Frauen in der Geschichte

bild: watson

Frauen, die Geschichte schrieben, Teil I: Die ägyptische Traumfrau Kleopatra

Diese Serie widmet sich in kurzen Portraits auserlesenen Frauen, die den Lauf der Weltgeschichte massgeblich mitbestimmt haben.

15.01.17, 15:23 16.01.17, 04:45

Die Geschichte der Menschheit wurde lange Zeit nur von Männern geschrieben. Das heisst allerdings nicht, dass es keine bedeutende Frauen gab. Man hat ihnen nur lange keine Beachtung geschenkt. Diesem Ungleichgewicht wollen wir mit dieser Serie entgegentreten – und uns im 1. Teil mit der ägyptischen Traumfrau Kleopatra beschäftigen.

Kleopatra (69 v. Chr. - 30 v. Chr.)

«Die Nase der Kleopatra: wäre sie kürzer gewesen, das ganze Antlitz der Erde hätte sich verwandelt.»

Blaise Pascal (1623 - 1662), französischer Physiker und Philosoph

Die hübsche Nase der Kleopatra macht auch bei «Asterix und Kleopatra» alle verrückt ... bild: mag.shock2

Ob es wirklich Kleopatras Nase war, die einen solchen Einfluss auf das Weltgeschehen hatte, kann man natürlich nicht sagen. Vielleicht war die ägyptische Herrscherin nicht einmal schön – schon gar nicht nach unserem Verständnis –, aber sie hatte das gewisse Etwas, mit dem sie die mächtigsten Männer des ersten vorchristlichen Jahrhunderts um den Verstand brachte. 

Als sie Cäsar das erste Mal zu Gesicht bekam, entstieg sie einem Sack mit Bettwäsche, mit dem sie sich in seinen Palast in Alexandria schmuggeln liess. Ihr 13-jähriger Bruder, Gatte und Thronbesetzer Ptolemaios XIII. sollte davon nichts mitkriegen. Cäsar war davon begeistert. Und zwar derart, dass er Kleopatra sofort in sein Gemach entführte und sie zur Herrscherin Ägyptens machte. Ihm selbst waren nur noch wenige Jahre als Alleinherrscher Roms beschieden. Am 15. März 44 v. Chr. wurde er von Cassius und Brutus während einer Senatssitzung mit 23 Dolchstichen ermordet. 

Nackt bis auf einen mit Perlen bestickten Tanga erschien die ägyptische Herrscherin vor dem zweiten Römer, der ihr restlos verfallen sollte: Marcus Antonius. Ihn brachte sie zum Glühen. Die beiden verband eine unerschöpfliche Leidenschaft, an der sich sein sonst so scharfer Verstand derart verbrannte, dass er alle seine Anhänger verlor. Er schenkte der «ägyptischen Hure» – wie sie in Rom genannt wurde – römische Provinzen und verfügte in seinem Testament, er wolle in Alexandria beigesetzt werden.

Das römische Reich im Bürgerkrieg (44-31 v. Chr)

Nach Cäsars Ermordung kämpften Antonius und Cäsars Adoptivsohn Octavian (der spätere Kaiser Augustus) erst gemeinsam gegen die Heere der Cäsarmörder Brutus und Cassius. Als sie sie in der Schlacht bei Philippi schlugen, war ein für alle mal klar, dass Rom nie wieder eine Rebublik werden würde. Die Frage war nur noch, wer sein nächster Alleinherrscher werden würde: Antonius (grüner Bereich in der Karte) oder Octavian (violetter Bereich). bild. wikipedia

Als Antonius aber in der Seeschlacht bei Actium seine ganze Flotte gegen seinen Kontrahenten Octavian verlor, wusste er, dass alles vorbei war. Ein letztes Mal trank er sich mit seiner ägyptischen Frau das Leben schön. Dann stürzte er sich in sein Schwert. 

