Schweiz
Migration

Martullo-Blocher droht mit Referendum gegen MEI-Umsetzung

ZUR KANDIDATUR VON MAGDALENA MARTULLO-BLOCHER AN DEN KOMMENDEN NATIONALRATSWAHLEN FUER DIE BUEDNER SVP, STELLEN WIR IHNEN AM MONTAG, DEM 20. APRIL 2015, FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG - Magdalena ...
Bild: KEYSTONE

Martullo-Blocher droht mit Referendum gegen MEI-Umsetzung

27.11.2016, 05:5627.11.2016, 08:06

Wird die Zuwanderungsinitiative nach dem «Modell Müller» umgesetzt, überlegt sich die SVP nach Angaben von Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher «ernsthaft» ein Referendum. Die Begründungspflicht bei abgelehnten Stellenbewerbern ist für die Partei inakzeptabel.

Die zuständige Ständeratskommission will nach einem Vorschlag von Philipp Müller (FDP) den vom Nationalrat beschlossenen «Inländervorrang light» leicht verschärfen: Firmen sollen in Berufen mit vielen Arbeitslosen offene Stellen den Arbeitsämtern melden müssen, eine Anzahl Arbeitslose zu Vorstellungsgesprächen einladen und begründen, wenn dennoch ein Ausländer eingestellt wird.

Swiss upper house Political Institutions Committee member and Councilor of State Philipp Mueller attends a news conference on the mass immigration initiative in Bern, Switzerland November 7, 2016. REU ...
Vater des Modells «Inländervorrang light»: FDP-Politiker Philipp Müller. Bild: RUBEN SPRICH/REUTERS

«Wenn sich dieses Modell durchsetzt, überlegen wir aus wirtschaftlichen Gründen, das Referendum zu ergreifen», sagte Martullo-Blocher in einem Interview mit der «SonntagsZeitung».

Falle die Begründungspflicht weg, «könnten wir wohl auf ein Referendum verzichten». Dies fordern auch die Wirtschaftsdachverbände. Unterstützen werde die SVP aber auch Melde- und Interviewpflicht «nie». Sie spricht von einem «Bürokratiemonster».

Die SVP-Initiative gegen die Masseneinwanderung (MEI) verlangt, dass die Einwanderung mit Kontingenten und Höchstzahlen gesteuert wird. Darauf pocht die SVP. Bei Mangel an Fachkräften sollen laut der SVP-Wirtschaftschefin Martullo-Blocher aber «Ausländer unbürokratisch bewilligt werden» können. Gestoppt werden solle die Einwanderung in die Sozialwerke.

Über die Umsetzung berät das Parlament in der am Montag beginnenden Wintersession. (ehi/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Hitze verformt SBB-Gleise – ETH-Professor warnt vor Entgleisungen
Die SBB registrierten im vergangenen Hitzesommer 97 verformte Gleisabschnitte – fast viermal so viele wie im Vorjahr. Ein ETH-Experte warnt vor dem Risiko schwerer Unfälle und fordert zusätzliche Schutzmassnahmen.
Extreme Hitze wird zunehmend zum Problem für das Schweizer Schienennetz. Wie die «SonntagsZeitung» unter Berufung auf bislang unveröffentlichte Zahlen der SBB berichtet, kam es in diesem Jahr zu 97 sogenannten Verwerfungen und Verdrückungen der Gleise.
Zur Story