Deutscher Aussenminister Wadephul macht Ukraine Hoffnung auf Patriot-Raketen
Der deutsche Aussenminister Johann Wadephul hat der Ukraine bei einem Besuch in Kiew weitere humanitäre Hilfe von 50 Millionen Euro zugesichert und ihr Hoffnung auf zusätzliche Mittel für die Luftverteidigung gemacht. Der CDU-Politiker versicherte, dass er weiter versuchen werde, Bündnispartner zur Abgabe von Patriot-Abwehrraketen zu bewegen. Auch einen weiteren Beitrag der Bundeswehr schloss er nicht aus. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) müsse «gemeinsam mit seinen Fachleuten in die Bestände gucken und schauen, ob noch etwas möglich ist».
Dem Aussenminister wurde bei seinem Besuch in der ukrainischen Hauptstadt vor Augen geführt, wie wichtig die Luftabwehr angesichts zunehmender russischer Angriffe mit ballistischen Raketen ist. Während er zusammen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am Samstag an einem Veteranentreffen teilnahm, wurde ein nur 30 Kilometer entfernter Vorort von Kiew mit drei Raketen angegriffen. Zwei Menschen wurden getötet, zahlreiche verletzt. Auch bei dem Veteranentreffen gingen auf den Handys die Sirenen an: Luftalarm.
«Das macht uns noch einmal in erschreckender Weise klar: Wir sind hier in einem Kriegsgebiet», sagte Wadephul. Und dieser Krieg werde nicht nur an der Front ausgetragen, sondern überall im Land. «Das macht auch deutlich, dass die praktische Unterstützung dieses Landes weiter notwendig ist.»
Pistorius soll Bundeswehr-Bestände prüfen
Am meisten benötigt die Ukraine derzeit Mittel zur Abwehr der im Vergleich zu Marschflugkörpern und Drohnen sehr schnellen ballistischen Raketen. Selenskyj bekniet die Alliierten seit langem, zusätzliche Patriot-Abwehrraketen US-amerikanischer Bauart zu liefern – bisher ohne Erfolg.
Zu den möglichen Lieferanten zählen Griechenland, Italien, Japan und Südkorea. Die Bundeswehr hat schon fünf Systeme an die Ukraine abgegeben und sieht eigentlich keine Möglichkeit mehr, aus ihren eigenen Beständen zu liefern. Sie sei schon an ihre Reserven herangegangen, sagte Wadephul. Er regte aber an, dass Pistorius noch einmal prüfen solle, ob da angesichts der dramatischen Lage in der Ukraine etwas möglich sei. «Die Dringlichkeit, die Ukraine mit weiteren Luftverteidigungssystemen zu unterstützen, wird hier noch einmal deutlich», sagte er in Kiew.
Nach viereinhalb Jahren Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine erwartet Kremlchef Wladimir Putin in Moskau trotz bisher unerreichter Invasionsziele weiter eine Niederlage Kiews. Der deutsche Aussenminister Johann Wadephul hingegen sieht die Ukraine bei einem weiteren Besuch in dem Land klar auf Siegeskurs. «Putin muss wissen, gemeinsam mit ihren Unterstützern hat die Ukraine den längeren Atem auf dem Weg zum eigentlichen Ziel: endlich Frieden», sagte der CDU-Politiker in Kiew.
Wie der Krieg ende, sei eine entscheidende Frage für die Zukunft Europas. «Und er muss so enden, dass nicht das Recht des Stärkeren sich durchsetzt, sondern dass die Stärke des Rechts sich durchsetzt», sagte der Minister. Nach massiven russischen Luftschlägen mit vielen getöteten ukrainischen Zivilisten – wie zuletzt am Freitag in Krywyj Rih, wo 16 Menschen bei einem russischen Drohnenangriff auf ein Einkaufszentrum starben und rund 130 weitere verletzt wurden – fordert die Ukraine vor allem mehr westliche Hilfe bei der Flugabwehr.
Selenskyj will Patriot-Raketen
Nach ukrainischen Angaben führte auch ein russischer Angriff mit ballistischen Raketen in einem Kiewer Vorort Wadephul unmittelbar vor Augen, was der Ukraine derzeit am meisten zu schaffen macht. Ihr fehlen die Mittel, um die Angriffe mit den im Vergleich zu Marschflugkörpern und Drohnen sehr schnellen ballistischen Raketen abzuwehren. Selenskyj bekniet die Alliierten seit langem, zusätzliche Patriot-Abwehrraketen US-amerikanischer Bauart zu liefern – bisher ohne Erfolg.
Wadephul betonte aber, dass er schon nächste Woche weiter versuchen werde, Bündnispartner zur Abgabe von Patriots zu bewegen. «Die Dringlichkeit, die Ukraine mit weiteren Luftverteidigungssystemen zu unterstützen, wird hier noch einmal deutlich», sagte er in Kiew.
Zu den möglichen Lieferanten zählen Griechenland, Italien, Japan und Südkorea. Die Bundeswehr hat schon fünf Systeme an die Ukraine abgegeben und sieht eigentlich keine Möglichkeit mehr, aus ihren eigenen Beständen zu liefern. Die Bundeswehr habe alles mobilisiert, was möglich war, und sei an ihre Reserven herangegangen, sagte Wadephul. Er regte aber an, dass Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) die Bestände noch einmal prüft.
Wadephul befindet sich nach wie vor in der Ukraine, sein weiteres Programm wurde nicht veröffentlicht.
(sda/dpa)
