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epa04371883 A photo made available 28 august 2014 of a sign outside South Yorkshire Police station in Rotherham, Yorkshire, northern England 27 August 2014. An inquiry report released yesterday claimed at least 1500 children had been abused in the city between 1997 and 2013.  EPA/WILL OLIVER

Polizeiwache in Rotherham: Missbrauchsskandal erschüttert England Bild: WILL OLIVER/EPA/KEYSTONE

rotherham in England

Polizist wohl in Missbrauchsskandal verwickelt

Im englischen Rotherham werden schwere Vorwürfe gegen die Polizei laut: Ein Beamter soll Mittäter in dem Missbrauchsskandal gewesen sein. Immer mehr Opfer brechen ihr Schweigen.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Im Skandal um sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen in der englischen Stadt Rotherham werden immer neue Details bekannt. So war vermutlich auch ein Polizeibeamter an dem Missbrauch beteiligt. Ein 27-jähriger Polizist sei bereits im November vergangenen Jahres festgenommen und am 21. August angeklagt worden, teilte die Polizei von South Yorkshire nun mit. Er sei am Donnerstag vor Gericht erschienen. Dem Mann werde vorgeworfen, ein 15 Jahre altes Mädchen zu sexuellen Handlungen genötigt zu haben.

Ein am Dienstag veröffentlichter Untersuchungsbericht machte deutlich, dass in der Stadt zwischen 1997 und 2013 rund 1400 Kinder und Jugendliche Opfer von sexuellem Missbrauch geworden sind. Der Bericht erhob schwere Vorwürfe gegen Polizei und Jugendbehörden, die zugeschaut und die Schilderungen der jungen Opfer nicht ernst genommen hätten.

Am Donnerstag sprachen weitere der Betroffenen öffentlich über die Taten. Sie berichteten, wie sie von älteren Männern sexuell ausgebeutet wurden und erzählen von der Tatenlosigkeit der Polizei angesichts der Verbrechen. Eine Anwaltskanzlei, die einige Opfer vertritt, hat Schadensersatzverhandlungen eingeleitet. Man sei zuversichtlich, aussergerichtliche Einigungen mit der Polizei und dem Jugendamt zu erzielen, berichtete die Zeitung «South Yorkshire Times».

Die Anwälte hatten bereits vor der Veröffentlichung des Untersuchungsberichts 17 Mädchen vertreten, zwei weitere hätten sich nun angeschlossen. «Wir können nachweisen, dass die Kommunalverwaltung und die Polizei Informationen nicht nachgegangen sind, die zur Festnahme von Tätern hätten führen können», sagte einer der Anwälte.

Andere mutmassliche Opfer bestätigten diese Darstellung. «Die Polizei sagte, ich lege es ja darauf an, und dass ich mir selbst keine Gefallen tun würde, wenn ich mit diesen Typen abhänge», berichtete eine heute 22 Jahre alte Frau in der «Sun». Eine weitere Frau haben die Ermittler ihren Angaben zufolge nur gefragt: «Und was erwartest du jetzt von uns?» Sie war damals 16, wie die BBC berichtete. (wit/dpa)

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