Wirtschaft
Schweiz

Schneider-Ammann will nach dem Brexit sofort Freihandel mit den Briten

International Trade Secretary Liam Fox delivers a speech at Manchester Town Hall in Manchester, Britain September 29, 2016. REUTERS/Anthony Devlin
Interessiert an einem Freihandelsabkommen mit der Schweiz: der britische Finanzminister Fox.Bild: ANTHONY DEVLIN/REUTERS

Schneider-Ammann will nach dem Brexit sofort Freihandel mit den Briten

29.01.2017, 03:2829.01.2017, 14:47

Möglichst unmittelbar nach dem Brexit soll die Schweiz nach dem Willen von Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann ein Freihandelsabkommen mit Grossbritannien abschliessen. Ein Vertrag soll möglichst am Tag des Brexits in Kraft treten.

«Mein Ziel ist klar. Nach dem Austritt Grossbritanniens darf kein Tag vergehen, ohne dass wieder eine Regelung in Kraft tritt», sagte Schneider-Ammann im Interview mit dem «SonntagsBlick». «Sie muss mindestens gleich gut sein wie heute.» Der britische Handelsminister Liam Fox habe ihm am WEF in Davos bereits versichert, dass er an einem Übereinkommen mit der Schweiz sehr interessiert sei.

Diskussionen im Hintergrund

Allerdings kann Grossbritannien keine neuen Handelsverträge abschliessen, solange es EU-Mitglied ist. Auch formelle Verhandlungen sind verboten. Laut dem FDP-Bundesrat sollen aber «im Hintergrund und parallel zu den Austrittsgesprächen bereits Diskussionen» zu den künftigen Wirtschaftsbeziehungen geführt werden.

«Es wäre sicher ein positives Signal und würde mich persönlich sehr freuen, wenn wir als eines der ersten Länder mit Post-Brexit-Britannien ein Freihandelsabkommen hätten», sagte der Berner. Grossbritannien bleibt angesichts zweijähriger Austrittsverhandlungen noch bis mindestens 2019 EU-Mitglied.

Abwarten bei TTIP

In Abwartehaltung zeigt sich Schneider-Ammann hinsichtlich eines Freihandelsabkommens mit den USA. «Wir warten ab, was mit den TTIP-Freihandelsabkommen zwischen EU und USA passiert», sagte er. Dort könnte sich die Schweiz anhängen. Wenn aus TTIP nichts wird, was sich angesichts Trumps Äusserungen abzeichnet, wird der Bundesrat laut Schneider-Ammann über das weitere Vorgehen entscheiden. (kad/sda)

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