Kleopatra versuchte noch, den ägyptischen Thron für ihre Kinder zu retten, doch Octavian blieb kalt. Kaisarion, den sie mit Cäsar gezeugt hatte, liess er sofort umbringen – der 17-Jährige hätte Octavians Herrschaft in Frage stellen können. Dieser Mann, der später als Kaiser Augustus in die Geschichte eingehen sollte, war eher von der stumpfen Sorte. Ein schlaues, striktes Gemüt mit viel Sinn für Sitte und wenig für Sinnlichkeit. Kleopatras Liebreiz prallte an seiner Tugendhaftigkeit ab wie an einem eisernen Schild. 

Octavian, der spätere Kaiser Augustus, begründete die julisch-claudische Dynastie. Mit seiner Herrschaft endete der Schrecken der hundert Jahre dauernden Bürgerkriege. bild: wikimedia

Doch ganz sicher würde sie sich nicht an Octavians Triumphzug in Ketten durch die Strassen Roms schleifen lassen. Sie war keine Sklavin. Sie war eine Königin und als solche wollte sie auch sterben. Auf dem Grab ihres geliebten Antonius setzte sie sich der Überlieferung zufolge eine Giftschlange an die Brust. Mit Kleopatras Dahinscheiden starb auch das dreihundert Jahre alte Ptolemäerreich. 

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  • Full Moon Madness 16.01.2017 08:36
    Highlight Liebe Anna
    Grundsätzlich finde ich es super, dass du eine solche Reihe startest. Mir persönlich war der Artikel jetzt aber zu kurz und inhaltlich zu flach.
    Kleopatra war bei ihrem Tod 39 Jahre alt und hat Ägypten 20 Jahre regiert. Es gäbe soviel mehr, das hätte geschrieben werden können ohne ihr Aussehen zu erwähnen.
    31 0 Melden
    • Anna Rothenfluh 16.01.2017 21:46
      Highlight Es ist schon lustig, ich glaub das war mein erster historischer Artikel, der keine romanhaften Ausmassen angenommen hat, worauf ich einen gewissen Stolz hatte, weil ich mich für viele zu sehr in Details verliere und zu lange an Artikeln arbeite. Darum dachte ich mir, ich zwinge mich jetzt selbst zu Kurzbiographien, aber ich seh schon, da wird von allen Seiten mehr von mir erwartet. Vielleicht muss ich das Format nochmal überdenken. 😉
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    • Mia_san_mia 16.01.2017 21:53
      Highlight Ja war echt zu wenig. Solch Artikel sollen lang sein 😊
      2 0 Melden
    • Nausicaä 17.01.2017 07:38
      Highlight Wir wollen Romane 😊
      3 0 Melden
    • Anna Rothenfluh 17.01.2017 17:14
      Highlight Ihr kriegt sie. Hab mit der Chef geredet. Nächstes mal gibt's wie üblich einen Roman.
      5 0 Melden
    • Anna Rothenfluh 17.01.2017 17:18
      Highlight Was? Mit DER Chef? Muss sowas wie ein freudscher Verschreiber gewesen sein.
      4 0 Melden
    • Nausicaä 17.01.2017 17:55
      Highlight Yeah. Danke dir und Patrick / Patrizia.
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  • Great Sasch 15.01.2017 21:34
    Highlight Ich freue mich schon auf den Bericht über Katharina in dieser Reihe, die grösste Frau die jemals gelebt hat 😊
    6 4 Melden
    • Spooky 16.01.2017 01:43
      Highlight Wie gross war sie?
      17 0 Melden
    • Anna Rothenfluh 16.01.2017 08:30
      Highlight Sehr gross! Und ja, sie wird kommen.
      9 0 Melden
    • Luca Brasi 16.01.2017 14:01
      Highlight @Spooky: Ich tippe mal unter 1m 80cm. ;)
      4 0 Melden
    • Spooky 17.01.2017 00:50
      Highlight Ich bin ja gespannt darauf, ob Anna Rothenfluh glaubhaft machen können wird, dass diese Frau überhaupt gross war 👀😎
      2 0 Melden
    • Great Sasch 17.01.2017 01:54
      Highlight Ich habe meine Tochter nach ihr bennent :)
      Das sagt alles über meine Bewunderung aus!
      Aber dies durfte ich auch nur weil es Zwillinge wurden, bei einem Einzelkind hätte meine Frau mich überstimmt :)
      1 0 Melden
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  • TanookiStormtrooper 15.01.2017 19:09
    Highlight Kleopatra, das "It-Girl" ihrer Zeit.

