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Wie im Groschenroman: So wurden Gudenus und Strache in die Falle gelockt



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bild: screenshot Youtube

Nach dem politischen Erdrutsch versucht Österreich, sich einen Überblick zu verschaffen, wie es zu diesem Schlamassel kommen konnte – und wie Spitzenpolitiker Johann Gudenus und Heinz-Christian Strache derart naiv in die Falle tappten.

Auf seinem Blog «EU-Infothek», berichtet ein Bekannter von Gudenus, Gert Schmidt, unter Berufung auf eine «verlässliche Quelle» 🤔, wie sorgfältig das entscheidende Treffen auf Ibiza eingefädelt wurde.

Erster Kontakt durch eine Gudenus-Vertraute

Am Anfang stand eine Randbemerkung.

Eine mit Johann Gudenus befreundete Immobilienmaklerin erzählte einem angesehenen Wiener Anwalt (mit Kanzlei in der Innenstadt), sie führe Geschäftsbeziehungen mit dem vermögenden FPÖ-Mann.

Monate nach dieser Bemerkung meldete sich der besagte Anwalt bei der Immobilienmaklerin. Er habe Kontakt zu einer reichen Russin geknüpft, die in Österreich investieren wolle. Konkret ging es um ein Waldgrundstück im niederösterreichischen Krems-Tal, das sich in Gudenus' Besitz befindet.

☝️ Johann Gudenus ist der Sohn des Holocaustleugners John Gudenus, der wiederum aus einer Familie stammt, die 1907 von Kaiser Franz Joseph in den österreichischen Grafenstand erhoben wurde.

Das erste Treffen

Am 24. März 2017 kam es im Restaurant «Le Ciel» in Wien zu einem ersten Treffen der Lockvögel und Johann Gudenus. Zuvor hatte der Wiener Anwalt dem österreichischen Politiker eine Kopie lettischer Ausweispapiere vorgelegt – um ihn von der Echtheit der Identität der vermeintlichen Oligarchen-Nichte Alyona Makarow zu überzeugen.

Danach ging es ins «Le Ciel». Mit von der Partei waren:

  1. Ev. die Immobilienmaklerin (je nach Quelle war sie dabei oder auch nicht)
  2. Der Wiener Anwalt
  3. Alyona Makarow
  4. Ein «Kompagnon» der Nichte, der sich Julian Thaler nannte und angab, aus München zu stammen und schon lange mit dem Wiener Anwalt befreundet zu sein
  5. Johann Gudenus
  6. Gudenus' serbischstämmige Frau Tajana

Makarow sei begleitet von Bodyguards in einem Maybach mit Chauffeur vorgefahren – ein Fahrzeug der extremen Luxusklasse aus dem Hause Mercedes.

Makarow sei sehr gesprächig gewesen. Sie gab an, Streit mit ihrem Onkel zu haben. Gemeint ist vermutlich der russische Gas-Oligarch Igor Makarow. Sie wolle deshalb nach Österreich ziehen. Auch wegen der Kinder. Makarow gab an, sie sei bereit zu investieren und verfüge über ein Vermögen von 350 Millionen Euro.

«Beweise» und weitere Treffen

Weiteres Vertrauen soll Gudenus gewonnen haben, als der Wiener Anwalt später in seiner Kanzlei einen Bankauszug vorgeführt habe. Das Papier sei nur flüchtig gezeigt worden, der Anwalt habe aber kommentiert: «Die ersten grossen Summen sind schon auf meinem Konto».

Danach besichtigten der Anwalt und der Lockvogel das Waldgrundstück. Makarow sei dabei durch fachkundige Fragen aufgefallen. Ob Gudenus bei der Besichtigung zugegen war, wird nicht deutlich. Überliefert ist aber, dass er sich am 28. April mit dem Anwalt und Makarow im Restaurant «Gastwirt» getroffen hat.

Beim letzten Treffen mit Makarow schwärmte die Russin von Ibiza. Es ist hinlänglich bekannt, dass Johann Gudenus und auch Heinz-Christian Strache ein Faible für die spanische Party-Insel haben. Schnell einigte man sich auf ein Treffen. Die Falle war ausgelegt.

Epilog

Der bekannte Wiener Anwalt habe «nahöstliche Wurzeln», berichtet Publizist Gert Schmidt auf seinem Blog. Und er habe entweder im eigenen Interesse oder im Auftrag «seiner sehr bekannten Klienten bzw. Freunde, auch aus der High Society und den Wirtschaftsseiten» gehandelt.

Tatsächlich, das weiss nun der «Kurier» zu berichten, handle es sich beim Anwalt um keinen Unbekannten. Er habe bereits früher verschiedenen PR-Beratern belastendes Material über FPÖ-Spitzenleute angeboten. Dasselbe Blatt zitiert «Insider», welche von einer Spur berichten, die in das parteipolitische Umfeld von Gudenus & Co. führen soll.

Es bleibt weiter spannend.

