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Vor US-Midterms: Trump-Regierung will Ilhan Omar laut Bericht abschieben

Rep. Ilhan Omar, D-Minn., listens during a Congressional spotlight hearing on Capitol Hill, Tuesday, Sept. 22, 2026, in Washington. (AP Photo/Mark Schiefelbein)
Ilhan Omar
Die US-Regierung will der demokratischen Kongressabgeordneten Ilhan Omar offenbar die amerikanische Staatsbürgerschaft entziehen.Bild: keystone

Bericht: Trump-Regierung will Repräsentantin Ilhan Omar ausbürgern und abschieben

Donald Trumps Regierung geht offenbar mit einem weitreichenden Ziel gegen die demokratische Abgeordnete Ilhan Omar vor. Die Ermittlungen könnten die Politikerin sogar ihre US-Staatsbürgerschaft kosten.
15.10.2026, 15:5515.10.2026, 17:55
Anna von Stefenelli / t-online
Ein Artikel von
t-online

Die US-Regierung will der demokratischen Kongressabgeordneten Ilhan Omar offenbar die amerikanische Staatsbürgerschaft entziehen und sie anschliessend abschieben. Darauf sollen Ermittlungen gegen die 44-jährige Trump-Kritikerin abzielen, berichtet das «Wall Street Journal» unter Berufung auf US-Regierungsvertreter und mit dem Vorgang vertraute Personen rund drei Wochen vor den US-Midterms. Im Mittelpunkt steht der Verdacht, dass bei ihrer Einbürgerung vor mehr als 25 Jahren falsche Angaben gemacht wurden.

Bereits am Montag hatten Bundesbeamte Omars Wohnhaus in Washington durchsucht. Nach Angaben des «Wall Street Journal» beschlagnahmten sie unter anderem ihren Reisepass, Computer und ihr Mobiltelefon. Zudem wurden mehr als ein Dutzend Vorladungen ausgestellt, darunter an mehrere Familienangehörige. Das bestätigten mit den Ermittlungen vertraute Personen auch der Nachrichtenagentur AP.

Ermittler prüfen Angaben zu Omar kurz vor den US-Midterms 2026

Omar war 1995 mit ihrer Familie aus einem Flüchtlingslager in Kenia in die USA gekommen. Geboren wurde sie 1982 in Somalia, seit 2000 besitzt sie die amerikanische Staatsbürgerschaft. Nun untersuchen die Behörden, ob sie oder ihr inzwischen verstorbener Vater in den Einwanderungsunterlagen falsche Angaben zu ihrem Alter gemacht haben.

Konkret geht es dem Bericht zufolge um die Frage, ob Omar damals als 17-Jährige ausgegeben wurde, obwohl sie bereits 18 Jahre alt war. Als Minderjährige konnte sie die US-Staatsbürgerschaft über die Einbürgerung ihres Vaters erhalten.

Ähnliche Vorwürfe waren bereits unter der Regierung von Joe Biden geprüft worden. Damals sahen die Behörden nach Angaben der «Washington Post» nicht genügend Beweise, um die Ermittlungen fortzusetzen.

Omar weist die Anschuldigungen zurück. Ihr Büro erklärte dem «Wall Street Journal», Trump wolle eine der wirksamsten progressiven Stimmen im Kongress ausschalten. Für die Vorwürfe gebe es keinerlei Beweise.

Wahlen in den USA: Hausdurchsuchung kurz vor den Midterms

Die Ermittlungen sind auch wegen ihres Zeitpunkts umstritten. Am 3. November finden in den USA die Kongresswahlen, die Midterms 2026, statt, bei denen Omar für ihren Wahlkreis Minnesota kandidiert. Das Justizministerium vermeidet üblicherweise öffentlichkeitswirksame Ermittlungsschritte gegen Kandidaten kurz vor einer Wahl, um den Eindruck politischer Einflussnahme zu verhindern.

Trump greift Omar seit Jahren persönlich an und hat wiederholt ihre Abschiebung gefordert. Die Abgeordnete spricht von politischer Einschüchterung. Sie werde sich nicht zum Schweigen bringen lassen.

Ob die Regierung tatsächlich ein Verfahren zum Entzug ihrer Staatsbürgerschaft einleitet, ist offen. Dafür müsste das Justizministerium vor Gericht nachweisen, dass Omar ihre Staatsbürgerschaft durch rechtlich erhebliche falsche Angaben erlangt hat. Bislang ist ein solcher Betrug nicht belegt.

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