International
Grossbritannien

Kunstprojekt mit Sex-Aufnahmen verliert Förderung in Schottland

Kunstprojekt mit Sex-Aufnahmen verliert Förderung in Schottland

14.03.2024, 17:0214.03.2024, 17:02

Eine Kunstinstallation mit echten Sex-Szenen in Schottland verliert nach Kritik aus Politik und Gesellschaft die staatliche Unterstützung.

Die Organisatoren hätten ohne Absprache gravierende Änderungen am Projekt gemacht und damit gegen die Finanzierungsbedingungen verstossen, teilte die schottische Kulturförderung Creative Scotland am Donnerstag mit. Das Projekt «Rein» hatte im Januar insgesamt 84 555 Pfund (95 100 Franken) Subventionen erhalten. Das Geld solle zurückgefordert werden, hiess es weiter.

«Die zentrale Rolle, die ‹nicht simulierte› sexuelle Handlungen nun im Projekt spielen, stellt eine wesentliche Änderung gegenüber der Art der Arbeit dar, die im ursprünglichen Antrag, der zur Förderung geprüft wurde, vorgestellt worden war», hiess es zur Begründung. Die Änderungen seien plötzlich auf der Website vorgenommen worden.

Das Projekt der in Glasgow beheimateten Künstlerin Leonie Rae Gasson warb damit, es werde das Publikum auf eine «magische, erotische Reise durch eine typisch schottische Landschaft» mitnehmen und mit einer geheimen Sexparty in einer Höhle enden. «Rein ist eine fantastische 45-minütige Bewegtbildinstallation auf mehreren Bildschirmen, die das Publikum in eine wilde gemeinsame Erkundung der lesbischen Sexualität eintauchen lässt.» In einer Anzeige für die Aufnahmen hiess es, Teilnehmerinnen müssten älter als 18 Jahre sein. Es wurden explizit Menschen mit Erfahrung in der Sexarbeit zur Bewerbung aufgefordert.

Die konservative britische Zentralregierung kritisierte das Kunstprojekt als staatlich geförderten Hardcore-Pornofilm. Die Frauenrechtsgruppe For Women Scotland warnte, mit der Installation würden Frauen entmenschlicht sowie ungesunde und gefährliche Beziehungen gefördert. (sda/dpa/lyn)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Hessischer CDU-Ministerpräsident Rhein will AfD Ausschussposten geben
Bislang ging die AfD bei der Wahl von Ausschussvorsitzenden im Bundestag leer aus. Das muss sich ändern, sagt CDU-Politiker Boris Rhein.
Die CDU sollte nach Ansicht des hessischen CDU-Chefs und Ministerpräsidenten Boris Rhein die Wahl von AfD-Kandidaten zu Vorsitzenden von Bundestagsausschüssen unterstützen. «Die Partei ist gewählt, und so sollte man mit ihr auch umgehen», sagte Rhein dem «Stern» in einem vorab veröffentlichten Interview. Seiner Auffassung nach «sollte zum Beispiel die AfD im Bundestag – so wie im Landtag von Hessen und anderen Ländern üblich – Ausschussvorsitze übernehmen können», sagte der CDU-Landesvorsitzende. «Mir ist wichtig: Wir grenzen uns klar von der AfD ab, aber wir grenzen die Partei nicht aus. Das muss auch in der Parlamentsarbeit gelten.»
Zur Story