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Iran: Journalistin Cecilia Sala berichtet aus Horror-Gefängnis Ewin

Italian journalist Cecilia Sala guest at the tv program Le Parole. Milan Italy, March 12th, 2022 Milan Italy - ZUMAm169 20220212_zac_m169_163 Copyright: xElenaxDixVincenzox
Die italienische Journalistin Cecilia Sala ist seit dem 19. Dezember im Iran inhaftiert.Bild: www.imago-images.de

Italienische Journalistin Cecilia Sala berichtet aus iranischem Horror-Gefängnis

Im berüchtigten Ewin-Gefängnis lassen die Mullahs Oppositionelle foltern. Jetzt schildert eine gefangene italienische Journalistin die Verhältnisse dort.
02.01.2025, 17:3702.01.2025, 19:50
Martin Küper / t-online
Ein Artikel von
t-online

Die seit 19. Dezember im Iran inhaftierte italienische Journalistin Cecilia Sala leidet offenbar unter miserablen Haftbedingungen. Sie befinde sich in Einzelhaft, habe kein Bett und keine Matratze, sondern nur eine Decke in ihrer eiskalten Zelle, sagte Sala laut «Corriere della Serra» in einem Telefonat mit ihren Verwandten.

Seit einem Besuch der italienischen Botschafterin am 27. Dezember hatte Sala demnach keinerlei menschlichen Kontakt mehr. Selbst die Wärter würden das Essen, das hauptsächlich aus Datteln bestehe, nur durch einen Schlitz in ihre Zelle schieben. Ihre Brille sei ihr weggenommen worden. Ein Päckchen ihrer Verwandten mit Schokolade, Kuchen, Büchern und einer Schlafmaske habe sie nicht erhalten, berichteten Salas Angehörige der Zeitung. «Beeilt euch», habe die 29-Jährige ihren Eltern am Telefon gesagt.

Will der Iran Druck auf die USA ausüben?

Warum die Reporterin der Tageszeitung «Il Foglio» überhaupt festgenommen wurde, ist unklar. Sala war am 12. Dezember mit einem gültigen Visum in den Iran eingereist. In ihrem Podcast berichtete sie von verschiedenen Interviews, darunter mit Hossein Kanaani, einem Mitbegründer der Iranischen Revolutionsgarden. Geheime Informationen enthielten ihre Berichte nicht. Die iranische Justiz wirft der Journalistin vor, gegen die Mediengesetze der Islamischen Republik verstossen zu haben. Konkretisiert wurden die Vorwürfe nicht.

Das Mullah-Regime im Iran ist bekannt dafür, ausländische Staatsbürger als Geiseln zu nehmen, um politische Forderungen durchzusetzen oder im Ausland inhaftierte Iraner freizupressen. Italienische Zeitungen spekulieren, dass Sals Inhaftierung mit einem iranischen Waffenschmuggler zusammenhängen könnte, der auf Ersuchen der USA in Mailand festgenommen wurde. Es gilt als möglich, dass Teheran mit der Verhaftung Salas nun Druck auf Rom ausüben wolle, damit der Iraner nicht an die USA ausgeliefert wird.

Cecilia Salas Fall bewegt Italien

Das italienische Aussenministerium hat am Donnerstag den iranischen Botschafter einbestellt, um die sofortige Freilassung der Reporterin Cecilia Sala zu verlangen. Das Ministerium äusserte «ernsthafte Besorgnis» über die Inhaftierung der Reporterin und pochte auf eine menschenwürdige Behandlung sowie die Achtung ihrer Grundrechte. Am Donnerstag wollte Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni mit einigen Ministern ihres Kabinetts zu einer kurzfristig anberaumten Sitzung zusammenkommen, um über weitere Schritte in dem Fall zu beraten.

epa11797204 People hold placards while attending a peaceful sit-in in front of the Prefecture to demand the immediate release of the Italian journalist Cecilia Sala in Turin, Italy, 29 December 2024.  ...
In Turin, Italien, demonstrierten Menschen für die Freilassung der Journalistin Cecilia Sala.Bild: keystone

Auch die EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas hat sich in den Fall eingeschaltet. Sie forderte im Gespräch mit der italienischen Zeitung «La Repubblica» ebenfalls Salas sofortige Freilassung. «Niemand sollte wegen seiner Arbeit inhaftiert werden. Journalismus ist kein Verbrechen», sagte Kallas.

Das Ewin-Gefängnis im Norden Teherans, in dem Sala eingesperrt ist, ist landesweit berüchtigt für die Misshandlung und Folter insbesondere von politischen Gefangenen. Auch regimekritische Demonstranten werden dort inhaftiert, ebenso Doppelstaatler, die neben der iranischen auch eine weitere Staatsbürgerschaft haben. Die USA haben das Gefängnis und seine Leitung im Mai 2018 wegen «ernster Menschenrechtsverletzungen» mit Sanktionen belegt.

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