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TikTok muss 330 Millionen Fr. Strafe bezahlen: Kinderschutz missachtet

TikTok muss 330 Millionen Franken Strafe bezahlen – Kinderschutz missachtet

15.09.2023, 17:0717.09.2023, 22:56

Der populäre chinesische Kurzvideodienst TikTok ist von irischen Datenschützern mit einer Strafe von umgerechnet 330 Millionen Franken belegt worden. Auslöser war eine Untersuchung zum Umgang mit Nutzerdaten von Minderjährigen von Ende Juli bis Ende Dezember 2020, wie die irische Datenschutzbehörde am Freitag mitteilte.

Speziell sei es dabei um einige Einstellungen der Plattform sowie die Altersüberprüfung bei der Anmeldung gegangen. Unter war demnach die Voreinstellung so, dass Beiträge wie Videos von Nutzerinnen und Nutzern im Alter zwischen 13 und 17 Jahren standardmässig für alle sichtbar veröffentlicht werden konnten. Auch sei die Kommentarfunktion in den Profilen als Voreinstellung für alle anderen User zugänglich gewesen.

TikTok rechtfertigt sich

TikTok betonte in einer Reaktion, die Ergebnisse der Untersuchung bezögen sich in erster Linie auf Einstellungen, die vor drei Jahren gültig gewesen seien. «Und die meisten dieser Ergebnisse sind aufgrund von Massnahmen, die wir bereits vor Beginn der Untersuchung eingeführt haben, nicht mehr relevant.» Dazu gehöre, dass alle Konten von Nutzern im Alter unter 16 Jahren standardmässig auf privat gesetzt worden seien.

Zusätzlich zur Strafe wurde TikTok aufgefordert, die Datenverarbeitung binnen drei Monaten in Einklang mit der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) zu bringen. Die Rekordstrafe nach der DSGVO von 1.2 Milliarden Euro war im Mai gegen den Facebook-Konzern Meta verhängt worden.

Rechenzentren in Irland und Norwegen

TikTok ist gerade dabei, Daten europäischer Nutzerinnen und Nutzer in ein neues Rechenzentrum in Irland zu verlagern. Ein weiteres Rechenzentrum in Irland und eines in Norwegen sind im Bau. Bis Ende 2024 sollen die europäischen User-Daten dorthin übertragen und standardmässig dort gespeichert werden.

TikTok will mit dem Plan unter dem Namen «Project Clover» Vertrauen in Europa gewinnen. Die Video-App hat einen schweren politischen Stand im Westen, da sie dem chinesischen Konzern Bytedance gehört. So untersagten die EU-Kommission und mehrere europäische Regierungen die Nutzung der App auf Dienst-Handys ihrer Angestellten.

Mit «Project Clover» will TikTok garantieren, dass der Zugriff auf persönliche Daten der europäischen Nutzerinnen und Nutzer strikt geregelt und transparent ist.

(dsc/sda/awp/dpa)

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