Wirtschaft
Schweiz

«Stop Black Friday»: Online-Petition gegen Konsumwahnsinn in der Schweiz

Die Initianten der friedlichen Protestaktion beklagen, Klima, Umwelt und Millionen von Arbeiterinnen und Arbeitern würden «unter der absurden Konsumorgie leiden».
Die Initianten der friedlichen Protestaktion beklagen, Klima, Umwelt und Millionen von Arbeiterinnen und Arbeitern würden «unter der absurden Konsumorgie leiden».bild:

«Stop Black Friday» hat bereits mehr Unterstützung als jede Corona-Demo

In der Schweiz läuft eine Online-Petition gegen den «Konsumwahnsinn».
25.11.2021, 09:3926.11.2021, 06:37

Rund 20’000 Menschen in der Schweiz haben die Online-Petition «Stop Black Friday» unterzeichnet, wie srf.ch berichtet. Hinter der Petition stecke die Organisation Solidar Suisse, die sich für bessere Arbeitsbedingungen weltweit einsetzt.

Am 9. November wurde eine nationale Kampagne gegen die Rabattschlachten in der Schweiz lanciert. Adressat der Petition ist der Detailhandelsverband Swiss Retail Federation, dem laut SRF-Bericht viele mittelgrosse Händlerinnen und Händler wie Ochsner Sport, Manor oder C&A angehören, nicht aber die grossen Händler wie Coop oder Migros.

Wer bezahlt am teuersten?

Präsidiert wird der Branchenverband von der FDP-Politikerin Christa Markwalder. Die Nationalrätin wird aufgefordert, sich aktiv für die Abschaffung des Black Friday einzusetzen.

Markwalder erwiderte gegenüber srf.ch, dass die meisten Leute auch an einem Black Friday vor allem Dinge kauften, die sie ohnehin gekauft hätten. Dies würden Umfragen belegen.

«Dass die Leute in einen Konsumrausch verfallen und lauter unnütze Dinge kaufen, können wir nicht feststellen – zumindest nicht in der Schweiz».
Christa Markwalderquelle: srf.ch

Solidar Suisse kämpft laut Mitteilung gegen den Konsumwahnsinn und das damit verbundene Lohndumping. Schlechte Arbeitsbedingungen und Ausbeutung gelte es zu stoppen.

Dieses Video soll zu denken geben:

Um die Bevölkerung zu sensibilisieren und zur Unterzeichnung der Online-Petition aufzurufen, gibt es ein Video, das die katastrophalen ökologischen und sozialen Auswirkungen des übermässigen Konsums aufzeigen soll.

«Der grenzenlose Überkonsum führt zu mehr CO2-Ausstoss, belastet die Umwelt und verstärkt die weltweite extreme Ungleichheit. Denn die Preisdrückerei wird bis an den Anfang der Lieferkette weitergereicht: Die absurden Tiefstpreise am Black Friday gehen auch auf Kosten von fairen und existenzsichernden Löhnen für Millionen arbeitende Menschen in armen Weltregionen.»
quelle: solidar.ch

Klimastreik Schweiz, namhafte Mitglieder der SP wie Tamara Funiciello und Carlo Sommaruga sowie Grüne-Schweiz-Präsident Balthasar Glättli befürworteten die Kampagne.

Quellen

(dsc)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Hier kommen 16 schräge Onlineshopping-Fails
1 / 18
Hier kommen 16 schräge Onlineshopping-Fails
bild: reddit
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Das sind die 7 wichtigsten Punkte aus dem Klimabericht
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Zu heiss für Schoggi: Lindt & Sprüngli kappt Umsatzausblick für 2026 deutlich
Die Hitzewelle in Europa in diesem Sommer hat Lindt & Sprüngli hart getroffen. Die Konsumenten hatten unter der glühenden Sonne keine Lust auf Lindor-Kugeln und Pralinen. Bereits zum zweiten Mal muss der Premium-Schokoladehersteller daher mit seinem Umsatzziel zurückrudern.
So wird für das laufende Jahr 2026 nur noch mit einem organischen Umsatzwachstum von 0 bis 2 Prozent gerechnet, wie Lindt am Dienstag mitteilte. Bislang hatte das Unternehmen 4 bis 6 Prozent in Aussicht gestellt. Zum Jahresstart waren sogar noch plus 6 bis 8 Prozent angepeilt worden. Dieses Ziel hatte Lindt allerdings bereits im März kassiert.
Zur Story