Treibstoff wird knapp: Südkorea liefert wohl Diesel an Russland
Südkorea unterstützt das russische Regime von Staatschef Wladimir Putin offenbar trotz Sanktionen mit Treibstofflieferungen. Nach Informationen der britischen Zeitung «The Guardian» lieferte Seoul allein in diesem Sommer rund 176'000 Tonnen Sprit – vornehmlich Diesel – mit Schiffen der Schattenflotte ins russische Wladiwostok.
Isaac Levi, Energiespezialist am finnischen Centre for Research on Energy and Clean Air (CREA), sagte der Zeitung: «Dies untergräbt das Sanktionsregime und die Unterstützung Südkoreas für die Ukraine.»
Spannungen zwischen Südkorea und der Ukraine?
Das kommunistische Nordkorea steht in Putins Krieg in der Ukraine offen an der Seite Russlands und entsandte auch eigene Soldaten. Südkorea hingegen unterstützt die Ukraine vornehmlich mit Sachmitteln wie Helmen, hält sich mit direkten Waffenlieferungen aber zurück. Es entspricht der allgemeinen politischen Linie des Landes, keine tödlichen Waffen in Kriegsgebiete zu liefern.
Zuletzt war es aber zu erheblichen Spannungen zwischen Kiew und Seoul gekommen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte öffentlich gemacht, dass sein Land nordkoreanische Kriegsgefangene an Südkorea überstellt hat. Südkorea forderte deshalb eine offizielle Entschuldigung. Selenskyj konterte, er sei Präsident eines «freien Landes».
Die neuen Enthüllungen über Treibstofflieferungen lassen Südkorea nun als schwaches Glied im westlichen Sanktionsregime erscheinen. Demnach fanden die Lieferungen im Juli und August dieses Jahres statt. Von den beteiligten Tankern standen drei auf der Sanktionsliste der EU.

