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Lake Ontario: Uralt-Kartenapp MapQuest auf Platz 1 bei US-Downloads

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Nicht zu übersehen: MapQuest belässt es beim Lake Ontario beim ursprünglichen Namen.Bild: mapquest

Trumps Namens-Faxen verweigert: Uralt-Kartenapp springt auf Platz 1 bei US-Downloads

Während Apple und Google auf ihren Karten den Wünschen des US-Präsidenten bezüglich der Umbenennung des Lake Ontario nachkamen, widersetzte sich ein kleiner Anbieter, der die besten Zeiten hinter sich hat. Es zahlt sich aus.
04.09.2026, 20:5005.09.2026, 07:14

MapQuest ist ein kostenloser US-Kartendienst, der als einer der ersten Anbieter überhaupt in den 90er-Jahren Digitalkarten zu Verfügung gestellt hatte. Mittlerweile ist der Dienst von den Giganten um Google Maps und Apple Maps mehr als nur überholt worden und fristet ein Nischendasein. Doch diese Woche feierte der Anbieter plötzlich ein Revival bei der breiten Öffentlichkeit, wie das Tech-Newsportal TechCrunch berichtet.

Der Grund: Der Kartenentwickler widersetzt sich im Gegensatz zu Apple und Google US-Präsident Donald Trump. Dieser hatte kürzlich wegen eines Wirtschaftsstreits mit Kanada verfügt, den Lake Ontario, der beide Länder verbindet, in «Lake America» umzutaufen.

epa13195388 A poster shows the name change from Lake Ontario to Lake America, as US President Donald Trump signs an executive order on the renaming, amid a recent trade war, in the Oval Office of the  ...
Donald Trump tauft gerne Dinge um.Bild: keystone

Apple und Google haben den Wünschen des US-Präsidenten Folge geleistet und listen auf ihren Diensten den See, zumindest für US-Nutzerinnen und -Nutzer, als «Lake America». MapQuest hingegen macht bei Trumps Namensprovokationen nicht mit: Der Anbieter erklärte öffentlich, dass man Trumps Anordnung nicht folgen werde. Stattdessen behalte man den Namen Lake Ontario bei. Zudem wurde den Nutzenden die Möglichkeit zur Verfügung gestellt, eine eigene Karte mit einem eigenen See-Namen zu erstellen.

Die Aktion fand bei US-Kartennutzenden offenbar Anklang. Denn MapQuest sprang diese Woche in den Download-Listen des App Stores hoch. Am Dienstag belegte die MapQuest-Karte sogar Platz 1 bei den Downloads. Und auch in Kanada kommt der indirekte Trump-Protest an: Dort stieg MapQuest zeitweise bis auf Platz 2 bei den beliebtesten Downloads. Laut eigenen Angaben wurde MapQuest seit der Ankündigung vor einer Woche in den USA und Kanada über 1,5 Millionen Mal heruntergeladen.

MapQuest-Geschäftsführer Doug Berger zeigte sich gegenüber «TechCrunch» überwältigt von der Nachfrage:

«Es ist unglaublich, dass die Leute unsere App nicht nur installieren – sie interessieren sich auch so sehr dafür, direkt mit uns zu kommunizieren, äussern neue Funktionswünsche und geben uns konstruktive Rückmeldungen zu Fehlern über die sozialen Medien und in unseren App-Bewertungen.»

Der Hype verdeutlicht aber auch, wie sehr MapQuest von der viel grösseren Konkurrenz abgehängt worden war: Mehr als die Hälfte der gesamten App-Downloads in diesem Jahr wurden zwischen dem 27. August und dem 1. September vorgenommen.

Nicht das erste Mal

MapQuests Weigerung sich Donald Trumps Namensänderungen zu fügen, scheint derweil kein reiner Opportunismus zu sein. Das Unternehmen hatte sich schon vor einem Jahr, als der US-Präsident den Golf von Mexiko in «Golf von Amerika» umbenennen wollte, geweigert. Auch hier wird auf der Karte nach wie vor der ursprüngliche und international anerkannte Name gezeigt. Apple und Google setzten damals auf einen Kompromiss – sie zeigen beide Namensversionen an.

(con)

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