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2026 – und noch immer unterschätzen viele Firmen die Cyber-Risiken

2026 – und noch immer unterschätzen viele Schweizer Firmen die Cyber-Risiken

Hacker und andere Angriffe aus dem Internet gehören heute zu den zentralen Risiken für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Viele Chefs wiegen sich jedoch weiterhin in falscher Sicherheit.
05.10.2026, 14:0705.10.2026, 14:10

Die Annahme vieler Firmen-Verantwortlicher, nicht betroffen zu sein, sei gefährlich: So der Befund einer am Montag publizierten Studie des VZ VermögensZentrums in Zusammenarbeit mit der Hochschule Luzern (HSLU). Denn die Folgen von Cyberrisiken reichten weit über die IT hinaus.

So könnten Cyberrisiken den Betrieb unterbrechen, Daten und Systeme beschädigen, Kundenbeziehungen belasten, rechtliche Verpflichtungen auslösen oder die Liquidität eines Unternehmens stark beanspruchen. Im schlimmsten Fall steht die Existenz des KMU auf dem Spiel.

Viele Straftaten, tiefe Aufklärungsrate

Das VermögensZentrum verweist in der Studie auf den «Allianz Risk Barometer 2026», der Cybervorfälle global zum fünften Mal in Folge bei den Unternehmensrisiken auf Platz 1 gesetzt hat. Die Schätzungen für die weltweit durch die Cyberkriminalität verursachten Kosten liegen für 2024 bei rund 9,5 Billionen US-Dollar. Wäre die Cyberkriminalität eine Volkswirtschaft, wäre sie damit nach den USA und China die drittgrösste der Welt.

Für die Schweiz habe die Kriminalstatistik allein im Jahr 2025 knapp 58'000 Straftaten mit einem digitalen Tatvorgehen registriert, schreibt das VZ. Hinzu komme eine hohe Dunkelziffer. Die Aufklärungsrate betrug dabei lediglich 17,6 Prozent.

Digitale Abhängigkeiten kennen

Mit der Studie wollten das VZ und die HLU herausfinden, wie KMU Cyberrisiken als Teil eines funktionierenden Risikomanagements richtig verstehen, einordnen und versichern können. Denn vollständig vermeiden liessen sich Cyberrisiken nicht.

Immerhin könnten die Unternehmen diese Risiken aber besser steuern, wenn sie ihre digitalen Abhängigkeiten besser kennen würden. Zur Minimierung der Risiken sollen die Unternehmen Zuständigkeiten klären, Notfallprozesse vorbereiten und die finanziellen Folgen bewusst beurteilen.

Für KMU sei es deshalb entscheidend, dass sie technische Ereignisse in operative, finanzielle und strategische Folgen übersetzen könnten. Nur so könnten sie beurteilen, welche Risiken sie vermeiden, reduzieren, selbst tragen oder versichern sollten.

Die Cyberversicherung ist dabei ein zentraler Bestandteil, sie ersetzt laut der Studie aber weder die Prävention noch ein funktionierendes Risikomanagement. Über eine Cyberversicherung verfügen indes bislang lediglich knapp 12 Prozent der Schweizer Unternehmen. Einen möglichen Grund dafür sieht das VZ darin, dass der Markt für Cyberversicherungen komplex und für KMU oft nur schwer vergleichbar sei.

Die Studie kann auf der VZ-Website angefordert werden.

(sda/awp)

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