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Beidlpracker und Co. – Schimpfwörter zu Österreichs Krise.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Pafeld 22.05.2019 22:03
    Highlight Highlight Jetzt mal ganz offen: Wenn Strache ernsthaft behauptet, er habe sich nach Ibiza nichts mehr dabei gedacht und sei für zwei Jahre zur Tagesordnung zurückgekehrt, ohne zu merken, dass Baufirmen, Waldbesitzer Gudenus, die "gemeinnützigen" Vereine oder die Kronenzeitung nie wieder von der lettischen Oligarchin gehört haben, dann hält er uns wohl auch noch für dämlich. Wahrscheinlich hat er sich jetzt zwei Jahre lang erpressen lassen und wenn Strache oder Gudenus jemals wieder versuchen politisch Fuss zu fassen, kommt dann das nächste Video.
  • tr3 22.05.2019 19:05
    Highlight Highlight Eine russische Frau heisst NIE Makarow sondern wenn schon dann Makarowa. Zumindest der serbisch-stämmigen Ehefrau, die mutmasslich ein wenig in slawischer Kultur bewandert ist, hätte das sofort auffallen müssen.
  • häxxebäse 22.05.2019 18:07
    Highlight Highlight Holocaustleugner, da hätts mer abglöscht
    • Juliet Bravo 22.05.2019 19:53
      Highlight Highlight Ein Viertel findet Holocaustleugner offenbar super. Sagt mal..!
  • Papa Swappa 22.05.2019 17:59
    Highlight Highlight Jetzt hoffen wir doch nur noch darauf, dass die Fallensteller auf Welttournee waren & sich damit die grosse Verzögerung beim publik machen erklärt ...
  • Juliet Bravo 22.05.2019 17:44
    Highlight Highlight Eigentlich macht es die ganze Chose nur noch schlimmer für Strache und Gudenus. Es gab also nicht nur ein einziges, „bsoffenes“ Treffen auf Ibiza sondern gleich mehrere.
    Der fpö-nahe Blogger tut seinen Freunden gerade einen wahren Bärendienst. 😉
  • Capodituttiicapi 22.05.2019 17:18
    Highlight Highlight Was hat Böhmermann dazu zu tun? Erhoffe mir Videos:-)
    • Capodituttiicapi 22.05.2019 19:23
      Highlight Highlight Damit zu tun
  • El Pepedente 22.05.2019 16:55
    Highlight Highlight traue niemanden^^
    • Juliet Bravo 22.05.2019 19:34
      Highlight Highlight Das sagt Pepe der Frosch letztendlich immer. Soll die Gesellschaft zersetzen.
  • JaneSodaBorderless 22.05.2019 16:38
    Highlight Highlight Die Aufmache erinnert schon fast an Hans-Günter Wallraff :-)
    Danke für die Zusammenfassung, Herr Toggweiler!
  • SillySalmon 22.05.2019 15:55
    Highlight Highlight Filmreif!
  • Walter Sahli 22.05.2019 15:55
    Highlight Highlight Ganz schön aufwändig für eine Falle, von der man nicht weiss, ob sie überhaupt zuschnappt.
    • Sophia 22.05.2019 17:15
      Highlight Highlight Das Leben ist halt ein einziges Risiko!
    • Saraina 22.05.2019 17:53
      Highlight Highlight Es ist wohl um mehr gegangen als bei Geri Müller.
  • der nubische Prinz 22.05.2019 15:20
    Highlight Highlight Krass ist dass das Video erst nach zwei Jahren veröffentlicht wurde.
    Da fragt man sich was Strache alles gemacht hat unter Druck der Erpresser. Hat er sich jetzt geweigert eine Forderung zu erfüllen und dann wurde das Video veröffentlicht.?
    • why_so_serious 22.05.2019 16:08
      Highlight Highlight Er hätte wohl erwähnt, dass er erpresst worden ist. Laut ihm selbst, ist ER ja das Opfer in der ganzen Geschichte...
    • Sophia 22.05.2019 17:21
      Highlight Highlight Wäre er erpresst worden, wäre es auch nicht besser. An Erpressung ist aber nichts dran!
      Der Strache hat's eben nicht so drauf! Und Dummheit ist kein Delikt, dafür kann man nichts und niemand kann deswegen erpresst werden.
    • 96m_fur 22.05.2019 17:33
      Highlight Highlight es gab keine Erpressung. Das Material wurde aufgrund der massiven Recherchearbeiten erst zwei Jahre später veröffentlicht - es gibt auch keinen Zusammenhang zwischen den Europawahlen und dem Zeitpunkt.

      Quelle: ZDF, Markus Lanz von gestern oder vorgestern. Da waren die Journalisten der Süddeutschen Zeitung zu Gast.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Heinzbond 22.05.2019 15:14
    Highlight Highlight Nun noch ein Grund mal wieder groschenromane zu lesen, wenn sie ja nicht so weit weg von der Realität sind...
  • Uwe Tatjes (1) 22.05.2019 15:11
    Highlight Highlight Es wäre am Ende noch geil, wenn dies Intrige aus der FPÖ selbst stammt.... Haha, in Selbstzerfleischung und Diadochenkämpfen sind die Rechten ja nun einmal unschlagbar
    • Liselote Meier 22.05.2019 16:35
      Highlight Highlight Das wäre sozusagen die Kirsche auf dem braunen Sahnehäubchen ;)
    • Scott 22.05.2019 23:19
      Highlight Highlight Klar, eine Woche vor der Europawahl.

      Manchmal habe ich so meine Zweifel, ob wirklich nur die Rechten dumm sind...

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