Gesellschaft & Politik
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E-Mails aus Ferguson: Der rassistische Sumpf der Polizei



Die Untersuchungsbehörde des amerikanischen Justizministeriums, die nach dem Fall Michael Brown eingesetzt worden war, kam zum Schluss, dass die Polizei in Ferguson systematisch rassendiskriminierend handelte

Nach der Publikation des Untersuchungsberichts am Mittwoch wird offensichtlich, wie sehr die Justizabteilung in der Kleinstadt von rassistischen und ethnischen Vorurteilen durchsetzt war. Geschmacklose und diffamierende Witze sowie pauschale Urteile über ethnische Minderheiten und Religionsgruppen machten in der E-Mail-Korrespondenz die Runde. 

Schwarze, so der Tenor, neigen zur Kriminalität, sind ungebildet, faul, und der englischen Sprache nicht mächtig.

Die E-Mails wurden gemäss Untersuchungsbehörde beinahe ausschliesslich über amtliche E-Mail-Konten und während der Arbeitszeit verschickt.

Eine Auswahl der rassistischen und diskriminierenden E-Mails:

> A November 2008 email stated that President Barack Obama would not be President for very long because «what black man holds a steady job for four years.»

Ein E-Mail aus dem November 2008: Präsident Obama wird wohl nicht lange Präsident sein, denn: Welcher Schwarze Mann behält seinen Job länger als vier Jahre (vier Jahre entsprechen einer Amtszeit des US-Präsidenten). 

Bild

bild: United States Department of Justice Civil Rights Division

> A March 2010 email mocked African Americans through speech and familial stereotypes, using a story involving child support. One line from the email read: «I be so glad that dis be my last child support payment! Month after month, year after year, all dose payments!»

Eine E-Mail aus dem Jahr 2010 macht sich in stereotyper Art und Weise über die angebliche Unterschichts-Sprache von Afroamerikanern lustig. 

> An April 2011 email depicted President Barack Obama as a chimpanzee. 

Ein weiteres E-Mail aus dem Jahr 2011 bezeichnet Barack Obama als Schimpansen.

> A May 2011 email stated: «An African-American woman in New Orleans was admitted into the hospital for a pregnancy termination. Two weeks later she received a check for $5,000. She phoned the hospital to ask who it was from. The hospital said, ‹Crimestoppers.›»

Ein Witz, tief aus der rassistischen Fundkiste: «Eine Afroamerikanerin wurde wegen einer Abtreibung ins Spital gebracht. Zwei Wochen später erhielt sie einen Scheck über 5000 Dollar. Sie erkundigte sich beim Krankenhaus, von wem der Scheck stamme. Das Krankenhaus antwortete: ‹Von Verbrechensbekämpfern.›»

> A June 2011 email described a man seeking to obtain «welfare» for his dogs because they are «mixed in color, unemployed, lazy, can’t speak English and have no frigging clue who their Daddies are.»

Ein Mann will für seine Hunde «Sozialhilfe» beantragen, weil sie «Mischlinge sind, arbeitslos, faul, nicht englischsprachig und keine Ahnung haben, wer ihre Väter sind.»

Ferguson – eine Chronik der Wut

> An October 2011 email included a photo of a bare-chested group of dancing women, apparently in Africa, with the caption, «Michelle Obama’s High School Reunion.»

Ein E-Mail vom Oktober 2011 enthielt ein Foto von tanzenden Frauen mit nackten Oberkörpern, das offensichtlich aus Afrika stammt. Die Bildunterschrift lautete: «Michelle Obamas High-School-Reunion.»

> A December 2011 email included jokes that are based on offensive stereotypes about Muslims.

Ein E-Mail vom Dezember 2011 enthielt Witze, die auf verletzenden Vorurteilen über Muslime basieren.

Der Abschnitt endet mit der Feststellung, dass möglicherweise noch weitere Dokumente dieser Art existieren. Zur Verantwortung gezogen sei keiner der Betroffenen. Auch hätte sich keiner der Empfänger der E-Mails – ob in den Reihen der Polizei oder in der Gerichtsabteilung – jemals über diese E-Mails beklagt. Im Gegenteil seien die E-Mails üblicherweise weitergeleitet worden. (wst)

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