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New Murabba: Saudi-Arabien plant Bau eines gigantischen Würfel-Komplexes

Saudi-Arabien plant Bau eines gigantischen Würfel-Komplexes – mitten in Riad

Saudi-Arabien geizt nicht mit Ankündigungen utopischer Mega-Bauten. Diesmal stellt der Kronprinz kein Strich-, sondern ein Klotzgebäude vor. Es erinnert stark an die Kabaa, die heiligste Stätte des Islams.
22.02.2023, 16:4922.02.2023, 16:49

Der Wüstenstaat plant das nächste kühne Mammut-Projekt. Ein Wolkenkratzer in der Form eines Kubus soll mitten in Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad errichtet werden – und so ein Tor zu einer neuen Welt eröffnen.

Einer utopischen Welt.

In der man virtuell zum Mars reist. In Fantasiewelten oder in eine Unterwasserlandschaft eintaucht. Oder ganz basic: einer, in der man Ferien machen, eine Wohnung kaufen oder Büroflächen mieten kann.

Der künftige Klotz von Riad: «New Murabba».
Der künftige Klotz von Riad: «New Murabba». bild: Newmurabba

Riad soll für das Projekt namens «New Murabba» (neuer Platz) um 19 Quadratkilometer erweitert werden und dieses soll Hunderttausenden von Menschen ein Zuhause bieten. Das Gebäude soll jeweils 400 Meter hoch, breit und tief werden. Das Volumen des Klotzes würde ausreichen, um 20 Empire State Buildings zu verstauen, kündigte Kronprinz Mohammed bin Salman an.

Zwischen Vergangenheit und Zukunft

Die Form des Gebäudes erinnert stark an die Kaaba in Mekka, das wichtigste Heiligtum von Musliminnen und Muslimen. Zwischen der künftigen utopischen Stadt und dem Geburtsort und der heiligsten Stadt des Islams liegen rund 800 Kilometer Luftlinie.

Das geplante Herzstück soll allerdings nicht Pilger anlocken, sondern den Tourismus ankurbeln. Das Land ist darum bemüht, seine Abhängigkeit vom Öl zu verringern sowie sein Image als konservativer Staat loszuwerden.

«New Murabba» soll in der Innenstadt von Riad errichtet werden.
«New Murabba» soll in der Innenstadt von Riad errichtet werden.bild: Newmurabba

Kapitalismus: Die neue Religion in Saudi-Arabien

Ob das Mega-Projekt – angelehnt an das Haus Gottes – in arabischen Kreisen Anklang findet, ist fraglich. Murtaza Hussain, Journalist bei «The Intercept», twitterte: «Neben der Kabaa soll in Saudi-Arabien bald ein neues Heiligtum stehen. Doch dieses ist nicht Gott gewidmet, sondern dem Kapitalismus.»

Abgesehen von den utopischen Plänen sollen im Mega-Gebäude eine Technologie- und Designuniversität sowie zahlreiche Kultur- und Unterhaltungsstätten errichtet werden. Um das Gebäude herum sollen ein eigenes Transportsystem, eine riesige Grünfläche sowie Spazier- und Radwege entstehen, welche die Lebensqualität (vor allem der Reichen) verbessern sollen.

Das Projekt zählt zur sogenannten Saudi Vision 2030 – und soll gemeinsam mit den anderen utopischen Bauten in sieben Jahren seine Tore öffnen.

(cst)

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