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Genferin Céline Amaudruz steigt ins Rennen um Parmelin-Nachfolge

Celine Amaudruz, la vice-presidente de l'UDC Suisse et conseillere nationale, s'exprime lors d'une conference de presse pour annoncer sa candidature a la succession de Guy Parmelin au C ...
Sie möchte Guy Parmelin im Bundesrat beerben: Nationalrätin Céline Amaudruz.Bild: keystone

Genferin Céline Amaudruz steigt ins Rennen um Parmelin-Nachfolge

Die erste Kandidatur für die Nachfolge von SVP-Bundesrat Guy Parmelin ist bekannt: Die Genfer Nationalrätin Céline Amaudruz will in die Landesregierung. Die 47-Jährige muss nun vor allem die Deutschschweizer Vertreter ihrer Partei von sich überzeugen. Sie setzt dabei auf ihre politische Erfahrung und die Bedeutung der Westschweiz.
15.10.2026, 09:4515.10.2026, 15:38

«Ich habe mir den Entscheid reiflich überlegt und mit meinem Ehemann, meinen Angehörigen sowie meinem politischen Umfeld besprochen», sagte Amaudruz am Donnerstag in Genf vor den Medien. Sie sei bereit, Verantwortung für das Land zu übernehmen. Sie kandidiere, weil ihr die Schweiz und ihre Bevölkerung am Herzen lägen.

Amaudruz ist die erste Politikerin, die ihre Kandidatur für die Nachfolge Parmelins offiziell bekanntgegeben hat. Der Waadtländer Bundesrat hatte vor zwei Wochen seinen Rücktritt auf Ende Jahr angekündigt. Bei einer Wahl wäre die Genferin die erste SVP-Frau im Bundesrat. Seit 2016 ist sie Vizepräsidentin der SVP Schweiz. Bei der Nachfolge von Ueli Maurer 2022 hatte sie auf eine Kandidatur verzichtet.

Welches Departement sie übernehmen möchte, liess Amaudruz offen. «Ich kandidiere für den Bundesrat, nicht für ein bestimmtes Departement», sagte sie. Persönliche Vorlieben habe sie zwar, darüber zu sprechen, sei aber verfrüht.

Kritik aus den eigenen Reihen

Ihre Kandidatur stösst innerhalb der SVP nicht überall auf Zustimmung. Der frühere Nationalrat und «Weltwoche»-Chefredaktor Roger Köppel bezeichnete Amaudruz bereits vor ihrer Ankündigung als politisches «Leichtgewicht». Ihre Kandidatur wäre eine «monumentale Fehlbesetzung», erklärte er.

Amaudruz zeigte sich über diese Angriffe überrascht. Sie wolle auf solche Äusserungen nicht näher eingehen, sagte sie. Sie verwies auf ihre langjährige Tätigkeit als Vizepräsidentin der SVP Schweiz und ihre Erfahrung als Präsidentin einer parlamentarischen Kommission. Sie verteidige seit Jahren die Werte der Partei.

Zwar hat Amaudruz bei einzelnen gesellschaftspolitischen Fragen, etwa der Ehe für alle, anders abgestimmt als die Mehrheit ihrer Partei. Bei den zentralen politischen Anliegen stehe sie aber auf SVP-Linie. Unterschiedliche Meinungen müsse eine Partei aushalten können.

Westschweizer Vertretung als Argument

Für die grösste Partei der Schweiz wäre es nach Ansicht von Amaudruz ein Problem, künftig nicht mehr mit einer französischsprachigen Person im Bundesrat vertreten zu sein. «Eine Romande oder ein Romand muss aufs Ticket», sagte sie. Den Entscheid über die regionale Zusammensetzung der Landesregierung treffe allerdings die Bundesversammlung.

Sie wolle die Interessen der gesamten Schweiz vertreten, aber «mit einer Westschweizer Note». Als besondere Anliegen nannte sie die Mobilität, die Arbeitslosigkeit und die Kriminalität in Grenzregionen. Gerade Genf stehe vor besonderen Herausforderungen.

An ihre Deutschschweizer Parteikolleginnen und -kollegen gerichtet, betonte sie: «Wir verteidigen dieselben Werte.» An der Medienkonferenz sprach sie neben Französisch auch Deutsch, Italienisch und Englisch. Sollte Parmelin nicht durch eine Person aus der Romandie ersetzt werden, wäre SP-Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider ab 2027 das einzige französischsprachige Mitglied der Landesregierung.

Unterstützung erhält Amaudruz vom Präsidenten der Genfer SVP, Lionel Dugerdil. Er verlangt, dass die Westschweiz auf dem offiziellen SVP-Ticket vertreten ist. Andernfalls stellte er Gegenmassnahmen in Aussicht.

Gegen Bilaterale III - bereit zu Kollegialität

Als eine der grössten Herausforderungen für die Schweiz bezeichnet Amaudruz das geplante Vertragspaket mit der Europäischen Union. Sie lehne die Bilateralen III ab, weil dabei die Unabhängigkeit und Souveränität der Schweiz auf dem Spiel stünden. Der Widerstand gegen eine engere Anbindung an die EU gehöre zur politischen DNA der SVP, sagte sie.