    Und der Vergleich mit Paris Hilton und Kim Kardashian war KEIN Kompliment!
    10 4 Melden
    • Nausicaä 15.01.2017 19:55
      Highlight Mussten Paris Hilton und Kim Kardashian sich auch mit Männern einlassen, um ihr Leben zu retten, weil sie auf der Abschussliste ihres Bruders standen und um die Herrschaft zu sichern? Sie haben keine Ahnung von Kleopatra. Und der Artikel leistet auch keine grosse Abhilfe :(.

      27 6 Melden
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  • el-cid 15.01.2017 18:03
    Highlight Liebe Anna,
    Der Artikel beschreibt Kleopatras Nase, und wie sie römische Herrscher verführt habe. Diese beiden Dinge sind der Hauptfokus, sonst erfährt man nur wenig über die "Führungsperson" Kleopatra.
    Ich bin irritiert. Da startet Watson eine Artikelserie über Frauen in der Geschichte, mit - ich nehme mal an - einer feministischen Grundhaltung - und dann erscheint da ein Artikel, der über diese Frau in einer sexistischen Weise berichtet. Sexistisch ist der Artikel für mich, weil vor allem auf Kleopatras Körper und ihren "Sex-Appeal" eingegangen wird.
    Was denkst du dazu?
    81 0 Melden
    • Anna Rothenfluh 15.01.2017 19:58
      Highlight Hui, harte und nicht ganz einfach zu entkräftende Vorwürfe. Da ich mich während meines Geschichtsstudiums viel mit der Antike beschäftigt hab, hab ich die Angewohnheit, auch antike Quellen zu benutzen. Die sind klar parteiisch, lügnerisch und aus heutiger Sicht sexistisch, aber genau deshalb beschreiben sie auch die Sichtweise der Zeitgenossen authentisch. Du hast sicher recht, man hätte den Fokus vielleicht anders legen können, nicht so sehr auf ihr "Sexappeal" eingehen können, nur war dieser nun mal ausschlaggebend, dass Caesar und später Antonius sie in ihrer politischen Position stärkten.
      22 11 Melden
    • Nausicaä 15.01.2017 20:13
      Highlight Anna, sorry, wenn ich mich einmische. Aber mir ist in den Sinn gekommen, dass eine Quellenkontextualisierung wünschenswert gewesen wäre. So wie du das bei Agrippina gemacht hast, wenn ich mich recht erinnere. Weil die, die nicht Geschichte studiert haben oder sonst Bescheid über die Quellenlage der Antike wissen, nehmen deinen Text jetzt als Tatsachenbericht wahr...
      27 2 Melden
    • Anna Rothenfluh 16.01.2017 08:31
      Highlight Es ist bei einem Kurzporträt halt immer schwierig, da hat man nicht tausend Zeilen, den ganzen Sachverhalt zu erläutern. Aber ich werde mir bei den nächsten Damen Mühe geben, diesem Vorwurf keine Fläche mehr zu bieten.
      10 1 Melden
    • pamayer 16.01.2017 21:51
      Highlight erstens
      danke für diese artikelreihe
      zweitens
      toller artikel
      drittens
      toll anna, dass du die obengenannte kritik entgegennimmst.
      danke.
      3 0 Melden
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  • Karl Müller 15.01.2017 17:53
    Highlight Danke für den interessanten Artikel. Mit der Einleitung bin ich aber nicht ganz einverstanden, wenn Du so pauschal sagst, dass man "bedeutenden Frauen lange keine Beachtung geschenkt habe". Kleopatra wäre doch der beste Geweis fürs Gegenteil: Es gibt kein ägyptischer Herrscher, der in der Nachwelt so bekannt, so breit rezipiert und so häufig künstlerisch verarbeitet wurde, wie Kleopatra. Und dies obwohl sie zu einer Zeit regierte, als Ägypten als Grossmacht unbedeutend wurde.
    22 2 Melden
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  • lilie 15.01.2017 16:55
    Highlight Eine tolle Idee für eine Reihe! Ich freue mich schon darauf! ☺

    Ein Bild der Kleopatra wäre noch schön gewesen. Sie war ja griechischer Abstammung, hatte Griechisch als Muttersprache, soll aber mehrere Sprachen und als erste Herrscherin der Ptolemäer Ägyptisch beherrscht haben.

