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Queen-Gitarrist Brian May widmet sich mit 70 dem Tierschutz



Backgroundsänger und Gitarrist einer der erfolgreichsten Bands der Welt, Tierschützer und Sammler von stereoskopischen Bildern: Brian May wird es auch mit 70 nicht langweilig.

Samtjackett, weisses Hemd und Pudelfrisur, dazu seine Gitarre «Red Special» - das ist Brian May, der neuerdings manchmal recht miesepetrige Gitarrist der legendären Band Queen. Nach dem Aids-Tod von Frontmann Freddie Mercury 1991 war er vor allem als sanftmütiger Gitarrist bekannt.

Seit er seinen Blog «Brian’s Soapbox» schreibt, findet er immer wieder neue Gründe, um sich aufzuregen: Mal ist es die Entfernung der Flugsitze zum Fenster in der ersten Klasse, mal die Fuchsjagd. «Ich habe mir immer versprochen, dass ich - wenn ich meine Träume erfüllt habe - ein Jahr meines Lebens widmen werde, um das Leben von Tieren zu verbessern», sagte er dem «Mirror».

Selbstgemachte Gitarre

May wuchs als Einzelkind im grünen Westen Londons auf. Sein Vater - ein technischer Zeichner - spielte Klavier und Ukulele. Der sieben Jahre alte Brian stand auf Gitarren. «Als Kind war mir nicht bewusst, dass wir wirklich arm waren», erzählte May dem «Guardian». Die Eltern kratzten das Geld für seine erste akustische Gitarre zusammen.

«Mit 16 wollte ich verzweifelt eine richtige E-Gitarre haben, aber wir konnten sie uns nicht leisten, also begannen Dad und ich, eine zu bauen.» Herausgekommen ist die «Red Special», die er auf jedem Konzert spielt und die auf jedem Queen-Album zu hören ist. Auf Tournee hat sie sogar ihren eigenen Leibwächter.

Brian May ist ein so gradliniger Rocker, dass es überrascht, dass er ab 1971 mit dem überkandidelten und charismatischen Freddie Mercury auf der Bühne stand. «Rock war eine Show. Man konnte nicht sagen, wer schwul war und wer nicht, und warum sich überhaupt die Mühe machen?»

Mercurys Tod war ein Schock

Die Queen-Partys waren legendär, die Orgie für ihr 1978er Album «Jazz» gilt als sagenumwoben: Transvestiten, Feuerspucker, Stripper und eine Armee an Kleinwüchsigen, die den Gästen Koks mit auf den Kopf geschnallten Tabletts darreichten.

1991 dann das Schicksalsjahr: May verliert seinen Vater und Freddie Mercury stirbt an den Folgen von Aids. Ein Schock für die Band, die versucht hatte, ihn in seinen letzten Jahren so gut wie möglich vor dem Medieninteresse zu schützen. «Wir waren als Band länger zusammen als unsere ersten Ehen hielten», erinnerte sich May im «Guardian».

Und es geht weiter: Das Queen-Musical «We will Rock You» lief zwölf Jahre lang im Londoner Westend und May verkauft sogar Replikate seiner «Red Special». Derzeit tourt er mit Queen, mit Adam Lambert in Freddie Mercurys Rolle. (sda/dpa)

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