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FILE - This file photo taken from video by Nigeria's Boko Haram terrorist network on Monday, May 12, 2014, shows the missing girls alleged to be abducted on April 14 from the town of Chibok in northeastern Nigeria. Freeing the 276 Nigerian girls from the terrorist group Boko Haram is now one of the U.S. government's top priorities, U.S. officials declared on Thursday, May 15, issuing warnings about the militant group's expanding reach and growing capacity for more sophisticated and deadlier terror attacks. (AP Photo/File)

Bild: AP/Militant Video

Keine gewaltsame Befreiung der Mädchen

«Wir können nicht losziehen und sie bei dem Versuch, sie zu retten, töten»

Sechs Wochen nach der Entführung von mehr als 200 Schülerinnen in Nigeria hat das Militär angeblich ihren Aufenthaltsort ausfindig gemacht. Eine gewaltsame Befreiungsaktion ist aber nicht geplant.



Luftwaffenchef Alex Badeh teilte am Montag in der Hauptstadt Abuja mit, dass eine mögliche Befreiungsaktion zu gefährlich wäre: «Niemand soll sagen, das nigerianische Militär wisse nicht, was es tut. Wir können nicht losziehen und sie bei dem Versuch, sie zu retten, töten», so Badeh zum Schicksal der mehr als 200 Mädchen in den Händen der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram.

Hohe Offiziere verwiesen gegenüber der «Premium Times» auf drei Lager von Boko Haram in Madayi, Dogon Chuku und Meri nahe der Stadt Kukawas im Nordosten nahe des Tschadsees. Nigerianische Militärs befürchten demnach, die Islamisten könnten bei einem Angriff der Truppen verschiedene Fluchtwege nach Kamerun oder Niger nutzen.

Die Schülerinnen im Alter zwischen 15 und 18 Jahren waren am 14. April in der Stadt Chibok im Nordosten Nigerias verschleppt worden. Die Islamisten drohten, die Mädchen zu verkaufen, wenn die Regierung gefangene Gruppenmitglieder nicht freilasse.

Verhandlungen bisher abgelehnt

Präsident Goodluck Jonathan hat bisher öffentlich jegliche Verhandlung mit den Entführern abgelehnt. Allerdings war lokalen Medienberichten zufolge vergangene Woche eine hochrangige Kommission der Regierung im Bundesstaat Borno, die angeblich auch Verhandlungsoptionen mit den Terroristen prüfen sollte. Medienberichte über bereits laufende Verhandlungen wurden dementiert.

Die Regierung habe im letzten Augenblick einen Rückzieher gemacht und den Austausch von 50 Mädchen gegen 100 inhaftierte Boko-Haram-Mitglieder abgelehnt, berichtet die Zeitung «Oshun Defender».

Proteste gegen Behörden

Die Entführung der überwiegend christlichen Mädchen hat weltweit Empörung ausgelöst. Auch die Wut der Angehörigen auf die Behörden und die Regierung war in den vergangenen Wochen stetig gewachsen.

Die Betroffenen werfen den Behörden Untätigkeit vor und versuchen immer wieder, mit Demonstrationen den Druck zu verstärken. In der Hauptstadt gab es am Montag erneut einen Protestmarsch.

epa04228440 Nigerians protest over the abducted Chibok School girls in Lagos, Nigeria 27 May 2014.  Nigerian Chief of Defence Staff, Air Marshall Alex Badeh said 26 May 2014 it would be too dangerous to go in and rescue the girls however the military was aware of their position. The 276 girls were abducted from their school in Nigeria last month by the None of the girls have been found to date.  EPA/STR

Die Bevölkerung hält mit Kritik gegen die Regierung und das Militär nicht mehr zurück. Sie fordern, dass endlich etwas für die von Boko Haram entführten Mädchen unternommen wird.  Bild: STR/EPA/KEYSTONE

Luftwaffenchef Badeh versicherte den Demonstranten, dass die Behörden alles täten, um die Mädchen zu finden. «Wir arbeiten daran. Wir werden die Mädchen zurückbringen», versprach er.

Nach langem Zögern akzeptierte Präsident Jonathan das Angebot internationaler Hilfe. Seitdem stehen Experten unter anderem aus den USA, aus Frankreich, Grossbritannien und Israel den nigerianischen Sicherheitsbehörden zur Seite. Auf der Suche nach den Mädchen wurden auch US-Suchflugzeuge eingesetzt.

Dutzende Tote bei neuerlichem Angriff

Bei Angriffen Boko Harams wurden am Dienstag im Norden Nigerias mindestens 35 Menschen getötet. Wie die Zeitung «Vanguard» unter Berufung auf Polizeiquellen berichtete, hatten die Terroristen Polizeistationen und militärische Kontrollpunkte in den Staaten Borno und Yobe attackiert und teilweise auch zerstört.

Boko Haram kämpft im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias für einen islamistischen Staat. Seit Jahren verübt die Gruppe tödliche Anschläge auf Behörden und Soldaten, aber auch auf Kirchen, Schulen und ganze Dörfer. (sda)

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