    Sie wurde aber nicht von Caesar auf den Thron gesetzt, sondern von ihrem Vater, Ptolemäus XII. Zur Zeit, als Caesar den Plan betrat, hatten die Berater ihres Brudergemahls sie abgesetzt. Daher bat sie Rom um Hilfe.

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Kleopatra_VII.#/media/Datei%3AKleopatra-VII.-Altes-Museum-Berlin1.jpg
    14 4 Melden
    • Nausicaä 15.01.2017 18:48
      Highlight Lilie: Man weiss nicht, wie Kleopatra ausgesehen hat. Die Geschichtsschreiber haben sie als nicht besonders schön, aber mit einem besonders eindrücklichem Charisma ausgestattet bezeichnet.

      Wenn ich es richtig im Kopf habe, sprach sie neun Sprachen. Dabei wichtig ist, dass sie Ägyptisch beherrschte. Ihre Verwandten vor ihr und ihre Geschwister neben ihr konnten das nicht, sie mussten ihre Befehle übersetzen lassen, Kleopatra konnte das Heer direkt befehlen, was ein klarer Vorteil war.
      9 2 Melden
    • lilie 15.01.2017 20:44
      Highlight @Nausicäa: Natürlich weiss man es nicht genau, aber man kann mit Sicherheit sagen, dass sie weder wie Elizabeth Tyler noch wie in Asterix ausgesehen hat. Es gibt ja immerhin einige Münzen mit ihrem Konterfei drauf, welche sie selber drucken liess, und darauf sieht sie eben ganz ähnlich aus wie auf dieser Büste, weshalb diese ihr zugeordnet wurde.

      Wie viele Sprachen sie sprach, ist auch nicht sicher. Die Information stützt sich auf einen Bericht von Plutarch, der aber erst 100 Jahre nach ihrem Tod geboren wurde, also auch keine Infos aus erster Hand hatte.
      5 0 Melden
    • Nausicaä 15.01.2017 22:56
      Highlight Lilie: acy Gemäss Stacy Schiff ist diese Büste nicht eindeutig bestätigt...

      Ich stütze mich auch Schiff, und sie nennt neun, wobei sie sämtliche antiken Historiker und vorangehenden Werke über Kleopatra in ihre Recherchen miteinbezieht. Aber die prekäre Quellenlage thematisiert auch sie ausführlich.
      3 0 Melden
    • lilie 16.01.2017 06:13
      Highlight @Nausicäa: Ja, es ist echt schade, dass nicht mehr über sie bekannt ist. Sie scheint doch zumindest einen ziemlich starken Charakter gewesen zu sein (aber vielleicht auch ein bisschen ein verwöhnter Goof? Immerhin war sie Papas Liebling).

      Aussehen: Was sagt den Schiff zum Konterfei Kleopatras auf den Münzen?
      3 0 Melden
    • Nausicaä 16.01.2017 17:50
      Highlight 1) So, Lilie: Extra! Für dich hab ich die Stelle mit den Münzen nochmals rausgesucht, da ich es nicht mehr im Kopf hatte: "Selbst wenn man berücksichtigt, dass damit die Botschaft einer Herrscherin vermittelt werden sollte und die Gravur von geringer Qualität ist, stützt das vorliegende Porträt auf Münzen Plutarchs Behauptung, sie sei keineswegs eine klassische Schönheit zu nennen gewesen." (Schiff 2013, 59).