Als Nationalrätin werde sie die Verträge weiterhin bekämpfen. Sollte sie in den Bundesrat gewählt werden, würde sie aber einen entsprechenden Kollegialentscheid mittragen und das Vertragspaket nötigenfalls auch im Abstimmungskampf verteidigen. Wer sich dieser Verantwortung entziehe, sei nicht glaubwürdig, erklärte sie.

Sie sei bereit, ihre Meinung zu ändern, wenn es dafür gute Gründe gebe. Als Bundesrätin müsse sie zuhören, den Dialog suchen und Entscheide der Kollegialbehörde loyal vertreten.

Weitere politische Schwerpunkte sieht Amaudruz bei der Sicherheit und der Kaufkraft. Angesichts der internationalen Lage brauche die Schweiz eine starke und glaubwürdige Armee. Zudem müsse der Mittelstand gestärkt werden. Freihandelsabkommen befürworte sie, sofern die Interessen der Schweizer Landwirtschaft berücksichtigt würden.

Auf Fragen zu ihren Verbindungen zum Finanzplatz versicherte sie, keine Lobbyistin zu sein, auch nicht für UBS-Chef Sergio Ermotti.

Empört wegen Fragen zu Mutterrolle

Deutlich verärgert reagierte die 47-Jährige auf die öffentliche Diskussion darüber, ob sie als Mutter zweier kleiner Töchter im Alter von einem und drei Jahren das Bundesratsamt ausüben könne. Es sei erschütternd, dass eine solche Frage im 21. Jahrhundert überhaupt noch gestellt werde.

«Welche Botschaft senden wir damit an die Frauen?», fragte sie. Die Diskussion erwecke den Eindruck, Mütter könnten keine verantwortungsvollen Positionen übernehmen, weder in der Politik noch in der Wirtschaft. «Einem Mann wird diese Frage nicht gestellt.» Bei einer Wahl wäre sie stolz darauf, ein Vorbild für Frauen zu sein, die beruflich Verantwortung übernehmen wollten.

Auch der Frauendachverband Alliance F setzt sich für eine stärkere Vertretung der Frauen in der Landesregierung ein. Er fordert von der SVP ein reines Frauenticket für die Nachfolge Parmelins.

Entscheid über SVP-Ticket im November

Die SVP-Bundeshausfraktion entscheidet am 20. November, wen sie für die Nachfolge Parmelins ins Rennen schickt. Fraktionspräsident Thomas Aeschi sprach sich für ein Ticket mit mindestens zwei Kandidierenden aus.

Weitere mögliche Kandidatinnen und Kandidaten sind im Gespräch, haben sich bisher aber noch nicht entschieden. Die Vereinigte Bundesversammlung wählt am 9. Dezember.

(sda)

