Digital
USA

Chinas Internet-Zensur radiert John Oliver aus – wegen dieses Beitrags

Chinas Internet-Zensur radiert John Oliver aus – wegen dieses Beitrags

21.06.2018, 11:4021.06.2018, 12:30

Gleicht Chinas Präsident Winnie the Pooh?

Urteile selbst ...

Bild
screenshot: youtube

Ein gefundenes Fressen für John Oliver.

In seiner Sendung knüpfte er sich Xi Jinping, den mächtigsten Mann Chinas, vor – und wies auf die Ähnlichkeit hin.

Bild
screenshot: youtube

Wobei es in seiner letzten «Last Week Tonight»-Show um durchaus ernste Dinge ging: Nämlich um Chinas Internet-Zensur und um die totale Überwachung der eigenen Bevölkerung, für die der mächtige Regierungschef verantwortlich zeichnet.

John Oliver:

«Unter Xi Jinping wird China autoritärer, just in dem Moment, als es grosse Expansionspläne auf der Weltbühne verfolgt...

China hat eine bedeutende wirtschaftliche Hebelwirkung und nutzt diese, um Kritik zum Schweigen zu bringen, auch wenn sie sehr berechtigt ist.»

Xi Jinpings Reaktion folgte prompt.

Wer am Mittwoch bei der chinesischen Social-Media-Plattform Weibo einen Beitrag zur Show posten wollte, bekam eine Fehlermeldung zu Gesicht. Wegen «Regelverstosses».

Zudem wurden bei Weibo laut einem Medienbericht auch alle User-Postings gelöscht, die diese Woche zu Oliver und seiner Show veröffentlicht worden waren.

Der britische TV-Satiriker lag goldrichtig, als er die Zensurmassnahmen und die Unterdrückung angeprangert hatte.

Es ist unklar, was genau die staatlichen Zensoren für unangebracht hielten. Oliver hatte unter anderem auch den Hausarrest der Witwe des chinesischen Dissidenten und Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo kritisiert.

Hier gibts den 20-minütigen Beitrag in voller Länge. Es lohnt sich! 😉

Last Week Tonight wird in keinem Teil Chinas ausgestrahlt – und YouTube ist auf dem chinesischen Festland blockiert. Trotzdem werden John Oliver und andere US-Shows regelmässig bei Weibo diskutiert und auf Video-Plattformen geteilt.

(dsc, via Guardian)

Kanada wird zum neuen Kifferparadies

Video: srf
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Der neue Schreck der Kosmetikindustrie: Influencer wird «Defluencer»
Er bezeichnet sich als Defluencer: Leon Xskincare entlarvt überteuerte und sinnlose Beauty-Produkte, Millionen schauen zu. Nur: Auch er verdient am Kosmetikmarkt.
Leon Xskincare ist eine Internetpersönlichkeit, die einen nicht so schnell loslässt. Der 29-jährige Deutsche hat es sich zur Aufgabe gemacht, Videos von sogenannten Skinfluencern zu sezieren, also von Internetstars, die Tipps zu Hautpflege und Schönheit geben und sich dafür bezahlen lassen. Meist beginnt seine Kritik mit einem Ausschnitt aus einem solchen Video. Dazu macht er ein fragendes Gesicht oder schaut etwas bedröppelt aus der Wäsche. So weit, so witzig. Dann startet Leon Xskincare sein Faktenfeuerwerk. Er geht die Inhaltsstoffe durch und nennt Alternativen, die sich viel günstiger in jeder Drogerie finden, mit denselben oder sinnvolleren Inhaltsstoffen.
Zur Story