      Ja, den hatte sie. Und klug war sie auch. Verwöhnter Goof im heutigen Sinn ist schwierig. Einerseits hatte sie als Mitglied der Herrscherfamilie natürlich enorme Privilegien,
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    • Nausicaä 16.01.2017 17:55
      Highlight 2) andererseits hiess Mitglied dieser Herrscherfamilie zu sein, ständig in Lebensgefahr zu sein, da Machtkämpfe an der Tagesordnung waren, bei denen sich die Familienmitglieder gegenseitig töteten. Und sie musste auch aufpassen, dass sie dem Volk nicht missfiel. Wenn denen eine Herrscherfigur nicht passte, meuchelten sie. So passiert mit einem römischen (?) Besucher, der eine Katze schlecht behandelte. Es nützte nichts, dem Volk zu erklären, dass der Besuch die Gepflogenheiten (Katzen = heilig) nicht kannte. Sie forderten die Herausgabe des Besuchers und schlachteten ihn ab.
      1 0 Melden
    • lilie 16.01.2017 20:31
      Highlight @Nausicäa: Danke fürs Nachsehen! Genau diesen Eindruck hatte ich auch. :)

      Das ist wirklich krass. Als Randbemerkung kann man vielleicht noch sagen, dass es Länder gibt, wo es bis heute nicht viel anders zu und hergeht (ich dachte jetzt an die heiligen Katzen).

      Ich habe mir einfach vorgestellt, wie wohl ein Mädchen aufgewachsen ist, das von ihrem Vater als Thronnachfolgerin vorgesehen war - in einer Zeit/Kultur, wo Frauen nur selten an die Macht kamen. Bestimmt hat sie das stark geprägt - sie hatte doch auch den Beinamen Philopater (die ihren Vater liebt).
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  • stadtzuercher 15.01.2017 16:53
    Highlight 'Traumfrauen' sind halt dünn gesät.
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  • Luca Brasi 15.01.2017 16:34
    Highlight Was soll genau so toll an Kleopatra gewesen sein? Eine griechischstämmige Ptolemäerin, die Sex mit Brüdern und eine erfundene Teppichgeschichte hatte. Sex mit Gaius Julius Caesar, ok. Danach mit dem Verräter Roms Mark Anton (der in Actium sein Fett wegbekam) und als sie alt und verbraucht war, wollte der grosse Kaiser Augustus selbstverständlich keinen Sex mehr mit der. Dank ihr landete Ägypten endgültig unter römische Herrschaft. So gesehen, danke für die Kornkammer. :D

