscheidenden Stimmen eingebracht haben.

Der zentrale Olympia-Park von Sotschi.Bild: EPA/DIGITALGLOBE

Bei der Verkündung bereits auf der Heimreise

Als am 5. Juli 2007 um 01.23 Uhr MESZ der damalige IOC-Präsident Jacques Rogge in Guatemala-City Sotschi als Veranstalter der Olympischen Winterspiele 2014 verkündete, war der russische Präsident bereits auf der Rückreise nach Moskau.

Dass «seine» Bewerbung den Zuschlag erhalten hatte, liess er sich bei einem Anruf aus dem Flugzeug von Rogge höchstpersönlich bestätigen. Der IOC-Präsident befand, dass Sotschi «ein starkes und visionäres Projekt» vorgestellt hat.

«Das ist ein Schlüssel-Moment in der russischen Geschichte», jubelte derweil Sotschis Bewerbungschef Dimitri Tschernitschenko in Guatemala-City. Er versprach «fantastische Spiele, die Russland helfen werden, die junge Demokratie weiter zu entwickeln». 

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Nations League: Irland-Torwart Bazunu boykottiert Israel-Spiele
Die Aufeinandertreffen mit der Mannschaft aus dem Nahen Osten lösten unter Irlands Nationalspielern Diskussionen aus – und erregten darüberhinaus Aufsehen. Nun stehen mehrere Entscheidungen fest.
Debatte beendet: Die umstrittenen Nations-League-Spiele zwischen Irland und Israel sollen wie geplant stattfinden. Das teilte der irische Verbandspräsident David Courell am Samstag nach einer «90-minütigen Mannschaftssitzung» mit: «Es gab eine deutliche Mehrheit, die sich für eine Fortsetzung ausgesprochen hat. Der Verband hat die Entscheidung getroffen, diese Spiele auszutragen.» Allerdings entschied sich Irlands Torwart Gavin Bazunu dazu, nicht gegen Israel anzutreten.
Zur Story