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Tour de France: Die «kranke» Abfahrt von Julian Alaphilippe am Galibier

France's Julian Alaphilippe wearing the overall leader's yellow jersey climbs the Galibier pass during the eighteenth stage of the Tour de France cycling race over 208 kilometers (130 miles) ...
Am Berg musste Alaphilippe leiden, doch in der Abfahrt ist er klar der Schnellste.Bild: AP

Alaphilippes «kranke» Abfahrt mit fast 90 km/h: «Noch schneller ging nicht»

26.07.2019, 10:1726.07.2019, 10:17

Plötzlich war Julian Alaphilippe in argen Nöten. Auf der vierteletzten Tour-Etappe attackierte am legendären Col du Galibier erst Egan Bernal den Träger des Gelben Trikots, dann trat auch Geraint Thomas in die Pedale. Mit dem Vorjahressieger an der Spitze distanzierten auch die restlichen Anwärter auf den Gesamtsieg Tour-Leader Alaphilippe. Im Wiegetritt kämpfte dieser sich auf die Pässe, sein Rückstand betrug rund 20 Sekunden.

Doch mit einer verwegenen Abfahrt fand Alaphilippe bald wieder Anschluss an die meisten Anwärter auf den Tour-Sieg. Kein Wunder, der 27-Jährige raste mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 60 km/h den Berg hinunter. Sein Topspeed betrug gar über 88 km/h.

«Das war krank, aber ich wollte das ‹Maillot Jaune› unbedingt behalten», erklärte Alaphilippe im Ziel. «Ich kann mich nicht mehr erinnern, wie ich diese Kurven hinkriegte, ich war komplett am Limit. Noch schneller ging nicht.»

Die waghalsige Abfahrt von Alaphilippe.Video: YouTube/Renee Way

Zumindest nicht für ihn: Auf der ersten, längeren Abfahrt den Col de Vars hinab stellte der Deutsche Nils Politt einen neuen Geschwindigkeitsrekord für diese Tour de France auf. Mit 101,5 km/h jagte er die Strasse hinab.

Aber zurück zu Alaphilippe: Am Ende vermochte von den Favoriten einzig Bernal in der ersten von drei schweren Alpen-Etappen Zeit auf den französischen Publikumsliebling gutzumachen. 32 Sekunden waren es am Ende. «Ich verliere auf ihn ein bisschen Zeit. Aber wenn man schaut, wie die Etappe lief, dann hätte es gut auch viel schlimmer sein können», kommentierte der Tour-Leader am Ende aber erleichtert. Noch immer liegt er mit 1:30 Minuten Vorsprung an der Spitze des Gesamtklassements.

Das Gesamtklassement:

Bild
bild: screenshot eurosport

Heute und morgen stehen aber noch je eine Bergankunft auf dem Programm. Dann kann Alaphilippe allfällige Schwächen nicht mehr mit Wagemut in der Abfahrt wettmachen. Die 19. Etappe von heute führt über nur 126,5 km von Saint-Jean-de-Maurienne nach Tignes. Dabei steht auch der 2770 m hohe Col de l'Iseran auf dem Programm – das Dach der diesjährigen Tour de France.

Das 20. Teilstück endet am Samstag nach ebenfalls nur 130 km in Val Thorens. Der abschliessende Anstieg hinauf zur Savoyer Skistation auf 2363 m Höhe beginnt rund 33 km vor dem Ziel in Moûtiers.

Quintana mit Kletter-Rekord

Alles wartet nun auf den längst fälligen Einbruch von Alaphilippe – auch die Konkurrenz. «Ich denke schon, dass wir ihn jetzt über das Limit hinausbringen können, und er dann irgendwann einbricht», sagt der Gesamtsechste Emanuel Buchmann, der an der Tour neben Thibaut Pinot und den beiden Kolumbianers Egan Bernal und Nairo Quintana zu den besten Kletterern gehört.

In den Höhen jenseits der 2000-Meter-Marke fühlen sich die Kolumbianer besonders wohl «Jeder weiss, dass ich in der Höhe lebe und dass das die Art von Pass ist, die ich gut kenne», sagte der gestrige Etappensieger Quintana. Wie stark er in dünner Luft ist zeigte er während seiner Attacke den Galibier hoch. Fränk Schlecks Rekordzeit von 2011 auf diesem Weg zum Gipfel verbesserte er um rund eine Minute auf 22:08 Minuten.

Für Aufsehen sorgte Quintana ausserdem mit einem vermeintlich blutverschmierten Trikot bei der Zieleinfahrt. Nasenbluten oder ähnliches hatte der Captain der Movistar-Equipe aber nicht. «Es war kein Blut, sondern Gel, das ich auf dem Trikot verrieben habe», erklärte der Kletter-Spezialist. (pre/sda)

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Der seltsame Fleck auf Quintanas Trikot: Kein Blut, sondern Gel.Bild: EPA
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