    PS: Es gibt noch einen zweiten Teil? *Chauvi-Modus aus*
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    • Nausicaä 15.01.2017 18:43
      Highlight Heirat und damit Sex innerhalb der Familie war bei den Ptolemäern die Norm, aus Erbschaftsgründen. Innerhalb der Familie wurde auch gemeuchelt wie wild, die Söhne die Mütter, die Frauen die Brüder usw.
      Nein, nein und nochmals nein. Nicht 'dank ihr landete Ägypten endgültig unter römischer Herrschaft'. Ägypten war zu der Zeit, als sie auf Gaius traf, arg in Bedrängnis durch die Römer. Sie hat es durch viele geschickte Schachzüge geschafft, die Übernahme um gut 20 Jahre hinauszuzögern.
      19 2 Melden
    • Luca Brasi 15.01.2017 21:39
      Highlight Heirat innerhalb der Familie mag bei diesen Ptolemäern gang und gäbe gewesen sein (Integration in die ägyptische Gesellschaft?), alle anderen fanden es absonderlich. Wer hat denn die feine Dame überhaupt auf den Thron gehievt? Es war Rom. Divide et impera. Sie war der nützliche Bauer Roms. Als sie im Bürgerkrieg lästig wurde, hat Fortuna Agrippa zum Sieg in Actium geführt. Kaiser Augustus war zu clever um auf Kleos Tricks reinzufallen. Man kann sich ihre Biografie schönschreiben. Geschichte schreiben die Sieger. ;) *fiese einseitige römische Sicht aus*
      8 5 Melden
    • Nausicaä 16.01.2017 18:02
      Highlight Nein die Ägypter fanden das auch abartig. Die Ptolemäer taten es, um ihren Herrschaftsanspruch (der auf der nicht gesicherten Abstammung von Alexander dem Grossen beruhte) zu festigen. Und, Herr Brasi, es behauptet ja hier niemand, sie hätte alles alleine vollbracht. Aber 'Bauer'... Sie werten Kleopatra ab. Kaiser Augustus war bestimmt clever, aber warum muss er jetzt cleverer sein als Kleo? Sind sie vielleicht wirklich ein bisschen Chauvi?
      Meinen Sie? Nur das Ende zählt? Wenn es so langweilig wäre, hätte ich nicht Geschichte studiert ;).
      1 2 Melden
    • Luca Brasi 16.01.2017 18:23
      Highlight Ach, Geschichtswissenschaft hat mit Action und heroischen weiblichen Vorbildern zu tun? Ich dachte, daß sei eher das Metier von Filmwissenschaftlern, die eine unterhaltsame Fiktion mögen. Sie nennen es abwerten, ich nenne es entmystifizieren. Rom war schon vor Kleo mächtig und hat ihr geholfen, das sind die Fakten. Nach dem Tode Caesars hat sie aufs falsche Pferd gesetzt und es bestand eine gegenseitige Abhängigkeit zu Mark Anton. Dessen idiotisches Testament war wunderbares Futter für die Propaganda für den zukünftigen Kaiser Augustus, der so die Römer überzeugte Mark Anton zu misstrauen.
      2 0 Melden
    • Nausicaä 16.01.2017 19:13
      Highlight Also den Action-Aspekt kann ich nachdrücklich bejahen, auch wenn sie mich damit auf die Schippe nehmen wollen. 'Heroische weibliche Vorbilder'... Ich würde Kleopatra nicht als heroisch oder Vorbild bezeichnen. Mich interessiert eher ihre Rezeption. Schon als Mädchen ist mir sauer aufgestossen, wie sie in den Asterix-Comics dargestellt war (als hysterische Zicke), das war lang bevor ich richtig fassen konnte, warum. Auch Caesar ist als Schwachmaat inszeniert, aber sie wirkt völlig nicht geeignet, um ein Land zu regieren. War sie aber. Sie war eine überzeugende Rednerin und brillante Strategin.
      1 0 Melden
    • Nausicaä 16.01.2017 19:17
      Highlight und zu den Filmwissenschaften: Als grosse Filmliebhaberin hab ich mich mal in eine Vorlesung gesetzt, und herausgefunden, dass es mitnichten um die Story ging. Es ging um die Machart, Stilunterschiede in Licht- und Kameraeinstellungen usw. War nicht meins.
      1 0 Melden
    • Luca Brasi 16.01.2017 22:14
      Highlight Übrigens bin ich kein Chauvi (naja, ich habe so meine Momente), ich spitze nur gern eine These zu, um Diskussionen auszulösen (und weil die Zeichenzahl hier begrenzt ist). ;)
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    • Luca Brasi 16.01.2017 23:04
      Highlight Ach, ich mag Licht- und Kameraeinstellung. "Der Pate" soll in dieser Beziehung sehr gut sein, aber ich schweife ab. ;)
      Ich denke einfach, dass z.B. Nofretete weitaus interessanter war. Kleopatra war mir einfach immer zu abhängig von Rom. Caesar kommt nach Ägypten und führt sich gleich wie der Chef auf. Danach die Liebelei mit dem kriegserfahrenen Mark Anton, da er als wahrscheinlichster Nachfolger Caesars galt. Laut Cassius Dio soll Kleopatra auch versucht haben Augustus zu verführen, ist aber gescheitert. Danach war Ägypten röm. Provinz. Die Frage ist, ob andere es besser gemanagt hätten.
      1 0 Melden
    • Nausicaä 17.01.2017 18:04
      Highlight Da würde mich jetzt interessieren, warum Nofretete interessanter gewesen war? Das Wenige, was man über sie weiss (oder bin ich ungenügend informiert?) schien mir jetzt nicht sonderlich spannend.
      Kleopatra konnte ja nichts für ihre Abhängigkeit. Sie konnte sich den geschichtlichen Kontext ja nicht aussuchen, in den sie geboren wurde. Unter prekären Umständen konnte sie 20 Jahre lang die Zügel in der Hand halten. Und die Rezeptionsgeschichte Kleopatras ist hochspannend und symptomatisch für den Blick auf Frauen, der sich jahrhundertelang nicht änderte, teils jetzt noch nicht geändert hat...
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    • Luca Brasi 17.01.2017 22:41
      Highlight Die Frage ist wie stark ihre Zügel waren. Rom hatte ja kein Interesse an politischer Instabilität in Ägypten. Sie wollten einfach die Kornkammer. Ob jetzt offiziell mit einer Pharaonin an der Spitze oder nicht, war nicht so wichtig. Als jedoch der Bürgerkrieg ausbrach, stützte sie sich auf Mark Anton und dessen Truppen, war also wiederum nicht ganz so autonom. Aber eben, wir können lange darüber diskutieren, ob eine andere Person es besser gemacht hätte. Kleo hat eben das Glück, dass ihre Mythen, etc. sich hervorragend eignen, um eine Rezeption in Kunst, etc. zu bewerkstelligen.
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  • SVARTGARD 15.01.2017 16:10
    Highlight Angela Merkel
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    • Karl33 15.01.2017 18:18
      Highlight Traumfrau Angela Merkel? Haha.
      13 6 Melden
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  • Majoras Maske 15.01.2017 15:46
    Highlight Übrigens hätte es noch andere grosse Herrscherinnen in Ägypten gegeben.
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    • Karl Müller 15.01.2017 18:01
      Highlight Mach mal einen Vorschlag, aber ohne dass jemand "Gesundheit" sagt ;)
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    • Majoras Maske 15.01.2017 21:02
      Highlight Hatschepsut (Gesundheit), Nofretete und Kleopatra waren die drei grossen Königinnen von Ägypten.

