Digital
International

Brandsätze in Luftpost-Paketen: Die Spur führt nach Russland

DHL-Flugzeug am Flughafen Leipzig, Deutschland.
Ein DHL-Frachtflugzeug in Leipzig.archivBild: imago-images.de

Brandsätze in Luftpost-Paketen: Die Spur führt nach Russland

Die Terroranschläge im vergangenen Jahr auf den europäischen Güterverkehr sind offenbar aus Russland koordiniert worden. Litauen meldet 15 Festnahmen.
19.09.2025, 11:5719.09.2025, 12:09
Ein Artikel von
t-online

Litauen hat im Zusammenhang mit Paketbränden in Europa im vergangenen Jahr 15 Verdächtige wegen «terroristischer Straftaten» angeklagt.

Die Staatsanwaltschaft in Vilnius erklärte am Mittwoch, die Verdächtigen hätten die Versandunternehmen DHL und DPD genutzt, um vier Pakete mit in Kosmetikbehältern verstecktem Sprengstoff aus der litauischen Hauptstadt in verschiedene europäische Länder zu verschicken, darunter Deutschland, Polen und Grossbritannien.

In einer Stellungnahme der Staatsanwaltschaft hiess es, die Straftaten seien «von Bürgern der Russischen Föderation organisiert und koordiniert wurden, die mit den militärischen Geheimdiensten der Russischen Föderation in Verbindung stehen».

Was war passiert?

Im Sommer vergangenen Jahres waren Pakete mit Brandsätzen in Lagerhäusern des Logistikkonzerns DHL in Leipzig und im britischen Birmingham aufgetaucht, wo sie in Brand gerieten. In Polen setzte ein Paket auch einen DHL-Lkw in Brand. Nach dem Brand in Leipzig leitete die Bundesanwaltschaft Ermittlungen ein. Laut dem damaligen deutschen Verfassungsschutzpräsidenten Thomas Haldenwang hätte die brennende Paketsendung einen Flugzeugabsturz auslösen können.

Ein vierter Sprengkörper sei nicht explodiert, erklärte die litauische Staatsanwaltschaft. Sie fügte hinzu, dass es eine internationale Ermittlung sei. Bei den Angeklagten handelt es sich demnach um russische, litauische, lettische, estnische und ukrainische Staatsbürger. Wie viele von ihnen in Haft sind, war zunächst unklar.

Bei den mutmasslichen Tätern handelt es sich um Kleinkriminelle, die über Social-Media-Plattformen und den Messenger-Dienst Telegram angeworben wurden.

Verwendete Quellen:

  • Nahrichtenagentur AFP

(t-online/dsc)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Wie der russische Militärgeheimdienst GRU hackt und tötet
1 / 25
Wie der russische Militärgeheimdienst GRU hackt und tötet
Zum Repertoire des russischen Militärgeheimdienstes GRU gehören gezielte Tötungen, verdeckte Militäreinsätze, Hackerangriffe und die Manipulation von Wahlen. In dieser Bildstrecke lernst du seine Einheiten und Operationen kennen.
quelle: shutterstock
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Tonnenschwerer Wal an der Küste der Toskana gestrandet
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Darum ist dieser Herr in deiner Timeline – und warum er Social Media für immer verändert
Solltest du einen Instagram- oder TikTok-Account besitzen, ist die Chance beträchtlich, dass dir in den letzten paar Tagen ein blonder Franzose im feinen Zwirn mit exzentrischer Frisur in die Timeline gespült wurde. Sein Name ist Jean Philanthrope. Neben Schattenboxen, Nackentraining und Miesmuscheln mag er tadellose Kleidung – und er ist eine KI-Kreation.
Zur Story