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10:47
Bin keine Lobbyistin für Ermotti
Sie arbeite selber in der Finanzbranche und kenne deshalb die Schwierigkeiten, die die Banken in der Schweiz haben. Während rundherum dereguliert werde, würde die Schweiz die Hürden erhöhen. Trotzdem sei sie keine Lobbyistin für Sergio Ermotti (Anm. d. Red.: UBS-CEO).
10:45
Konsequenzen aus dem Hitzesommer
Sie wird gefragt, was ihre Konsequenzen aus dem Hitzesommer seien. Es sei eine wichtige Debatte, die Frage sei aber, was die Schweiz auf globalem Niveau beitragen könne, so Amaudruz. Es sei wichtig, geeignete Massnahmen einzuführen, um die Auswirkungen der Hitze einzudämmen, wie etwa das Erleichtern des Einbaus von Klimaanlagen.
10:38
Kollegialität bei den EU-Verträgen
Es wird die Frage gestellt, ob sie sich bezüglich der Entscheidung des Bundesrates zu den EU-Verträgen kollegial verhalten werde. «Das ist ein Problem, das alle Kandidaten haben werden», so Amaudruz. Der Kollege nebenan pflichtet bei, dass auch Guy Parmelin oft zusammen mit dem Gesamtbundesrat «gegen den gesunden Menschenverstand» gehandelt habe, um die Kollegialität zu wahren.
10:33
Wie gut ist ihr Deutsch?
«Ich kann deutsch sprechen», sagt Amaudruz. Sie verstehe 90 Prozent, eine Debatte sei vielleicht ein bisschen schwierig, «aber es geht schon».
10:30
Bin nicht beeinflussbar
Wieder wird sie auf Köppel angesprochen, der sie zudem als beeinflussbar bezeichnet hatte. Dies sei sie nicht, so Amaudruz, jedoch sei sie stets offen und höre Vorschlägen zu.
10:27
Werde Bevölkerung vor EU-Vertrag warnen
Die Stärke der Schweiz liege darin, dass sie unabhängig sei. Diese Unabhängigkeit müsse bewahrt werden. Deshalb werde sie die Schweizer Bevölkerung, sollte sie Bundesrätin werden, vor den Gefahren der Verträge mit der EU warnen.
10:25
Grösste Probleme: Aussenpolitik und Kaufkraft
Laut Amaudruz hat die Schweiz mehrere grosse Probleme. Rund um das Land herrsche Krieg (auch in Frankreich); die Schweiz müsse deshalb da sein, um Frieden stiften zu können. Zudem sinke die Kaufkraft der Bevölkerung täglich. Deshalb müsse man den Mittelstand stärken und für eine starke Wirtschaft sorgen. Zudem müsse die Landwirtschaft stärker unterstützt werden.
10:23
Keine Deutsschweiz-Strategie
Amaudruz wird gefragt, wie sie den eher schwachen Rückhalt in der Deutschschweiz stärken will. «Ich weiss, sie hätten gerne, dass der Sitz wieder in die Deutschschweiz zurückwandert», doch sie wolle trotzdem darauf hinweisen, dass man in der Partei die selben Werte teile. Das sei auch eine Stärke für die SVP.
10:21
Überrascht über Köppel-Angriff
Verleger Roger Köppel (Weltwoche) hatte Amaudruz als politisches Leichtegewicht bezeichnet. Darauf angesprochen sagt Amaudruz, sie sei überrascht - zumal sie seit 2016 Vizepräsidentin der grössten Schweizer Partei sei, die grosse Gesundheitskommission des Nationalrats leitete und in der Finanzkommission sitze.
10:16
Dettling freut sich
Parteipräsident Marcel Dettling habe sich über ihren Entscheid, den sie ihm telefonisch mitgeteilt habe, gefreut, so Amaudruz. Die weitere Parteileitung sei per E-Mail informiert worden.
10:15
Schwerpunkte Mobilität und Sicherheit
Einer der Schwerpunkte, die sie im Bundesrat setzen will, ist im Bereich der Mobilität, so Amaudruz. Zudem sei die Sicherheit, besonders an den Grenzen, wichtig.
10:11
Friedli hat nichts zu Entscheidung beigetragen
«Wenn man sich eine Kandidatur überlegt, schaut man nicht auf die anderen Kandidaten.» Esther Friedli wäre eine hervorragende Kandidatin, aber ihr Nichtantritt habe nichts zur eigenen Entscheidung beigetragen, so Amaudruz.
10:09
Hat sich für Sicherheit der Frauen eingesetzt
Weiter habe sich Amaudruz für die Sicherheit der Frauen eingesetzt. Im Namen der SVP Genf bedankt er sich für ihre Kandidatur.
10:07
Genf hat viel zur Schweiz beigetragen
Der Mann neben Amauduz listet die Verdienste der Nationalrätin auf. In den letzten 15 Jahren habe der Kanton Genf, den sie im Parlament vertritt, viel zur Entwicklung der Schweiz beigetragen. Genf sei stolz, auch die Interessen der umliegenden Kantone vertreten zu können. Céline Amaudruz könne die Verantwortung, die das Amt mit sich bringe, tragen.
10:04
Mehrsprachige Ausführungen
Amaudruz wechselt während ihrer Erklärungen zwischen französisch, hochdeutsch, italienisch, und englisch.
10:04
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«Ich bin überzeugt, dass die Diversität in der Schweiz unsere Stärke ist. Darum will ich zum Zusammenhalt in der Schweiz aufrufen.»
10:03
Werde Kollegialität respektieren
«Sollte mir die Bundesversammlung ihr Vertrauen schenken, werde ich dieses Amt mit Respekt vor den Institutionen und der Kollegialität ausüben.»
10:02
Amaudruz betont ihre Liebe zur Schweiz
«Ich glaube, um der Schweiz dienen zu können, muss man die Schweiz lieben.»
10:01
«Ich habe mich nach Absprache mit meinem Ehemann und mit meiner Partei dazu entschieden, für das Amt als Bundesrätin zu kandidieren.»
10:01
Amaudruz kandidiert!
10:00
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9:59
Gleich geht's los
In wenigen Minuten beginnt die Medienkonferenz. Unter den Medienschaffenden vor Ort herrscht bereits reges Treiben.
9:56
9:49
Amaudruz gilt als Favoritin
In der Romandie gilt die Genfer Nationalrätin Céline Amaudruz als Aushängeschild der Partei. Zudem ist sie als Vizepräsidentin der SVP Schweiz national vernetzt und politisiert seit 15 Jahren im Nationalrat. Deshalb gilt sie zumindest unter den Westschweizer SVP-Vertretern als Favoritin für die Nachfolge von Guy Parmelin. (cpf)

(cpf)

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11 Jahre Bundesrat Guy Parmelin in Bildern
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Am 9. Dezember 2015 wählte das Parlament Guy Parmelin zum neuen Bundesrat.

quelle: keystone / peter klaunzer
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