      Und ja, Nofretete kann man auch zählen, da sie soweit ich weiss als einzige mit den beiden anderen Frauen mit den "männlichen Insignien der Macht" dargestellt wurde. Auch wenn sie "nur" Gemahlin war und ihr Ende unklar ist. Und klar ist Kleopadras Leben schillender und dramatischer; aber die Geschichte von Nofretete und Echnaton und ihrem erfundenen Gott Aton finde ich aber auch spannend und erwähnenswert. :)
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  • Nausicaä 15.01.2017 15:30
    Highlight Ha! Weisst du, was ich gerade lese? Die Kleopatra-Biographie von Stacy Schiff ;). Ganz toll, wie sie mit den Quellen umgeht und Kleopatra als das darstellt, was sie in erster Linie war: Eine scharfsinnige Anführerin und Feldherrin und nicht das heisse und hysterische Weibchen, als dass sie in der Popkultur dargestellt wird.
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    • Anna Rothenfluh 15.01.2017 16:06
      Highlight @Nausicaä: Oh, sehr interessant! Die antiken Quellen über sie sind natürlich stark darauf aus, sie genau als hysterisches und verführerisches Weibsbild darzustellen. Obwohl sie zweiteres wohl schon bitz gewesen ist, ohne die Unterstützung Roms wärs wohl schon früher sehr schwierig für sie geworden.
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    • Nausicaä 15.01.2017 16:30
      Highlight @Anna. Ja, es ist sehr lesenswert. Genau deswegen ist es wichtig, die Quellen kritisch zu betrachten. In Asterix und Obelix z.B. wird ja auch diese Sicht auf Kleopatra perpetuiert. Kleopatra wird immer noch aus den falschen Gründen gewürdigt und 'gefürchtet'. Es ist ja auch ok, dass sie verführerisch war, aber sie war eben längst nicht nur das. Indem man Frauen auf diesen Aspekt reduziert, erweist man ihnen einen Bärendienst. Apropos, da kommt mir eine weitere sehr empfehlenswerte Biographie in den Sinn, die über Marilyn Monroe von Gloria Steinem, etwas vom Besten, was ich je gelesen habe!
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