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ZURICH, SWITZERLAND - SEPTEMBER 30:  Arnold Schwarzenegger speaks onstage during 'A conversation with' Event during the Zurich Film Festival on September 30, 2015 in Zurich, Switzerland. The 11th Zurich Film Festival will take place from September 23 until October 4.  (Photo by Lennart Preiss/Getty Images)

«Das letzte Mal, als ich hier war, sagte ich: I'll be back.» Was sonst. Arnie vor Zürcher Publikum. Das Zurich Film Festival schenkt ihm einen Award für sein Lebenswerk.
Bild: Getty Images Europe

«Die beste Rache ist Erfolg!»: Schwarzenegger schenkt der Schweiz 45 Minuten Weisheit

Ein Mensch aus Masse: Arnold Schwarzenegger trat am Mittwochabend im Zürcher Filmpodium auf und feierte sich und die Kraft des positiven Denkens.



Schon bevor sich alle Leute überhaupt setzen können, ruft Steven Gätjen, der sonst auf Vox oder Pro7 oder Sat1 oder so rote Teppiche moderiert: «Please welcome an icon, a legend, a superstar – Mr. Arnold Schwarzenegger!» Und 260 Menschen, die 89 Franken für 45 Minuten mit Arnie bezahlt haben, springen von den Sitzen und jubeln.

Dann predigt der Terminator. Einer seiner ersten Sätze ist: «Man muss die Neinsager ignorieren!» Einer seiner letzten: «Die beste Rache ist Erfolg!» Er kommt aus Madrid, wo er an dem von ihm gegründeten Bodybuilder-Wettbewerb «Arnold Classic» aufgetreten ist. Und er muss bald weiter nach Paris, wo er mit François Holland die Welt vor Treibhausgasen retten will. «Denen, die mir nicht glauben, würde ich gern den Mund an einen Auspuff kleben, nach spätestens zehn Minuten wäre alles klar.» Arnie, der Muskel-Millionär. Arnie, der Umweltschützer.

Arnie bekämpft die Faulheit: «Schlaf doch schneller!»

Dazwischen ein Abend in Zürich, wo sein Film «Maggie» gezeigt wird, der bei uns wohl nie ins Kino kommt, weil ihn schon in Amerika niemand sehen wollte. Ein Zombie-Virus wischt darin den Menschen mal wieder eins aus. Schwarzeneggers Filmtochter wird zum Zombie. «Ich musste weinen, als ich das Drehbuch las. Ich musste immer an meine Kinder denken.» Klar, ist ja auch naheliegend, Zombie-Viren bestimmen unseren Alltag. Arnie, der Schauspieler und Vater. Der mit der Nichte von John F. Kennedy vier Kinder zeugte und mit einer Hausangestellten ein fünftes.

«Pumping is like coming»

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YouTube/waleed1453

«Immer, wenn mir Leute sagten, das ist unmöglich, hab ich es möglich gemacht.» Er wiederholt den Satz in vielen Variationen. Eine überwundene Unmöglichkeit war natürlich sein Karrierebeginn im Amerika der Siebziger. Als er ein aufgepumpter Riese war. «Dein Körper ist überentwickelt, und du wiegst 250 Pfund. Al Pacino wiegt 150 Pfund. Dustin Hoffman ist angesagt – ein Zwerg. Und Woody Allen, ein anderes Sexsymbol der Siebziger – auch so ein Zwerg.»

Arnold Schwarzenegger ist 1 Meter 88, das ist jetzt nicht soooo riesig, aber seine Masse machte es damals aus. Heute ist er 68, die Proportionen sind stimmiger. Aber was für ein auffallend grosser Kopf!  

«Meine Mutter dachte, ich sei verrückt. Oder etwas anderes. Weil über meinem Bett nur nackte Bodybuilder hingen.»

Was er liebt: Sport. Denn nur da lerne man siegen. Und sauber arbeiten. Was er hasst: Faulheit. «Nehmen wir an, Sie arbeiten acht bis zehn Stunden pro Tag. Dann bleiben immer noch vierzehn Stunden übrig. Jetzt sagen Sie: Davon schlafe ich acht Stunden! Dann sag ich: Schlaf doch schneller! Sechs Stunden genügen! Es kommt darauf an, aus allen 24 Stunden was zu machen.» Was für ein Stressaffe, der Arnie!

©2002 T3 Productions, Inc.

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Potztausend, so kann ein 68-Jähriger aussehen! Arnold Schwarzenegger im dritten «Terminator»-Film.
bild: paramount pictures

Wahrscheinlich kann er deshalb auch nicht stillsitzen und schreiben. Jedenfalls hat er alle seine sieben Bücher diktiert. «Ich habe absolut keine Geduld zum Schreiben. Ich seh den Drehbuchautoren zu, wie sie am Computer sitzen und schreiben. Und schreiben. Und schreiben. Und ich sag: Jungs, wie macht ihr das! Ich werdet nie ein Schwarzenegger-Drehbuch sehen, das versprech ich, auch wenn ich 150 Jahre alt werde.» Ist ja vielleicht auch besser so.

Als er für zwei Amtsperioden Gouverneur von Kalifornien wurde, begann er als strammer Republikaner, der sich sehr schnell zur Mitte hin bewegte. Weil er diesen Drang in sich verspürte, Gutes zu tun. Er hatte damals schon ein paar hundert Millionen auf der Bank, deshalb verzichtete er auf das schäbige Gouverneurs-Gehalt von 175'000 Dollar pro Jahr. Er gründete Freizeitprogramme für unterprivilegierte Kinder. Sie hatten natürlich mit Sport zu tun. «Ich steh im Dienst der Öffentlichkeit, nicht der Partei.»

Seine 160 besten Film-Sprüche

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YouTube/hh1edits

Den jungen Filmschaffenden, die ihn um Rat fragen, erzählt er, wie wenig seine Eltern früher an ihn glaubten. «Mein Vater sagte: Geh Holz hacken! Steh nicht immer vor dem Spiegel und bete dich selbst an!» Der Vater war Polizist und Altnazi und war sich sowieso sicher, dass der kleine Arnold nicht sein Sohn war. Später beauftragte Arnie das Simon Wiesenthal Center damit, in der Nazivergangenheit seines Vaters nach Kriegsverbrechen zu suchen. «Meine Mutter dachte die ganze Zeit, ich sei verrückt. Oder etwas anderes. Sie brachte unseren Hausarzt heim, weil über meinem Bett nur nackte Bodybuilder hingen. Aber der Arzt sagte: Machen Sie sich keine Sorgen.»

Millisekunden nach dem Schlussapplaus sitzt er auch schon wieder in einer Limousine, das letzte, was von ihm zu sehen ist, ist sein grosser Kopf, der eine ganze Auto-Fensterscheibe ausfüllt. Und ja, er sieht gefährlich aus. Vielleicht fragt er sich gerade, wessen Mund er in Paris an einen Auspuff kleben könnte.

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